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Selbstmarketing via eBook

Marketing-Wirkung

Selbst verfasste Bücher stellen bis auf den heutigen Tag erstaunlich unterschätzte Imageträger dar. Für Textcoach und Buchbetreuerin Dr. Sonja Klug beispielsweise sind sie ein wichtiger Teil der Unternehmenskommunikation. Selbst kleine Betriebe können ihr Marketing und ihre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit durch Publikationen wirkungsvoll unterfüttern.

In Veröffentlichungen wie "Bücher für Ihr Image" und "Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch ..." beschreibt Kluge den erfolgreichen Weg zum eigenen Sachbuch. Darin nennt sie die wichtigsten Meilensteine eines Buchprojekts und erläutert, was bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern - wie Ghostwritern, Lektoren, Verlagen oder Druckereien - zu beachten ist. Klar, dass die Publikationen der Publikationsberaterin ihrerseits ebenfalls Werbewirkung entfalten.

Beispiel: Buch wendet Konkurs ab

Die Expertin für Unternehmensbücher berichtet beispielsweise über den Coup der Traditionsfirma Bleyle, die in besseren Zeiten ihrer hundertjährigen Geschichte für ihre Matrosenanzüge berühmt gewesen war: Ein prestigeträchtiges Taschenbuch zur 'Kulturgeschichte des Matrosenanzugs' fand großen Anklang bei Kunden, Geschäftspartnern und Presse. Eingebettet in eine öffentlichkeitswirksame PR-Kampagne trug das Buch zum Anzug demnach wesentlich dazu bei, dass der damals drohende Konkurs abgewendet werden konnte.

Das generell positive Vorurteil gegenüber allem, was "schwarz auf weiß geschrieben" steht - vor allem gegenüber Büchern und ihren Schöpfern - geht noch auf die Zeiten zurück, als neue Titel aufgrund des beträchtlichen Kostenrisikos nur schwer an den kritischen Augen skeptischer Lektoren vorbei das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Die Mehrzahl der Manuskripte fristete ein Schattendasein in den Schubladen frustrierter Möchtegern-Schriftsteller. Deren einzige Hoffnung waren allenfalls Veröffentlichungen im - selbst für Unternehmen teuren - Selbstverlag.

Doch während diese Zeiten durch Digitaldruck und Book on demand längst passé sind, ist der gute Ruf von Autoren weitgehend unangetastet geblieben: Das Auftreten vermeintlich oder tatsächlich "ausgewiesener Fachleute" bei Fernseh-Talkshows, Rundfunk-Interviews, Vortragsveranstaltungen oder Podium-Diskussionen spricht dafür Bände.

Berater und Dienstleister sind "geborene Autoren"

Über die erstaunliche Wirkung der beiläufigen Erwähnung eigener Werke bei Akquisitions-Gesprächen berichten vor allem Berater und Dienstleister, deren Angebot sehr eng mit ihrer persönlichen Fachkompetenz verknüpft ist. Vergleichen Sie selbst, welche Aussage Sie mehr aufhorchen lässt:

"Wenn Sie mögen, schicke ich Ihnen gern unsere Image-Broschüre zu. Sie können ihr weitere Details zu unserem speziellen Beratungsansatz entnehmen x"

oder

"Unseren speziellen Beratungsansatz habe ich übrigens kürzlich in dem Buch 'Rat&Tat' im BusinessVerlag veröffentlicht. Dort finden Sie unter anderem viele Praxis-Beispiele: Soll ich es Ihnen zuschicken?"

Beispiel: Der Handwerksberater

Einer, der über die fruchtbare Wirkung von Marketing by Autorenschaft für seine freiberufliche Beratungstätigkeit anschaulich berichten kann, ist der Hamburger Handwerksexperte Michael Wörle: In seinem vor über zehn Jahren erschienenen Erstlingswerk "Selbstständig ohne Meisterbrief" setzte er sich kritisch mit dem deutschen Handwerksrecht auseinander und ließ dabei viele Erfahrungen aus seiner alltäglichen Beratungspraxis einfließen.

In Verbindung mit zahlreichen Tipps für Betroffene und einer nützlichen Dokumentation von Gesetzestexten und Verordnungen entwickelte sich die Nischen-Publikation nicht nur zu einem vielfach neu aufgelegten Bestseller: Ohne jede weitere Werbeanstrengung ist Berater Wörle inzwischen zum "Papst der freien Handwerker" geworden, freie Beratungs-Termine sind bei ihm Mangelware. Ein besseres Marketing-Instrument für Freiberufler kann er sich denn auch kaum vorstellen: "Selbst ohne die Einnahmen aus Verkäufen hat sich jede einzelne Arbeitsstunde an dem Buch gelohnt."

Soviel Erfolg mit ihren Büchern haben allerdings nicht viele Autoren: Selbst wer wirklich etwas zu sagen hat und sich, wie Wörle, geschickt eine wenig beackerte Publikations-Nische zunutze macht, wird seinen erheblichen zeitlichen Produktions-Aufwand in einer schnelllebigen Geschäftswelt nur selten in klingende Münze umwandeln können.

Ganz anders sieht das bei den schnellen eBooks aus: Hier kann ein Experte seine "Autor-ität" schon mit einem viel kleineren Publikations-Umfang unter Beweis stellen. Und: Wer am Schreiben erst einmal Spaß gefunden hat, kann immer noch ein "richtiges" Buch nachlegen. Schließlich macht man mit virtuellen Vorarbeiten nicht nur potenzielle Kunden oder die interessierte Öffentlichkeit auf sich aufmerksam: Auch Verlage sind immer auf der Suche nach praxisnahen Autoren.

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Über den Autor:

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Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit zwanzig Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Autor und Berater im eigenen Redaktionsbüro. Print- und Onl ...

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