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Personalführung: So entwickeln Sie Ihren eigenen Führungsstil

Ziele definieren und kontrollieren

Ein weiteres wichtiges Hilfsmittel bei der Selbstkontrolle ist die Formulierung der Ziele und zwar stets in schriftlicher Form.

Die zeitlichen Zielabschnitte zur Zielsetzung könnten sein:

  • Tagesziele

  • Wochenziele

  • Monatsziele

  • Tertial/Quartalziele

  • Jahresziele

  • Periodenziele (6-7 Jahre)

  • Lebensziele

Klare Zielvereinbarungen sind zusätzliche Motivatoren, auch für den Chef selbst. Leider reicht es nicht aus, diese Ziele einmal aufzuschreiben. Sie müssen regelmäßig den neuen Anforderungen entsprechend angepasst und korrigiert werden. Auch diese Zielanpassungen sollten immer schriftlich erfolgen.

Bei der Festlegung von Aufgaben oder der Delegation sollten sich die Führungskräfte stets zwei Notizen im Terminplaner eintragen, nämlich erstens wann eine Aufgabe aufgenommen beziehungsweise delegiert wurde und zweitens wann sie abgeschlossen sein sollte oder an welchem Tage die Beauftragten noch einmal gefragt werden sollen, wie weit die Aufgabe erledigt wurde.

Wenn die Arbeit noch nicht fertig ist, müssen die Chefs entscheiden, ob die Beauftragten dafür eine "Nachfrist" bekommen oder andere mit der Aufgabe betraut werden. Auf jeden Fall sollten es die Chefs vermeiden, allzu schnell die Aufgabe wieder selbst zu übernehmen und sich den "Klammeraffen" wieder aufzuhalsen.

Täglich sollten beispielsweise alle Vorgesetzten ihre Ziele für den kommenden Tag genau definieren. Dies können durchaus mehrere Ziele unterschiedlicher Art sein. In manchen Arbeitszusammenhängen ist es auch sinnvoll, solche Ziele wöchentlich zu definieren und entsprechend zu kontrollieren. Für den Chef wiederum ist es hilfreich, monatsweise, also beispielsweise am Monatsende die kommenden vier Wochen vorzuplanen und die wichtigsten Ziele festzulegen und ihre Zielerreichung am nächstfolgenden Monatsende zu überprüfen.

Die am weitesten verbreitete statistische Überprüfung ist der Vergleich der Monatszahlen, vielleicht verknüpft mit einer betriebswirtschaftlichen Auswertung. Insbesondere ist immer der Vergleich zum Vorjahresmonat wichtig, weil hierbei jahreszeitliche Schwankungen weitgehend neutralisiert sind. Außerdem werden in vielen Unternehmen Monatsgespräche mit den leitenden Mitarbeitern durchgeführt.

Drei oder vier Monate können zu einem Quartal oder Tertial zusammengefasst werden. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn die jahreszeitlichen Einflüsse besonders berücksichtigt werden müssen. Beim Tertial oder Dritteljahr fällt jeweils ein größerer Feiertag, wie Ostern, Pfingsten oder Weihnachten in diesen Jahresabschnitt, was beispielsweise im Einzelhandel oder bei Friseuren von besonderer Bedeutung wäre. Die Monatsumsätze mit diesen Festtagen sind dann beispielsweise höher als in "normalen" Monaten.

Die weitaus größte Bedeutung hat aber nach wie vor die Jahreszahl, beispielsweise das Jahresergebnis - nicht zuletzt aus steuerlichen Gründen. Das Jahr bietet Anlass zum Ablegen einer persönlichen Rechenschaft, ob die gesteckten Ziele und Absichtserklärungen tatsächlich erreicht beziehungsweise durchgehalten wurden und was im neuen Jahr für neue Ziele gesteckt werden sollten.

Viele betriebliche oder persönliche Entwicklungen lassen sich nicht in Jahresabständen messen oder erfassen, sondern nur in längeren Perioden, also Abschnitten von sechs oder sieben Jahren, in denen bestimmte Tendenzen erkennbar oder durchgesetzt oder vorher festgelegte längerfristige Ziele erreicht sein sollen.

Nicht selten kommt es bei langfristigen Zielen zu Ungenauigkeiten, weil der Beginn und das Periodenziel nicht genau definiert wurden. Es im Nachhinein definieren zu wollen, hilft zwar der eigenen Rechtfertigung, bringt aber in der Regel keinen Motivationsvorteil. Sinnvoll wäre es, sich selbst einmal die typische Bewerberfrage zu stellen: Was soll in einem, was in fünf, was in zehn Jahren erreicht sein,

  • zum Beispiel auf dem Gebiet der Gesundheit und körperlichen Tüchtigkeit?

  • des familiären Zusammenhalts?

  • der finanziellen Absicherung?

  • des gesellschaftlichen Engagements?

  • der wissensmäßigen und geistigen Weiterbildung?

  • der seelischen und geistlichen Entwicklung?

Gerade auch oberste Chefs und Inhaber müssen sich regelmäßig einer sorgfältigen Selbstkontrolle unterziehen.

Dabei geht es zum einem um die tägliche Selbstkontrolle der erledigten Arbeiten als auch um die längerfristige Kontrolle, die sich auf einen Betrachtungszeitpunkt von mehreren Jahren oder sogar von einem ganzen Jahrzehnt bezieht.

Verständige Vorgesetzte sollten diese Planung nicht als Einschränkung ihrer Freiheit betrachten sondern genau umgekehrt als einen Akt der Selbstbefreiung.

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Über den Autor:

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Dr. phil. Joachim von Hein wurde 1953 in Hamburg-Wandsbek geboren und ist in St. Andreasberg im Oberharz aufgewachsen und zur Schule gegangen.

Nach dem Studium der Politischen Wissenschaften, Volkswi ...

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