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Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb

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Stand: 26. April 2013

Die Grundausstattung: Was Sie für den Start brauchen und wie Sie es beschaffen

Papier ist geduldig: Briefbögen & mehr

Ein sogenannter Kopfbogen gehört zur Grundausstattung jedes Selbstständigen. Sieht man einmal von der Angabe des Namens und der Anschrift ab, gibt es keine allgemeinen gesetzlichen Vorschriften über Inhalte und Gestaltung von Briefbögen. Wie Sie Ihren eigenen Vordruck so gestalten, dass er möglichst vielseitig verwendbar ist, erläutert der folgende Praxistipp.

Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: Für sporadische nebenberufliche Honorartätigkeiten oder den unregelmäßigen Onlinehandel brauchen Sie keine vierfarbigen Briefbögen oder ähnliche Geschäftspapiere. Schwarz-Weiß-Ausdrucke per Computer mit vollständiger Namens- und Adressangabe reichen völlig. Sogar Handschriftliches ist im Geschäftsleben nach wie vor anzutreffen.

Zwar gibt es (gleich mehrere!) DIN-Normen über die Elemente und Aufteilung eines Briefbogens – die sind jedoch nicht verbindlich und werden auch von Geschäftsleuten vielfach schlicht ignoriert. Sieht man einmal von der (Absender-)Angabe des Namens und der Anschrift des Einzelunternehmers oder Freiberuflers ab, fehlen allgemeine gesetzliche Vorschriften über Inhalte und Gestaltung von Geschäftsbriefen völlig. Einzige bedeutsame Ausnahme: Wird bei Rechnungen Umsatzsteuer ausgewiesen, müssen ganz bestimmte Formerfordernisse erfüllt werden. Einzelheiten finden Sie im Rechnungs-Kapitel dieses Kurses.

Handarbeit

Wenn Sie Unterstützung bei der eigenhändigen Erstellung von (Geschäfts-)Briefen suchen, deren Adressfeld in die üblichen Fensterumschläge passt, dann empfehlen wir Ihnen unsere Kurzanleitung "Fensterbriefe mit MS Word und OpenOffice-Writer". Dort stellen wir Ihnen auch einige Mustervorlagen zum Download bereit.

Weitergehende Gedanken über ein professionelles Erscheinungsbild sind dann sinnvoll, wenn Sie dauerhaft am Markt auftreten, neue Kundenkreise ansprechen und Ihre Dienstleistung oder Ihre Produkte auch optisch besonders ansprechend verkaufen wollen.

Praktischer Multifunktionsvordruck

Beispiel für einen MultifunktionsvordruckWer sich von einer Druckerei einen Standard-Kopfbogen erstellen lässt, kann den normalerweise nur für (einseitige) Geschäftsbriefe verwenden: Denn etwa ein Viertel bis ein Drittel der Seite ist am oberen Rand mit Logo, Unternehmensdaten und Absenderangaben im Adressfeld ausgefüllt. Wesentlich flexibler sind Sie mit rechts abgesetztem Logo und schmalem Infoblock am Seitenrand:

Wenn Sie auf ein zentriertes Logo und die gängige Absenderangabe im Adressfeld verzichten, können Sie einen solchen Bogen nicht nur für Briefe, sondern auch für ganzseitige Berichte, Produkt- und Dienstleistungsbeschreibungen etc. nutzen.

Noch etwas universeller verwendbar wird dieser Vordruck, wenn er nur Ihr Logo und einen farblich oder gestalterisch abgesetzten Rand aufweist. Die erforderlichen Kontaktdaten werden dann von Fall zu Fall mit ausgedruckt. Eine solche neutrale Vorlage kann man sogar für Flyer und Aushänge nutzen, die in geringeren Auflagen ad hoc erstellt werden. Das ist etwa bei Sonderaktionen, Messen oder Veranstaltungen sinnvoll, bei denen Sie das Laufpublikum mit aktuellen Informationen versorgen wollen.

Folder, Flyer, Imagebroschüren

Während ordentliche Briefbögen und Visitenkarten unverzichtbar sind, kann auf anspruchsvollere schriftliche Selbstdarstellungen in Form von Faltblättern oder gar Imagebroschüren in vielen Fällen zunächst verzichtet werden.

Wer sich nicht gerade an ein Massenpublikum richtet oder höhere Firmenetagen mit Hochglanzpublikationen beeindrucken muss, steckt die Zeit und Energie in vielen Fällen besser in eine handwerklich gut gemachte und laufend aktualisierte Internetpräsenz. Billiger als teure Drucksachen auf Halde zu produziere ist das allemal.

Denn anders als die "Einsteigerdrogen" Briefbogen und Visitenkarte gehen mehrseitige Druckerzeugnisse richtig ins Geld. Außerdem liegt erfahrungsgemäß ein viel zu großer Teil dauerhaft ungenutzt in verwaisten Bürowinkeln. Und wenn sie wirklich dringend benötigt werden, dann sind wichtige Angaben überholt.

Das spricht nicht gegen den Einsatz ausführlicher Informationsmaterialien. Im Zweifel sollten sie jedoch punktgenau für spezielle Anwendungsfälle und Anlässe produziert werden. Am besten sammeln Sie mit kleinen Auflagen Erfahrung, die Sie im Digitaldruck herstellen lassen. Dabei sind die einzelnen Exemplare zwar etwas teurer, unterm Strich sparen Sie jedoch viel Geld.

Preise und Bezugsquellen

Die Preise für die Drucksachen selbst halten sich im Übrigen in Grenzen: Ein paar Hundert farbige A4-Vordrucke plus passende Visitenkarten sind zusammen schon für unter 100 Euro (im Digitaldruck) und knapp 200 Euro (im Offsetdruck) zu haben.

Online-Druckereien und Komplettpakete

Anhaltspunkte für die Größenordnung von Druckkosten finden Sie zum Beispiel bei flyeralarm.com, printweb.de, diedruckerei.de, printplanet.de oder vistaprint.de.

Und noch ein Tipp: Wenn Sie bei ortsansässigen Druckereien nach Preisen fragen, dann lassen Sie sich dort Empfehlungen für die Gestaltung der Druckvorlagen und die Logo-Entwicklung geben. Oft helfen diese Dienstleister Jungunternehmern kostenlos oder zu günstigen Konditionen weiter. Schließlich sind Sie ein Neukunde, der in der Zukunft Folgeaufträge zu vergeben hat.

Mit ein paar Überlegungen zur Gestaltung und zu den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Visitenkarte können Sie Ihre Papierform optimieren.

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Über den Autor:

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Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit zwanzig Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Autor und Berater im eigenen Redaktionsbüro. Print- und Onl ...

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