Gerade in kleinen und mittelständischen Betrieben herrscht oft Unklarheit darüber, was ein Mitarbeiter das Unternehmen tatsächlich kostet. Wir erläutern, wie Sie die Lohnkosten ermitteln und berechnen und was es mit den Lohnnebenkosten auf sich hat. Außerdem steht zusätzlich eine Excel-Tabelle bereit, mit der Sie ausrechnen können, was Sie ein Mitarbeiter in etwa an Gehalt kosten wird.
Lohnkosten
Die Lohnkosten (Arbeitskosten, Personalkosten) umfassen die Gesamtheit aller den Arbeitgebern im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Arbeitskräften entstehenden Aufwendungen. Also im Wesentlichen die Kosten:
der Einstellung (Anwerbung, Auswahl),
der Umsetzung (Einarbeitung, Ausbildung),
des laufendenden Betriebes (Lohn, Gehalt) und
der "Freisetzung" (Abfindung, Überbrückung).
Die Lohnkosten setzen sich dabei zusammen aus:
dem direkten Personalaufwand (= direkte Lohnkosten) und
dem indirekten Personalaufwand (= Lohnnebenkosten oder Personalzusatzkosten).
Die direkten Lohnkosten sind die Ihren Arbeitnehmern zustehenden Vergütungen aus den Arbeits- und Anstellungsverträgen für die vertraglich zu erfüllende Arbeitsleistung. Es handelt sich dabei um:
Löhne für die gewerblichen Arbeitnehmer,
Gehälter für kaufmännische und technische Angestellte,
Vergütungen für Führungskräfte (Geschäftsführer) und
Vergütungen für Auszubildende und Praktikanten.
Lohnnebenkosten
Lohnnebenkosten sind die indirekte Kosten, die Sie Ihren Arbeitnehmern zusätzlich noch aus ihren Arbeits- und Anstellungsverträgen sowie den betrieblichen Vereinbarungen, gesetzlichen und tarifvertraglichen Vorschriften auszahlen müssen.
Zu den Lohnnebenkosten zählen u. a. die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung (Beitrag des Arbeitgebers zur Sozialversicherung eines Arbeitnehmers). Hier etwa beträgt der Anteil in der Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung jeweils 50 Prozent, in der Krankenversicherung etwas weniger. Der verbliebene Betrag muss voll vom Arbeitnehmer (Arbeitnehmeranteil) aufgebracht werden.
Sozialversicherung |
AG-Anteil |
AN-Anteil |
Gesamtbeitrag |
Rentenversicherung |
9,8% |
9,8% |
19,6% |
Krankenversicherung |
7,3% |
8,2% |
15,5% |
Pflegeversicherung |
0,975% |
0,975% |
1,95% |
Arbeitslosenversicherung |
1,5% |
1,5% |
3,0% |
Gesamtbeitrag |
19,575% |
20,475% |
40,05% |
Darüber hinaus können zusätzliche Lohnnebenkosten entstehen, z.B. durch:
Arbeitsbekleidung
Beiträge zu Berufsgenossenschaften
Fahrt- und Reisekostenerstattungen
Lohnfortzahlungen für Feiertage, Krankheit (für maximal 42 Kalendertage im Jahr)
Urlaubs- und Weihnachtsgelder
Vermögenswirksame Leistungen
Zuschläge für Mehrarbeit, Nachtarbeit oder Sonn- und Feiertagsarbeit
Treueprämien, sonstige Prämien
Wie errechnen Sie den Stundenlohn bei einem Gehaltsempfänger?
Zuerst sollten Sie den den Stundenlohn betrachten, im Anschluss die Lohn- und Lohnnebenkosten:
Bei einer 40-Stundenwoche wird das Gehalt zunächst auf ein Quartal umgerechnet (Gehalt * 3), sodass das Zwischenergebnis zunächst durch 13 Wochen und dann durch 40 Stunden geteilt werden kann:
Beispiel:
Ein Mitarbeiter erhält z.B. ein Bruttogehalt von 2.500 Euro pro Monat. Er arbeitet "normalerweise" 40 Stunden in der Woche. Wenn Sie obige Formel verwenden, erhalten Sie als Ergebnis einen Stundenlohn von 14,42 Euro (2.500*3 = 7.500; 7.500/13 = 576,92; 576,92/40 = 14,42).
Dieser Betrag ist allerdings nicht der, den Sie zu entrichten haben. Tatsächlich liegt er höher:
Tatsächliche Arbeitskosten
Wenn Sie nun alle Kosten, die mit dem Lohn zu tun haben, über ein Jahr hinweg berechnen, erhalten Sie die gesamten jährlichen Lohnkosten. Teilen Sie diese durch die im Jahr tatsächlich geleisteten Stunden, so erhalten Sie den tatsächlichen Stundenlohn.
Das Pendant zu den Lohnnebenkosten ist die rechnerische Größe "Entgelt für geleistete Arbeit", also das so genannte "Direktentgelt" oder auch der "erste Lohn". Bezieht man die Lohnnebenkosten auf den Bruttolohn, erhält man die Lohnnebenkostenquote.
Arbeitskosten je Stunde
Die Arbeitskosten je Stunde, die Sie zu zahlen haben, setzen sich aus dem direkten Stundenlohn - dem Lohn für tatsächlich geleistete Arbeit - und den anteilig verrechneten Lohnnebenkosten zusammen.
Die Arbeitskosten je Stunde gelten als ein wichtiger Indikator der internationalen Wettbewerbsfähigkeit eines Landes.
Kalkulationstabelle
Eine einfache Stundensatzkalkulation bieten wir Ihnen in Form einer Excel-Tabelle zum Download an: Einfache Stundensatzkalkulation: So viel Gehalt kostet Sie ein Mitarbeiter (25 kB).
Stundensatzkalkulation, Ausschnitt aus der Exceltabelle
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Ich bin bereits Mitglied
was ist mit arbeitgeberanteil für renten und krankenversicherung, die tauchen in der exceltabelle nicht mehr auf!
Den Arbeitgeberanteil für die Sozialversicherung finden Sie in der Exceltabelle in Zeile 18.
Mit freundlichen Grüßen
Brian E. Janssen
Redaktion akademie.de
Was ist den mit "Tatsächlicher Kalkulationsaufschlag auf Stundenlohn" gemeint?
Ansonsten echt super Tool!
Mit freundlichen Grüßen,
Mirjam
Hallo,
zu Ihrer Frage folgende Bemerkung:
der tatsächliche Kalkulationsaufschlag auf den Stundenlohn ist der Faktor,
den Sie ansetzen müssen, um vom Stundenlohn auf den zu berechnenden Lohnsatz
zu kommen, um sowohl die Kosten zu decken, als auch einen Gewinn zu
erzielen!
Mit freundlichen Grüßen
Ellenrieder
Hi,
ich habe das Angebot einer Freelance Tätigkeit bekommen und nun wird von mir erwartet, dass ich meinen Tages- oder Stundensatz angebe. Ich bin Hochschulabsolvent mit einjähriger Berufserfahrung. Festangestellte, die einen ähnlicher Tätigkeit nachgehen, erhalten 3000Euro Brutto. Mein Tagessatz, wenn ich davon ausgehe ca. 15 Tage im Monat zu arbeiten müsste sich als summiert daran orientieren. wie gehe ich nun vor?
Vielen DAnk für Ihre Hilfe!
Mit freundlichn Grüßen,
L. Beyhl
Guten Tag,
wie Sie konkret vorgehen, lesen Sie hier: http://www.akademie.de/direkt?pid=5382
Besten Gruß,
Redaktion akademie.de
Wie hoch sind die Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber für Studenten?
Hallo,
alles, was Sie zur Versicherungspflicht von Studierenden wissen müssen, finden Sie hier: http://www.akademie.de/direkt?pid=50352.
Besten Gruß
Was bei obigen Rechnung vergessen wurde ist der BG Anteil.
@anonym vom 29.09.2010
Der steht doch drin? Im Text heisst es: "Darüber hinaus können zusätzliche Lohnnebenkosten entstehen, z.B. durch [...] Beiträge zu Berufsgenossenschaften". Und in der Excel-Tabelle ist der Posten ebenfalls enthalten. Oder meinen Sie etwas anderes mit "BG"?
beste Grüße
Simon Hengel
Redaktion akademie.de
Hallo!
Ich weiß nicht, ob ich momentan möglicherweise einfach nur auf dem Schlauch stehe, aber warum wird überhaupt durch 13 geteilt? Das soll doch wohl die 1 Woche Urlaub im Quartal sein, welche bei 28 Urlaubstagen im Jahr anfällt. Aber der Urlaub ist doch nicht unbezahlt...
Ich hoffe, mir kann hier jemand helfen. Vielen Dank schonmal!
Beste Grüße,
Annika
Hallo auch,
würde mal stark annehmen, dass dies mit der kaufmännischen Datumsberechnung zusammenhängt. Hier wird das Jahr mit 360 Tagen gerechnet, 12 Monate a 30 Tage.
Bedeutet, dass ein Quartal 90 Tage hat, geteilt durch 7 Tage je Woche ergibt....
Naja, kaufmännisch gerundete 13 ;-)
Gruß Horschd
Is doch klar
2500 x 3 = 7500 für 3 Monate
3 Monate sind 1/4 Jahr ~ 52Wochen/4 = 13 Wochen
also
7500/13= Lohn für eine Woche ~ 576,92
576,92 / 40 Stunden pro Woche = 14,42
Gruß Ingo