Praxiskurs Umsatzsteuer, Vorsteuer und Mehrwertsteuer

Steuergrundlagen schnell gelernt: Von Rechnungen, Steuersätzen, Voranmeldungen und mehr

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Stand: 26. Mai 2013 (aktualisiert)

Umsatzsteuer? Wer als Verbraucher daran gewöhnt ist, beim Einkauf die Mehrwertsteuer in der Ladenkasse verschwinden zu sehen, für den gibt es keinen spürbaren Unterschied zwischen dem eigentlichen Nettokaufpreis einer Ware und der darauf anfallenden Umsatzsteuer. Kein Wunder: Denn bezahlt wird diese Verbrauchssteuer letztlich vom Endverbraucher.

Verstehen müssen Sie als (angehende) Unternehmerin oder Unternehmer das System mit der Umsatzsteuer aber trotzdem. Unser Grundlagenkurs zeigt, warum Sie im Geschäftsleben die Umsatzsteuer nicht vernachlässigen dürfen, auch wenn sie oft ein "durchlaufender" Posten ist. Dazu erklären wir ganz praktisch die wichtigsten Fachbegriffe und die alltäglichen Abläufe. Wir sagen Ihnen,

  • was der Unterschied zwischen Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer und Vorsteuer ist,

  • wer Umsatzsteuer abführen muss und worauf,

  • wer sich freiwillig der Umsatzsteuer unterwerfen kann und wann das Sinn ergibt,

  • welche Steuersätze bei welchen Waren und Dienstleistungen anfallen,

  • wie vorsteuerfähige Rechnungen aussehen,

  • was bei Umsatzsteuervoranmeldungen und Umsatzsteuererklärungen zu beachten ist, oder auch

  • was es mit der Umsatzsteueridentnummer auf sich hat.

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Ihre Wertung:

 

Hallo Herr Chromow,
Ihre Antwort auf die Frage zur Spesenabrechnung ist mir nicht ganz klar. Wenn ich bspw. eine Hotelrechnung über 100 EUR habe und bezahlt habe, dann berechne ich davon 19 EUR als Vorsteuerabzug (Feld 66). Gleichzeitig stelle ich jedoch meinem Auftraggeber die Hotelkosten in Rechnung, d.h. ich schreibe auf meine Rechnung, dass ich 100 EUR verauslagt habe. Wenn ich jetzt darauf nochmals 19 % Ust. in meiner Rechnung erhebe, dann bekomme ich insgesamt 119 EUR von meinem Auftraggeber für die Übernachtung (obwohl sie nur 100 inkl. Ust. gekostet hat??). Davon muss ich dann wiederum 19 EUR an Ust. ans Finanzamt abführen. Ist das korrekt? Sieht ja auf den ersten Blick etwas komisch aus, wenn ich mehr berechne, als ich tatsächlich bezahlt habe. Aber muss wohl so sein, weil ich sonst Verlust mache. Und wie ist das dann bei den Fahrtkosten (Kurzstrecken), bei denen ich nur 7 % Vorsteuerabzug geltend machen kann? Kann ich dann trotzdem 19% Ust. dafür meinem Auftraggeber in Rechnung stellen?? Das ist schon alles ziemlich kompliziert. Schonmal im Voraus besten Dank für Ihre Antwort.
csjc13

Vielen Dank für den Kurs! Hier wird auch für Normalsterbliche ein gut verständlicher Einblick in das Thema "Umsatzsteuer" gegeben.

Sehr geehrter Herr Chromow,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich werde Ihrem Hinweis nachgehen.

Mit besten Grüßen

S. Hanisch

Hallo shanisch,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung und die vertrauensvolle Nachfrage: Sofern Ihre Leistung keinen Befreiungstatbestand des § 4 UStG erfüllt, führt m. W. auch kein Weg an der Berechnung von Umsatzsteuer vorbei. Das ist jedoch nur meine amateuerhafte Einschätzung. Am besten wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen an einen Steuerberater. Einen Hinweis will ich Ihnen aber nicht vorenthalten: Wenn eine bestimmte Leistung tatsächlich von der Umsatzsteuer befreit ist, hat das Auswirkungen auf den eigenen Vorsteuerabzug. Einzelheiten entnehmen Sie dem Beitrag:
"Trotz Umsatzsteuerpflicht umsatzsteuerfreie Rechnungen an Vereine, Bildungs- und Wohlfahrtseinrichtungen"
http://www.akademie.de/direkt?pid=40217
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sehr geehrter Herr Chromow,

zunächst vielen Dank für den sehr informativen Kurs. Darf ich Ihnen eine Frage stellen, die mir bisher noch niemand beantworten konnte.

Seit Aufnahme meiner (hauptberuflich) selbständigen Tätigkeit vor einem halben Jahr arbeite ich unter der Kleinunternehmerregelung. Gern würde ich mich jedoch zur Umsatzsteuer veranlagen. 25-30 Prozent meiner Einnahmen erziele ich jedoch aus der freien Mitarbeit in Drittmittelprojekten einer Universität. Diese Projekte (zumeist EU-finanziert) zählen nicht zur Auftragsforschung und sind somit nicht umsatzsteuerrelevant. D.h. meines Wissens sind diesbezüglich weder die Universität noch der Projektleiter vorsteuerabzugsberechtigt.

Meine Dienstleistung scheint nicht unter einen der Befreiungstatbestände des § 4 Nr. 22a UStG. Würde ich der Universität demnächst 19% USt in Rechnung stellen, würde sie auf der USt "sitzen bleiben", meine Dienstleistung würde sich somit verteuern. Um konkurenzfähig zu bleiben, wäre ich praktisch gezwungen, die USt aus der Honorarforderung selbst zu begleichen.

Sehen Sie eine andere Lösung des Problems? Gibt es eine Möglichkeit, die freie Mitarbeit an der Universität und meine restliche selbständige Tätigkeit umsatzsteuerrechtlich getrennt voneinander zu behandeln? Beide Tätigkeiten sind juristischer Art. Nur geht es bei der hauptsächlichen Tätigkeit um Entwicklungszusammenarbeit, an der Universität um rechtswissenschaftliche Forschung und Redaktion von rechtswissenschaftlichen Texten.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir einen Tip geben könnten.

Hallo Herr Chromow,

prima. Und erneut: vielen Dank!

Mit freundlichem Gruß
Gründer74

> Zwischenzeitlich bin ich auf zwei weitere Fragen
> gekommen. Vermutlich fallen diese wohl langsam in den
> Bereich eines Steuerberaters,

Nun ja, Gründer74,
künftige Mitglieder von akademie.de genießen einen gewissen Sonderstatus. Deshalb halte ich die Honorarnote vorläufig noch zurück. ;-)
Was Ihre Fragen angeht: Ja, bei einer Kleinbetrags-Taxiquittung mit Steuersatzangabe dürfen Sie den Vorsteueranteil herausrechnen. Leistungen im öffentlichen Personennahverkehr unterliegen bis zu 50 km dem ermäßigten Steuersatz von 7 %. Bei größeren Entfernungen gilt der allgemeine Steuersatz von 19 %. Laut § 35 UStDV
http://bundesrecht.juris.de/ustdv_1980/__35.html
dürfen Sie im Fall von Fahrausweisen die Vorsteuer auch dann herausrechnen, wenn kein Steuersatz ausgewiesen ist.
Bei der Erstattung von Spesen gibt es m. W. zwei Möglichkeiten: Entweder Ihr Kunde übernimmt die Bezahlung der Rechnungen selbst (z. B. die des Hotels). Oder Sie stellen ihm die Spesen in Rechnung. Dann müssen Sie auf die Bruttosumme noch einmal Umsatzsteuer aufschlagen.
Bitte beachten Sie: Alle Angaben wie immer ohne Gewähr: Ich bin kein Steuerberater. Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, fragen Sie einen solchen - oder rufen Sie einfach beim Finanzamt an. Die kennen sich mit solchen Fragen aus :-) und sind erfahrungsgemäß viel hilfsbereiter und freundlicher als das gern kolportiert wird. (Aber auch dies ist nur mein ganz persönlicher Eindruck.)
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow,

das sind ja wirklich gute Nachrichten! Danke für die schnelle und präzise Antwort!

Zwischenzeitlich bin ich auf zwei weitere Fragen gekommen. Vermutlich fallen diese wohl langsam in den Bereich eines Steuerberaters, aber vielleicht können Sie diese ja auch noch beantworten:

In Ihren Ausführungen schreiben Sie, dass es bei Kleinbetragsrechnungen ausreichend sei, wenn diese den Bruttobetrag sowie den Steuersatz der darin enthaltenen Umsatzsteuer aufweisen. Entsprechend müsste ich mir aus Taxirechnungen, auf denen der Steuersatz aufgeführt ist, die abgeführte Umsatzsteuer für einen Vorsteuerabzug rausrechnen können, bei Nahverkehrstickets, auf denen kein Steuersatz aufgeführt ist, aber nicht. Korrekt?

Ich habe mit einem Kunden vereinbart, dass dieser von mir vorgenommene Ausgaben für Übernachtungen und Reisen übernimmt. Wie verfahre ich in diesem Fall bezüglich der Umsatzsteuer? Führe ich diese auch zum Vorsteuerabzug an und stelle dem Kunden nur den Nettobetrag in Rechnung?

Viele Grüße
Gründer74

Hallo Gründer74,
danke für die nette Rückmeldung. Im Gegenzug habe ich nur gute Nachrichten für Sie:
1. Ja, die bezahlte Vorsteuer der von Ihnen genannten Ausgaben tragen Sie in einer Summe in das Feld 66 ein.
2. Nein, eine Unterscheidung nach verschiedenen Steuersätzen ist nicht erforderlich.
3. Die Belege müssen Sie *überhaupt nicht* einreichen: Mit Ihrer Unterschrift unter die Einnahmenüberschussrechnung und die Umsatzsteuererklärung erklären Sie Anfang nächsten Jahres im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung, dass alle Angaben mit den Steuervorschriften übereinstimmen. Allerdings kann das Finanzamt Ihre Unterlagen im Rahmen einer Steuerprüfung unter die Lupe nehmen. Sofern es im Einzelfall keine Verdachtsmomente gibt, findet eine solche Prüfung bei Klein- und Kleinstunternehmen im Schnitt höchstens alle 25 Jahre statt. Oft auch gar nicht. :-)
Wenn Sie sicher sein wollen, dass alles seine Richtigkeit hat, suchen Sie sich am besten einen guten Steuerberater. Sie können Anfang nächsten Jahres aber auch mit Ihren gesammelten Belegen direkt zum Finanzamt gehen. Dort gibt es üblicherweise mindestens einen Mitarbeiter, der Gründern und Jungunternehmern mit Rat und Tat zur Seite steht. Falls Sie das versuchen: Lassen Sie uns doch bitte wissen, welche Erfahrungen Sie gemacht haben.
Vielen Dank und freundliche Grüße
Robert Chromow

Endlich mal eine komprimierte und zugleich verständliche Einführung in die Materie - sehr hilfreich! Bevor ich jedoch erstmals meine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgebe, wüsste ich gern noch folgende Fragen beantwortet:

Ich habe bisher nur Ausgaben für EDV/IT, Büromöbel, Kundenakquise-Reisen etc. getätigt. Fallen diese alle unter Feld 66 der abziehbaren Vorsteuer-Beträge und sind sie wirklich nur als Summe anzugeben? (Wird nicht sonst mindestens zwischen dem Regelsteuersatz i.H.v. 19% und dem ermäßigten Steuersatz i.H.v. 7% differenziert?)

Wann und in welcher Form habe ich die entsprechenden Belege (Rechnungen und Kleinbetragsrechnungen) einzureichen? Jetzt, bei der Jahresanmeldung oder nur auf Anfrage?

Vielen Dank im Voraus für die weitere Unterstützung
Gründer74

Spitze!

Hallo,
auf den Seiten von akademie.de gibt es keine weiteren Artikel / Informationen zur Wahl des richtigen Umsatzsteuersatzes im Einzelhandel. Am besten wenden Sie sich an den für Sie zuständigen Einzelhandelsverband und / oder Ihren Steuerberater. Bei Zweifelsfällen ist im Übrigen das Finanzamt eine gute Anlaufstelle: Fragen kostet nichts. :-) Viele Finanzbeamte vor Ort sind kompetenter, freundlicher und kooperativer als ihr Ruf...
Hoffentlich hilft Ihnen das fürs Erste weiter.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank Herr Chromow für den Link, gibt es noch darüberhinaus formulierte Artikel / Informationen zu diesem Thema, z.B. wann es sich um einen Außer-Haus Verkauf handelt etc.?

Hallo,
die von Ihnen gesuchte "detaillierte Auflistung" gibt es in der Tat: Sie finden die "Liste der dem ermäßigten Steuersatz unterliegenden Gegenstände" im Anhang des Umsatzsteuergesetzes:
http://bundesrecht.juris.de/ustg_1980/anlage_2_82.html
Im Kapitel "Steuersätze"
http://www.akademie.de/direkt?pid=5106
wird auf diese Informationsquelle übrigens an prominenter Stelle hingewiesen. :-)
Viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben wünscht
Robert Chromow

Hallo,

ich werde zukünftig im Einzelhandel tätig sein. Im Dschungel zwischen 19% und 7% Umsatzsteuer bin ich auf der Suche nach der Antwort, bei welchen Waren (Bücher, Kaffee, Außer-Haus Verkäufe, etc.) ich meinen Kunden zukünftig 7% berechne und wann 19% Umsatzsteuer - gibt es dazu eine detaillierte Auflistung, Tabelle, etc. oder wer kann mir helfen?

Kurs ist gut, hat mir geholfen

Ich fand den Kurs/Ratgeber Klasse. Endlich habe ich begriffen, was meine Steuerberaterin mir seit Jahren vergeblich versucht zu erklären ...

Wir haben Ihre Kritik aufgegriffen: Inzwischen finden Sie - beispielsweise im Abschnitt zu "Meldung und Zahlung" - wie gewünscht konkrete Beispiele.

Mir fehlt eine Beispielrechnung zur Umsatzsteuerjahreserklärung

Kurs ist okay - mir fehlen jedoch konkrete Beispiele!

Gut aber nicht umfassend. Einige Rechnungsübungen wären nicht schlecht. Fehlende Fallbeispiele.

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