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Microsoft Project 2003

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Stand: 21. September 2006

Vorgänge

Verknüpfungen von Vorgängen

Anordnungsbeziehungen bzw. Vorgangsverknüpfungen spiegeln den Sachverhalt wieder, in dem die Vorgänge voneinander abhängen. Dazu setzen Sie Vorgänge zueinander in Beziehung.

Dies erfolgt in Microsoft Project, in dem Sie jedem Vorgang die Vorgänge zuordnen, die in bestimmter Weise Voraussetzung für die Erledigung sind. Hierbei werden die Begriffe Vorgänger und Nachfolger in Microsoft Project verwendet.

Der Vorgang, von dem ein anderer Vorgang abhängt, ist der Vorgänger dieses Vorgangs. Der Vorgang, dessen Anfang oder Ende von einem anderen Vorgang abhängt, heißt Nachfolger.

Vorgänger erfassen

1. Markieren Sie in der Spalte Vorgänger die Zelle des Vorgangs, dem Sie einen Vorgänger zuordnen möchten.

2. Geben Sie die Zeilennummer des Vorgangs ein, der Vorgänger ist. Wenn ein Vorgang mehrere Vorgänger hat, tragen Sie die Zeilennummern dieser Vorgänge getrennt durch Semikolon ein.

Wenn ein Vorgang mehrere Vorgänger hat, tragen Sie die Zeilennummern dieser Vorgänge getrennt durch Semikolon ein.

3. Drücken Sie die Enter-Taste.

Sie sehen im Balkendiagram, dass die Verknüpfung beider Vorgänge mit einem Pfeil angezeigt wird.

Beispiel:

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Der Vorgang in der Zeile 3 "Themenbereich erstellen" kann erst nach der Beendigung des Vorgangs in der Zeile 2 "Projektplan erstellen" anfangen. Um dies in Microsoft Project abzubilden, wird die Zahl 2 in der Zeile 3 als Vorgänger eingegeben. Im Balkendiagramm ist die Verknüpfung der Vorgänge 2 und 3 nun sichtbar.

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Diese Art der Verknüpfung - wenn der eine Vorgang endet, beginnt der nächste Vorgang - wird als eine Ende-Anfang-Beziehung (EA) bezeichnet.

Die Ende-Anfang-Beziehung (EA) zwischen Vorgängen kann auch über die Symbolleiste erzeugt werden.

Vorgänger zuordnen

Markieren Sie die zu verknüpfenden Vorgänge.

Wenn Sie die Taste Strg gedrückt halten, können mehrere Vorgänge markiert werden. In der Reihenfolge des Markierens werden die Vorgänge in Abhängigkeit gebracht.

Klicken Sie in der Standardsymbolleiste die Schaltfläche Vorgänge verknüpfen an.

Eine Verknüpfung lässt sich wieder lösen durch Anklicken der Schaltfläche Vorgangsverknüpfungen entfernen. Alternative: Löschen des Inhalts in der Spalte Vorgänger.

Neben der Ende-Anfang-(EA)-Verknüpfung können Vorgänge auch noch anders über die Anfangstermine und Endtermine verknüpft werden.

Diese weitergehenden Verknüpfungen werden entweder über die bereits bekannte Funktion "Informationen zum Vorgang" eingegeben oder direkt in der Spalte Vorgänger oder Nachfolger.

Öffnen Sie das Fenster Informationen zum Vorgang über einen Doppelklick auf die Vorgangszeile und wechseln dann auf die Registerkarte Vorgänger.

Alle Vorgänger dieses Vorgangs werden angezeigt und in der Spalte Art kann die gewünschte Vorgangsart s.u. ausgewählt werden. In der Spalte Zeitabstand kann dann ein positiver oder negativer Zeitabstand zum jeweiligen Vorgänger bestimmt werden.

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Im Folgenden sind alle Verknüpfungsmöglichkeiten aufgelistet:

Ende-Anfang (EA)

Vorgang B kann erst anfangen, wenn Vorgang A abgeschlossen ist.

Anfang-Anfang (AA)

Vorgang B muss starten, wenn Vorgang A begonnen hat.

Ende-Ende (EE)

Vorgang B muss beendet werden, wenn Vorgang A zu einem Ende gekommen ist.

Anfang-Ende (AE)

Wenn Vorgang A anfängt, muss Vorgang B beendet sein.

Beispiel:

Im Folgenden sehen Sie ein Beispiel aus der Softwareentwicklung mit möglichen Vorgangsverknüpfungen für Ende-Ende-Beziehungen bzw. Anfangs-Anfangsbeziehungen.

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Der Vorgang 22 "Festlegen der Hard- und Software" muss beginnen, wenn der Vorgang 21 "Konzipieren der Datenermittlung/-erfassung" anfängt, also eine Anfang-Anfang-(AA)-Verknüpfung.

Der Vorgang 23 " Entwickeln des Realisierungsplans " endet, wenn der Vorgang 22 "Festlegen der Hard- und Software" beendet ist, also eine Ende-Ende-(EE)-Verknüpfung.

Zwischen verknüpften Vorgängen ist ein Zeitabstand möglich. Dazu wird zu der Angabe des Vorgängers Zeitabstand addiert bzw. subtrahiert.

Spalte Vorgänger

Funktion

2

Der Vorgang kann erst nach dem Ende von Vorgang 2 beginnen.

2;3

Der Vorgang kann erst nach dem Ende von Vorgang 2 und nach dem Ende von Vorgang 3 beginnen.

2EA-1t

Einen Tag vor dem Ende von Vorgang 2 muss der Vorgang beginnen.

2AA

Der Vorgang muss beginnen, wenn der Vorgang 2 anfängt.

2;3AA

Der Vorgang kann erst nach Ende von Vorgang 2 und gleichzeitig mit dem Anfang von Vorgang 3 beginnen.

5EE

Der Vorgang muss enden, wenn der Vorgang 5 endet.

3AA+3t

Der Vorgang muss 3 Tage nach dem Anfang von Vorgang 3 beginnen.

4AA+40%;3EA+3t

Wenn 40% von Vorgang 4 durchgeführt sind, muss dieser Vorgang beginnen. Außerdem muss Vorgang 3 schon 3 Tage beendet sein.

Bei einfachen Ende-Anfang-Beziehungen (EA) genügt die Angabe des Vorgängers bzw. der Vorgänger. Liegt bei den Vorgängen, die über die Ende-Anfang-Beziehung verknüpft sind, ein Zeitabstand, ist beim Vorgänger die Verknüpfungsart EA mit anzufügen. Beispiel: 2EA-1t

Wir empfehlen Ihnen, nie Verknüpfungen mit Sammelvorgängen zu definieren. Dies ist zwar möglich, führt aber zu einer Unübersichtlichkeit.

Verknüpfen Sie Vorgänge stets auf der unteren Gliederungsebene. Ist diese Bedingung erfüllt, gilt für die Vorgänge der unteren Gliederungsebene: Kein Vorgang ist i.d.R. ohne Vorgänger oder Nachfolger, mit zwei Ausnahmen: Der erste Vorgang besitzt keinen Vorgänger und der letzte Vorgang hat keinen Nachfolger.

Für alle Vorgänge lässt sich korrekt der Puffer bzw. der kritische Pfad errechnen.

Für eine Kontrolle, ob alle Vorgänge miteinander verknüpft wurden, wird empfohlen, die Spalte Nachfolger einzublenden. Diese gibt den Vorgang an, der nach diesem Vorgang beginnt.

Einfügen Spalte (Nachfolger)

Markieren Sie die Spalte Ressourcennamen.

Wählen Sie aus dem Menü Einfügen den Befehl Spalte aus.

Oder drücken Sie die Taste Einfg.

In dem Fenster Definition Spalte wählen Sie aus der Liste Feldname das Feld Nachfolger aus.

Klicken Sie auf OK.

Die Spalte Nachfolger wird vor der Spalte Ressourcenname eingefügt.

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Nun kann die Kontrolle erfolgen: Prüfen Sie, ob alle Vorgänge wie oben beschrieben einen Nachfolger bzw. einen Vorgänger haben.

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