öffentlich
Redaktion Druckversion

Lohnpfändung und Lohnabtretung

4.88889
(18)
Beitrag bewerten
Kommentar schreiben
Stand: 12. August 2011

Kündigungsgefahr bei Lohnpfändung?

Viele Arbeitnehmer empfinden eine Lohnpfändung als Blamage und fürchten sogar eine Kündigung. Wegen einer Lohn- oder Gehaltspfändung darf jedoch nur in Ausnahmefällen, z. B. bei einer speziellen Vertrauensstellung wie Kassierer oder Prokurist, gekündigt werden. Arbeitgeber können aber auch im Rahmen des normalen Arbeitsrechts kündigen und müssen sich dann nicht auf die Pfändung als den eigentlichen Kündigungsgrund beziehen. Tatsächlich überschätzen die meisten Arbeitnehmer jedoch die Gefahr einer Kündigung wegen einer Lohn- und Gehaltspfändung. Ein Arbeitgeber wird einen Arbeitnehmer nicht wegen einer Pfändung vor die Tür setzen, wenn er mit seiner Arbeitsleistung zufrieden ist. Wie im nachfolgenden Tipp gezeigt wird, sollte allerdings von vornherein Ärger wegen eventueller Pfändungskosten vermieden werden.

Aufwandsersatz bei Lohnpfändung gleich im Arbeitsvertrag regeln

Eigentlich hat der Arbeitgeber ja gar nichts mit der Schuldenangelegenheit zwischen dem Arbeitnehmer und dem Gläubiger zu tun - und würde sich sicherlich gerne heraushalten. Das Gesetz zwingt ihn aber zur Mitwirkung. So entstehen für ihn durch die Lohnpfändung Arbeitsaufwand und Kosten. Ist dieses nicht im Arbeitsvertrag geregelt, darf der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer dafür nichts in Rechnung stellen. Das kann leicht die Stimmung beeinträchtigen. Denn der Arbeitnehmer belastet hier den Arbeitgeber durch seine privaten Probleme mit Kosten. Um schlechte Stimmung bei einer möglichen Lohnpfändung zu vermeiden, sollte ein Zusatz im Arbeitsvertrag stehen.

Beispiel: Für die Bearbeitung einer Lohnpfändung wird dem Arbeitnehmer 1,5 Prozent der Pfandsumme als Bearbeitungskosten in Rechnung gestellt.

Wird die Lohnabtretung nicht ausgeschlossen, sollte auch diese in die Klausel mit aufgenommen werden.

Im Falle einer Lohnpfändung empfiehlt es sich, dem Arbeitgeber keine Märchen zu erzählen. Kommt später heraus, dass der Arbeitnehmer gelogen hat, stört dies das Vertrauensverhältnis. Besser ist es, entweder die Gründe für die Lohnpfändung als Privatsache zu behandeln oder die Gründe glaubwürdig darzustellen.

Mitglied werden, Vorteile nutzen!

  • Sie können alles lesen und herunterladen: Beiträge, PDF-Dateien und Zusatzdateien (Checklisten, Vorlagen, Musterbriefe, Excel-Rechner u.v.a.m.)
  • Unsere Autoren beantworten Ihre Fragen

Downloads zu diesem Beitrag

Über den Autor:

bild134809

Dr. Dietrich von Hase arbeitete nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Psychologie zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später dann als freier Fachjournalist, freier Proje ...

Newsletter abonnieren