Wie Gründer die monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldung erledigen

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist zwar lästig - aber nicht schwierig. Wir erklären, was es dabei zu beachten gilt.

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Stand: 2. April 2014 (aktualisiert)

Unabhängig von der Höhe ihrer Umsatzsteuerschuld müssen Gründer in den beiden ersten Geschäftsjahren monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben. So ärgerlich der unverhältnismäßig hohe bürokratische Aufwand für viele Kleinunternehmer sein mag: Grund zur Steuer-Panik gibt es nicht. Wir zeigen, worauf Sie bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung achten müssen, erläutern das elektronische Meldeformular und gewinnen der Vorschrift sogar eine gute Seite ab.

Um kriminellen Machenschaften mit fiktiven Rechnungen eigens gegründeter Scheinfirmen den Boden zu entziehen, wurde vor ein paar Jahren im Zuge des "Steuerverkürzungsbekämpfungsgesetzes" eine Bestimmung in das Umsatzsteuergesetz aufgenommen, die seitdem Monat für Monat zigtausende Gründer in Atem hält: In § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG findet sich die filigrane Fiskalformulierung:

"Nimmt der Unternehmer seine berufliche oder gewerbliche Tätigkeit auf, ist im laufenden und im folgenden Kalenderjahr Voranmeldezeitraum der Kalendermonat."

Mit anderen Worten: In den beiden ersten Geschäftsjahren muss die monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldung jeweils bis zum 10. Tag des Folgemonats beim Finanzamt eingegangen sein - und zwar per elektronischer Datenübertragung via Internet.

Mehrarbeit für Gründer

Ausgerechnet in der ohnehin anstrengenden Startphase bedeutet das für viele Klein(st)unternehmen und Nachwuchs-Freiberufler zusätzliche Arbeit. Denn die monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldung ist ansonsten nur dann fällig, wenn die Umsatzsteuer-Zahllast (das ist die Differenz zwischen Umsatzsteuer-Einnahmen und eigenen Umsatzsteuer-Zahlungen) gegenüber dem Finanzamt im Vorjahr höher als 7.500 Euro war. Angesichts überschaubarer Umsätze in der Startphase erreichen anfangs nur wenige Unternehmen diese Größenordnung!

Nimmt man noch die oft hohen Vorsteuern aus Investitionen hinzu, wäre vielfach sogar die vierteljährliche Voranmeldung entbehrlich: Die tritt normalerweise erst ab einer jährlichen Umsatzsteuer-Höhe von 1.000 Euro in Kraft.

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Elster Online-Portal

Guten Abend,

ich habe nun ein Problem.
Ich habe ein Gewerbe angemeldet. Zum 16. Mai ist dieses in Kraft getreten. Ich wollte es bereits anmelden, bin derzeit jedoch noch im Aufbau und es ist erst in ein paar Tagen komplett fertig.

Trotz dessen habe ich einen kurzen Testlauf gestartet an einem Tag mit 3 Verkäufen.
Nun ist ja zum 10. Juni die erste Umsatzsteuervoranmeldung sowie Einkommensüberschussrechnung notwendig, richtig?

Ich habe mich im Elster Online-Portal angemeldet. Nun habe ich den Aktivierungscode per E-Mail bekommen, doch per Post bekommt man einen zweiten Code. Heute ist bereits der 5. Juni, deshalb habe ich Angst, es könne knapp werden.

Ich benötige ja das Online-Portal Elster für diese Voranmeldung und die EÜR.
Wie verhalte ich mich nun?

Ich bin wirklich ein bisschen verzweifelt.

Vielen Dank für Ihre Antwort! :)

Beste Grüße,

Max

Antwort: Elster Online-Portal

Hallo Max,
Ihre Steuerehrlichkeit ehrt Sie - lassen Sie sich aber bloß nicht verrückt machen! Anlass zur Verzweiflung besteht überhaupt nicht:

Wenn Sie Ihre Gewerbe angemeldet haben, Mitte Mai gestartet sind und die Finanzbehörden Ihnen bislang noch keinen Elster-Zugang zur Verfügung gestellt haben, dann haben Sie überhaupt nichts zu fürchten. Es gibt Steuerpflichtige, bei denen sich die Anlaufphase über Monate hinzieht.

Für den Fall, dass Sie trotzdem noch ein wenig beunruhigt sind, können Sie auch einfach bei Ihrem Finanzamt anrufen (oder auch einen Brief oder eine E.Mail schreiben): Dort geben Sie Ihre Steuernummer an, schildern kurz den Stand der Dinge und kündigen die erste Umsatzsteuervoranmeldung an (sobald der postalische Elster-Aktivierungscode bei Ihnen eingetroffen ist.

Und gleich noch ein Hinweis hinterher: Mit der ersten Einkommensüberschussrechnung können Sie sich sogar bis 31. Mai 2016 Zeit lassen. Bis dahin sollte der Elster-Aktivierungscode bestimmt bei Ihnen eingetroffen sein. :-)

Bis dahin helfen Ihnen möglicherweise die folgenden Beiträge weiter:

"Existenzgründung: Mit welchen privaten und betrieblichen Steuern muss ich rechnen?"
http://www.akademie.de/wissen/uebersicht-unternehmenssteuern

"Der erste Jahresabschluss als Selbstständiger"
http://www.akademie.de/wissen/selbstaendig-jahresabschluss

Alles Gute für Ihr Vorhaben und viele Grüße
Robert Chromow

Danke für die Antwort, trotzdem Hilfe nötig.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich habe dennoch noch ein Problem... evtl. ein noch größeres als zuvor:
Es gab bei uns einen Poststreik. Ich hatte den Aktivierungscode für das Elster-Portal angefordert.

Nach und nach sind nun Sendungen angekommen, welche bereits vor Monaten versandt wurden. Gestern (08. August 2015) ist nun endlich auch der Aktivierungscode angekommen.

Bisher habe ich dann natürlich Fristverlängerungen bekommen. Auch wurde mir nochmals bis Montag, den 10. August 2015 Zeit gegeben. Heute bin ich nun den gesamten Tag schon dabei, mir das Wissen sowie die Kenntnisse über das Programm von Elster anzueignen.

Ich werde das jedoch bis morgen nicht mehr schaffen.

Bin wirklich am Verzweifeln, weil ich nun einige Monate nachholen muss.

Was kann ich nun tun? Ich habe Angst, nochmals nach einer Fristverlängerung beim Finanzamt zu beten, zumal ich den Code ja dann gestern erhalten habe?

Es wäre mir eine unheimliche Hilfe und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir helfen könnten, welches Wissen ich aus dem Mitgliederbereich der Akademie mindestens benötige, damit das Finanzamt alles Nötige von mir erhält?

1. Umsatzsteuer-Voranmeldung
2. Einkommenssteuererklärung

Ist sonst noch etwas nötig?

Könnten Sie mir die Links zu den Themen bereitstellen, welche ich für die Abgabe benötige?

Ich wäre Ihnen unfassbar dankbar.

Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank für Ihre Hilfe!

Antwort: Danke für die Antwort...

Hallo Max (?),
immer mit der Ruhe - bloß keine Panik!

1.
Die Sache mit dem Poststreik können Sie dem Finanzamt notfalls plausibel machen. Die haben bestimmt schon viel schlimmere Gründerprobleme erlebt. Wichtig ist im Zweifel nur, dass Sie in Kontakt bleiben!

2.
Die Einkommensteuer können Sie vorläufig vergessen: Ihre erste ESt-Erklärung ist erst Ende Mai 2016 fällig!

3.
Für die USt-Voranmeldung brauchen Sie lediglich die Summe aller USt-Einnahmen von Ihren Kunden abzüglich aller selbst bei betrieblichen Einkäufen bezahlten Umsatzsteuer-Beträge.

4.
Eine Schritt-für-Schritt-Beschreibung aller Schritte der Datenübermittlung einer USt-Voranmeldung finden Sie z.B. auf der Seite
http://www.akademie.de/wissen/steueranmeldung-steuererklaerung-elster-si...

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Korrektur von Quartal auf monatlich möglich?

Sehr geehrter Herr Chromow,
ich habe zum 1.9. gegründet und folglich Anfang Oktober meine erste Umsatzsteuervoranmeldung abgegeben. Da ich in den Monaten vor der Gründung auch Vorgründungskosten hatte und der erste Geschäftsmonat zufällig mit dem Quartalsende zusammenfiel, habe ich am 5.10. meine erste Umsatzsteuervoranmeldung zusammengefasst für 7/8/9, also für Quartal 3 abgegeben. Meinem Sachbearbeiter habe ich den Grund für die "kumulierte" Voranmeldung schriftlich mitgeteilt, mit der Info ab dem Folgemonat dann wie gefordert monatliche Voranmeldungen einzureichen.

Das Finanzamt hat die entsprechende Erstattung auch auf mein Konto überwiesen - parallel kam aber ein Bescheid, dass die eingereichte Voranmeldung für das Quartal nicht anerkannt wird, ich hätte die Voranmeldung monatlich einzureichen.

Wie gehe ich nun technisch vor? Ich arbeite mit Elster-Zertifikat. Kann ich im System die Quartalsvoranmeldung löschen und stattdessen die Einzelmonate eingeben? Funktioniert das über die Option "berichtigte Voranmeldung"? Oder wie gehe ich vor, damit ich nicht noch mehr Verwirrung reinbringe?

Über eine kurze Info würde ich mich freuen.
L. Widmann

Antwort: Korrektur von Quartal auf monatlich möglich?

Hallo L. Widmann,
am einfachsten wäre es aus meiner Sicht, beim Finanzamt anzurufen und die Sache kurz mit Ihrem Sachbearbeiter zu besprechen. Da die Erstattung ja wunschgemäß erfolgt ist, vermute ich, dass das Schreiben automatisch erzeugt wurde und sich nur auf die Zukunft bezieht.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Klarstellung des Bundesfinanzministeriums

Guten Tag Herr Chromow,

Ich würde gerne die Klarstellung des Ministeriums lesen aber irgendwie konnte ich es nicht online finden. Hätten Sie möglicherweise ein link?

Mit freundlichen Grüssen,

Stefan

Antwort: Klarstellung des Bundesfinanzministeriums

Hallo Stefan,
das im Beitrag erwähnte BMF-Schreiben steht nicht mehr zum Download bereit. Inhaltlich haben die genannten Klarstellungen aber Eingang gefunden in Abschnitt "18.7. Abgabe von Voranmeldungen in Neugründungsfällen" des aktuellen Umsatzsteueranwendungserlasses
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben... (PDF, 5,6 MB)

Viele Grüße
Robert Chromow

Umsatzsteuervoranmeldung

Hallo,
ich habe gestern meine Steuernummer als Freiberufler (nicht Umsatzsteuerbefreit) erhalten. Ich erwarte mindestens in diesem Monat keine Umsätze. Wann muss die erste Umsatzsteuervoranmeldung geschehen und wann die EÜR?
Vielen Dank
Achim Reiprich

Ach, und ...

die EÜR wird eigentlich bis Mai 2014 fällig. Aufschub ist aber möglich. Sorry, das hatte ich vergessen.

S.H.

Keine Ausgaben?

Hallo Herr Reiprich,

Glückwunsch zum Start als Unternehmer.

Die erste Umsatzsteuervoranmeldung müssen Sie bis zum 10. 7. abgeben, auch wenn Sie noch keine eigenen umsatzsteuerpflichtigen Umsätze haben (und das Finanzamt angesichtIhrer Umsatzerwartung wohl noch nicht gleich die Steuerfahndung schickt ... ).

Aber es macht auch aus Ihrer Sicht vermutlich Sinn, das Formular abzuschicken: Auch wenn Sie noch keine Rechnungen ausgestellt haben - haben Sie auch keine bezahlt seit dem Tag der Abgabe Ihres Erfassungsbogen auf dem Finanzamt? Oder haben Sie noch Belege für geschäftliche Ausgaben - Bürobedarf, Telekommunikatonskosten (evlt. anteilig), Webdesigner, Vistenkarten, Fachliteratur - was immer? Solche Ausgaben enthalten ja auch Umsatzsteuer, die Sie zusammenaddieren und dem Finanzamt einreichen sollten. Das ist ja schließlich Geld auf Ihrem Konto.

Noch ein Hinweis: Bis August müssen Sie eine Elster-Signatur haben.
http://www.akademie.de/wissen/steueranmeldung-steuererklaerung-elster-si...

Für Ausgaben, die vor der Abgabe des Erfassungsbogen liegen, also Gründungsvorlaufkosten, können Sie die Umsatzsteuer leider nicht zurückholen. Wohl aber können Sie diese Ausgaben bei der Einkommensteuer bzw. Gewinnermittlung, die irgendwann ja fällig wird, berücksichtigen, also auch hier Belege und Rechnungen aufheben.
http://www.akademie.de/wissen/vor-gruendung-quittungen-betriebsausgaben

Viel Erfolg wünscht

Ihre akademie.de-Redaktion
Simon Hengel

Ausgaben vorhanden

Hallo, vielen Dank für den guten Beitrag. Wie sieht es denn als Neugründer aus, wenn man im Juli keine Umsätze erzielte, aber Ausgaben mit Vorsteuerabzug geltend machte.

Überweist das FA dann die geltend gemachte Vorsteuer zum 10. August auf das eigene Bankkonto? Oder wird das quasi "aufgehoben" und später einfach weniger abgezogen?

Vielen Dank für Ihre kompetente Hilfe!

Finanzamt überweist

hallo,

wenn Ihre Umsatzsteuervoranmeldung "negativ" ausfällt, also mit einer Zahllast zu Ihren Gunsten, weil Sie mehr Umsatzsteuer bezahlt als Vorsteuer eingenommen haben, dann bekommen Sie die Differenz vom Finanzamt überweisen. Zwar nicht unbedingt bis zum 10. des Folgemonats - bis dahin müssen ja nur Sie die UStVA übermittelt haben, aber doch normalerweise relativ zeitnah.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Taxi-Konzession

Hallo,

ich will demnächst einen Taxi-Konzession übernehmen...Jemand wird für mich die ganze Arbeit übernehmen (verwalten), und dafür werde ich von ihm um 1100 Euro netto bekommen.(ich brauche um nicht zu kümmern).
Parallel zu dieser Taxi-Betrieb übe ich kein andere Tätigkeit.

Ich hätte gern von Ihnen daß Sie mir ungefähr sagen wie hoch ist die Nachzahlung bei die Steuererklärung bei Finanzamt die auf mich zukommen kann gemäß folgen Daten:
Mein Status: Verheiratet
Taxi-Betrieb Brutto Monatlich: 6000 €
Jährlicher Einkommen vom meine Ehefrau: 40.000 €

Haben Sie vielen Dank für Ihre Hilfe

Otmann

Mit freundlichem Gruß

Nachzahlumg

Die Nachzahlung bei Steuerstraftaten besteht in Gefängnis (siehe Uli Höneß)

Antwort: Nachzahlumg

Guten Tag,
ich weiß nicht, worauf sich Ihr Kommentar bezieht. Falls Sie sich auf die vorhergehende Leseranfrage zu Problemen mit dem Elster-Portal beziehen, haben Sie die Berichterstattung zum Thema Uli Hoeneß missverstanden: Wenn ein Kleingewerbetreibender seine erste Umsatzsteuervoranmeldung ein paar Tage zu spät abgibt und das Finanzamt vorher darüber informiert, droht ihm ganz gewiss keine Gefängnisstrafe.
Viele Grüße
Robert Chromow

Antwort: Taxi-Konzession

Hallo Herr Otmann,
vorweg: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Selbst eine allgemeine Einschätzung fällt mir schwer, weil ich Ihr Anliegen leider nicht ganz verstanden habe: Der Zusammenhang zwischen Ihrem Netto(?)-Einkommen in Höhe von 1.100 Euro und dem monatlichen Bruttoumsatz des Taxis ist mir unklar. Ist damit womöglich gemeint, dass Sie eine Art "Strohmann" spielen sollen?

Abgesehen davon: Um Ihre Einkommensteuerbelastung auch nur annähernd schätzen zu können, brauchen Sie nicht den Bruttoumsatz des Gewerbebetriebs, sondern den zu versteuernden Gewinn bzw. den Einnahmenüberschuss (Netto-Einnahmen minus Betriebsausgaben).

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Umsatzsteuererklärung

Hallo,

ich habe bei meiner Umsatzsteuervoranmeldung im Juli 2012 einen Buchungsfehler festgestellt. Es handelt sich um ca. 30 Euro zu meinen Gunsten.
Jetzt meine Frage:
Soll ich die Umsatzsteuervoranmelung vom Juli nun nachträglich berichtigen? Oder den Fehler in der Umsatzsteuerjahreserklärung berichtigen? (Die ich noch nicht gemacht habe).
Wenn ja, muss ich den Fehlbetrag in Feld 89 eintragen oder direkt bei Feld 108 dazu addieren?

Ich freue mich auf Hilfe.
Vielen Dank im Voraus

Dana Winter

Antwort: Umsatzsteuererklärung

Hallo Frau Winter,
eine Voranmeldungsberichtigung ist bei einem solch geringen Betrag nicht erforderlich: Sie machen einfach die Jahres-Umsatzsteuererklärung mit den tatsächlichen Umsatzsteuereinnahmen und Vorsteuerbeträgen und ziehen davon die bereits geleisteten Voranmeldungs- und Sondervorauszahlungen ab.

Übrig bleibt eine Abschlusszahlung (die Sie unaufgefordert ans Finanzamt überweisen) bzw. ein Erstattungsanspruch (den Sie vom Finanzamt überwiesen bekommen).

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank!

Herzliche Grüße
Dana Winter

Jahresberichtigung der Umsatzsteuer-Voranmeldung

Hallo Herr Chromow,

wir haben für unsere GbR jeden Monat brav unsere USt.-Voranmeldungen abgegeben. Jetzt sind mir bei der Prüfung ein paar Fehler aufgefallen, insg. in 4 Monaten., alle zu unseren Gunsten. In einem davon haben wir ausversehen ein Bruttobetrag statt Nettobetrag eingetragen, was schon ein paar € sind die uns zustehen.
Muss ich jetzt für jeden Monat eine einzelne berichtigte Anmeldung abgeben, oder kann ich das auch in der Jahresabrechnung tätigen? Und wenn ja, wie bzw. wo?
MfG Hendrik

Antwort: Jahresberichtigung der Umsatzsteuer-Voranmeldung

Hallo Hendrik,
ja, eine Art "Jahresabrechnung" gibt es in der Tat. Sie nennt sich Umsatzsteuererklärung und ist in jedem Fall erforderlich. Dabei geben Sie die Summe der von Ihnen im Vorjahr eingenommenen Umsatzsteuerbeträge an (getrennt nach verschiedenen Steuersätzen).
Davon ziehen Sie die an Lieferanten und Dienstleister bezahlten Vorsteuern ab (das ist der in Ihren Einkäufen enthaltene Umsatzsteuer-Anteil).
Die so ermittelte Gesamt-Umsatzsteuerschuld mindern Sie noch um die im Zuge Ihrer Umsatzsteuervoranmeldungen im Vorjahr bereits ans Finanzamt geleisteten Umsatzsteuerzahlungen und eine eventuell geleistete Sondervorauszahlung. Unterm Strich ergibt sich eine verbleibende Zahllast oder - wie vermutlich in Ihrem Fall - ein Erstattungsanspruch gegenüber dem Fiskus.

Tipp: Falls Sie noch kein Programm für die Umsatzsteuererklärung haben, können Sie die kostenlose amtliche Software "ElsterFormular"
https://www.elster.de/elfo_home.php
dafür verwenden. Damit lassen sich auch andere Steuererklärungen und -anmeldungen ans Finanzamt übermitteln.

Viel Erfolg und alles Gute
Robert Chromow

keine Kleinunternehmerregelung mehr?

Hallo Herr Chromow,

ich habe gerade den Artikel gelesen, es hört sich für mich so an als ob es die Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmer nicht mehr gibt.

Verstehe ich das richtig?

Freundliche Grüße

Antwort: keine Kleinunternehmerregelung mehr?

Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Nachfrage. Ihre Befürchtung trifft zum Glück nicht zu. Im Text heißt es zu diesem Thema:

"Umsatzsteuerbefreite Kleinunternehmer gemäß § 19 Umsatzsteuergesetz, Land- und Forstwirte sowie andere Unternehmer mit ausschließlich steuerfreien Umsätzen sind nicht von dieser Vorschrift betroffen."

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Simon,
danke für das nette Feedback! Zu Ihren Fragen:
1. Nein, Belege oder sonstige Nachweise brauchen Sie nicht vorzulegen (weder per Post noch via Elster). Sie müssen die Unterlagen bei Prüfungen aber selbstverständlich vorlegen können. Der Fiskus vertraut Selbstständigen und Unternehmern: Die nehmen dem Finanzamt bei Licht betrachtet ja auch die Arbeit ab, indem sie die Umsatzsteuer bei ihren Kunden einkassieren ...
2. Die Option "Berechtigte Anmeldung" lautet genau genommen "Berichtigte Anmeldung" und dient genau diesem Zweck: Falls Sie versehentlich eine fehlerhafte Voranmeldung übermittelt haben, können Sie auf diese Weise die Korrektur verschicken.
Alles Gute, viel Erfolg und schöne Grüße
Robert Chromow

Hallo.
Erstmal danke für den tollen Beitrag. Hat mir sehr geholfen.
Ich bin gerade dabei mich nebenher selbstständig zu machen und muss jetzt nächten Monat meine erste Vorsteueranmeldung machen. Ich hab bis jetzt noch keine Einnahmen gehabt. Aber für die Entwicklung habe ich schon einige Ausgaben gehabt. Meine Frage ist jetzt nun, ob ich für die Ausgaben nicht einen Nachweis erbringen muss ? Sonst könnt man ja alles angeben !?
Wenn ich Nachweise bringen muss, kann ich die auch direkt mit Elster übermitteln (evtl. im PDF Format)?
Können sie mir darüber hinaus nach sagen für was das Kästechen oben im Formular ("Berechtigte Anmeldung") ist ?

Vielen Dank vorab.
Grüße,
Simon

Hallo, ob das "so richtig" ist, kann ich nicht beurteilen - allenfalls vermuten, dass das Finanzamt Ihren Unternehmerstatus anzweifelt und Ihnen rückwirkend "Liebhaberei" unterstellt. Am besten holen Sie sich Einzelfallunterstützung bei einem Steuerberater.
Viel Erfolg und alles Gute
Robert Chromow

Hallo, ich habe nun 1 Jahr lang die vorsteueranmeldung gemacht und entsprechend monatliche Erstattungen vom Fianzamt erhalten, ich hatte jedoch im ersten Jahr keinen Gewinn und nur sehr geringe Einnahmen.
Nun bekam ich eine Umsatzsteuererklärung vom Finanzamt indem ich die erhaltene (vom Finanzamt erstattete Umsatzsteuer) zurückzahlen soll.
Ist das so richtig? Ich hatte ja definitiv Ausgaben, muss ich den Betrag zahlen?
Vielen Dank.

Hallo Herr Chromow,
vielen Dank! Sie haben mir wirklich sehr weiter geholfen! Toll, dass es Sie und Ihre Site gibt!
Den Online-Shop bekomme ich auch noch zum Laufen, ich habe hier lediglich ein Fakturierungsproblem (erstellt Rechnungen ohne fortlaufende Rechnungsnummer). Um die umständliche manuelle Rechnungsstellung umgehen zu können, habe ich ein Shop-kompatibles Warenwirtschaftssystem gefunden ... leider lässt die Kompatibilität jedoch noch zu wünschen übrig, aber sicher ist es nur ein vergessener "Haken" irgendwo. Zeitlich drängt es nicht, da ich derzeit außerdem noch auf die Kontobestätigung eines neuen Online-Kontos warte. Zur besseren Übersicht habe ich hier ein neues Konto beantragt, welches ich auch dem FA (Erfassungsbogen) mitteilen möchte.
Danke nochmals und viele Grüße,
Kerstin Fuchs

Hallo Frau Fuchs,
keine Sorge: Das wird alles nicht so heiß gegessen, wie's mancherorts gekocht wird. Die Voranmeldung für April ist ja erst am 10. Mai fällig. Wenn Sie am 30.3. gestartet sind und im März noch keinen Einnahmen hatten, wird Ihnen das Finanzamt bestimmt keinen Strick daraus drehen, dass Sie die Vorsteuer aus Ausgaben der beiden Märztage in der Umsatzsteuervoranmeldung für April geltend machen. Warum auch - die "verspätete" Vorsteuererstattung geht ja zu Ihren eigenen Lasten. :-)
Alles halb so wild - der funktionierende Online-Shop ist _viel_ wichtiger.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

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