Marketing: Kunden finden
Die große weite WWWelt
Homepage, E-Mails, Weblog, Networking, Newsletter,Bannerwerbung: Das Internet stellt unendlich viele Werbe- und Kontaktkanäle bereit. Wir zeigen, welche davon für nebenberuflich Selbstständige sinnvoll sind und helfen Ihnen dabei, die "Internet-Werbetrommel" zu rühren.
Ein - besonders im Vergleich zu Printerzeugnissen - schnelles, kostengünstiges und vor allem flexibles "Propaganda-Werkzeug" ist die eigene "Homepage". Eine Internet-Präsenz auf die Beine zu stellen, gelingt technisch, dank moderner WYSIWYG-Editoren wie Frontpage, Dreamweaver, GoLive oder dem kostenlosen CompoZer inzwischen selbst Programmierlaien. Web-Baukästen wie Google Sites oder dem WebsiteCreator von Massenprovider 1&1 klappt das sogar fast ganz ohne HTML-Kenntnisse.
Auch beim Einsatz von Weblog-Diensten wie blogger.com, Weblog-Software wie WordPress oder einfachen Content-Management-Systemen wie CMSimple kommen Sie weitgehend ohne Programmierkenntnisse aus.
Schritt für Schritt ins Netz
Wie Sie eigenhändig Mini-Websites erstellen und sie anschließend schnell und einfach ins Netz bringen, erklärt Lorenz Hölscher in seinem Grundlagenkurs "Ihre Visitenkarte im Internet".
Sie möchten sich darüber hinaus die Grundlagen der Internet-"Programmiertechnik" aneignen? Dann legen wir Ihnen die akademie.de-Rubrik HTML&CSS ans Herz: Dort finden Sie zahlreiche Grundlagenkurse und bewährte Praxistipps!
Bevor es an die konkrete, technische Umsetzung geht, sollten Sie sich aber erst einmal über das Ziel Ihrer Online-Publikation und das Interesse Ihrer Besucher klar werden. Besonders wichtig für nebenberuflich Selbstständige: Nehmen Sie sich nicht zu viel vor! Beginnen Sie ruhig mit einer Web-Visitenkarte aus drei bis fünf Seiten, auf der Sie sich, vor allem aber Ihre Produkte oder Dienstleistungen kurz vorstellen.
Wie so oft: Weniger ist mehr!
Legen Sie dabei den Schwerpunkt auf die Besuchersicht: Fragen Sie sich: An welchen Informationen sind meine potenziellen Kunden interessiert? Sofern vorhanden und möglich, verweisen Sie auf Referenzprojekte. Dabei kommt es weniger auf Vollständigkeit als vielmehr darauf an, mit vorbildlichen Lösungen für die unterschiedlichen Problem- oder Bedürfnislagen von Interessenten aufwarten zu können.
Erweitern Sie Ihre Website Schritt für Schritt um einen Service-Bereich, in dem Sie zum Beispiel Fach- und Brancheninformationen, (Link-)Tipps und Insider-Tricks bereitstellen. Damit schaffen Sie Kundennutzen und stellen zugleich Ihre Kompetenz unter Beweis.
Werden Sie dabei aber auf keinen Fall zum "Ankündigungs-Weltmeister": Wenn die Inhalte für Ihren Service-Bereich noch nicht fertig aufbereitet sind, macht das nichts. Erst wenn Sie mit dem wiederholten Hinweis "Hier finden Sie demnächst ..." ein "Baustellenschild" aufstellen, vermitteln Sie unnötigerweise den Anschein des Unfertigen, Unvollkommenen.
Achten Sie auf den oft vernachlässigten Unterschied zwischen einer Website ...
zur Selbst-Promotion einerseits und
einer eigenständigen Unterhaltungs-, Informations- und Kommunikations-Plattform andererseits.
Selbstverständlich finden Leser auf gut gemachten Promotion-Seiten auch unmittelbare Nutzen-Elemente - sie stellen aber nicht den Dienstleistungs- und Produktkern des jeweiligen Anbieters dar.
Für die meisten Freiberufler und Kleingewerbetreibenden kommt es daher zu Beginn auch noch nicht auf die viel zitierte Suchmaschinen-Optimierung an: Betrachten Sie Ihre Seiten zunächst einmal als virtuellen Flyer oder elektronische Firmen-Broschüre, auf die Sie in E-Mails und auf Geschäftspapieren verweisen können: Sie ermöglichen potenziellen Geschäftspartnern, sich schnell über Ihre Angebote zu informieren. Mehr nicht - zunächst einmal.
Gewinnt eine solche "Homepage" nach und nach an Gehalt und Format, fällt es auch viel leichter, sie den Suchmaschinen schmackhaft zu machen. Wie Sie das im Einzelfall bewerkstelligen, erfahren Sie in unseren Expertenleitfäden ...
Online-Netzwerke und Communities
"Internet-Präsenz zeigen" können Sie natürlich nicht nur auf Ihrer Homepage oder per Weblog. Wer seine Zielgruppe - seine potenziellen Kunden kennt, sollte überlegen, wo und in welchem Umfeld sie in möglichst großer Zahl anzutreffen sein könnten.
Dort lohnt es sich dann, "auf sich aufmerksam zu machen". Ganz gleich, ob das in ...
Microblogging-Plattformen wie Twitter,
Expertennetzwerken und Hilfs-Communities auf Gegenseitigkeit wie Xing oder werweisswas.de,
in Internet-Foren oder Usenet-"Brettern" (im WWW zu erschließen über die Google-Groups) oder
... geschieht: Vermeiden Sie auf jeden Fall, dort mit der Tür ins Haus zu fallen. Lesen Sie zunächst eine Weile mit, gewöhnen Sie sich an den vorherrschenden Ton und stellen Sie sich - sofern möglich und üblich - in der gewünschten Form vor.
Paradepferd Xing
Besonders beliebt bei Unternehmern, Selbstständigen und karrierebewussten Angestellten ist das Xing-Netzwerk (vormals "OpenBC": Auf dieser Plattform tummeln sich mittlerweile mehr als zehn Millionen Mitglieder - von der Ich-AG bis zu Vorstandvorsitzenden weltweit operierender Konzerne.
Ähnlich wie bei Diskussionsbeiträgen oder Vorträgen auf Konferenzen und bei Messen dürfen Sie Ihre Statements nicht als platte Werbebotschaften anlegen. Offensichtliche "Reklame" ist auf den meisten Kommunikations-Plattformen absolut tabu. Wer gegen diese Regel verstößt, ist bei den übrigen Teilnehmern schnell "unten durch" und muss mit ruppigen Reaktionen rechnen.
Projekt-Plattformen
Diese Einschränkung gilt natürlich nicht für ausgewiesene Freelancer-Foren und Projekt-Plattformen wie zum Beispiel GULP oder Projektwerk: Deren Profil-Datenbanken, Ausschreibungen und Anzeigenbereiche dienen ja gerade dem Zweck, Auftraggeber und -nehmer zusammenzubringen.
Aber auch an allen anderen Stellen können Sie mit aktivem Networking erfolgreich Werbung in eigener Sache machen: Schließlich haben Sie die Möglichkeit, mit Ihrem Fach-Know-how, Ihrem Erfahrungsschatz und - nicht zu unterschätzen - mit Ihrer Kommunikations-Kompetenz zu überzeugen. Vor allem wenn Sie als Dienstleister technische Fragen von wenig(er) versierten Fragestellern verbindlich und gut verständlich beantworten, können Sie sich gut vom oft kurz angebundenen und manchmal geradezu harschen Tonfall anderer "Insider" abheben.
Nehmen Sie sich also die Zeit - finden oder schaffen Sie Kommunikationsanlässe und stiften Sie mit Ihren Online-Aktivitäten Nutzen. Denken Sie dabei aber auch daran, dass Sie Ihre Beratungs- und Supportanstrengungen dokumentieren. Wenn Sie sich als Fachmann oder Fachfrau profilieren wollen, werden Ihnen bestimmte Fragen oder Problemstellungen im Laufe der Zeit in gleicher oder ähnlicher Weise wiederholt begegnen.
Da trifft es sich dann gut, auf eine schlichte Knowledge-Base zugreifen zu können, die Sie zum Beispiel in Form einer persönlichen FAQ-Liste führen. Sofern die einen gewissen Umfang hat, kann sie zugleich ein Teil des Service-Bereiches Ihrer Website werden.
Und: Wenn Sie wirklich laufend als Experte gefragt werden oder als Online-Scout unterwegs sind, dann sollten Sie überlegen, ob Sie die Früchte Ihrer Arbeit nicht gleich in Form eines Weblogs veröffentlichen wollen. Eine solches, browserbasiert "im Vorbeigehen" aktualisierbares "Tagebuch Ihrer guten Taten" kann als eigenständiges Angebot existieren oder aber in die eigene Website eingebunden werden.
E-Mail-Korrespondenz
"Gute Taten" mit Akquise-Hintergedanken können Sie - jenseits einfallsloser und belästigend wirkender Massenmails - aber auch per E-Mail tun: Achten Sie dafür bei den Besuchen der Online-Auftritte potenzieller Kunden auf die den meisten Fällen vorhandenen Feedback-Aufforderungen.
Kontakt-Impulse wie "Ihre Meinung interessiert uns ..." oder "Fragen, Anregungen und Kritik bitte an ..." finden Sie an vielen Stellen. Selbstverständlich richten sich diese Aufforderungen an die Abnehmer Ihrer potenziellen Kunden. Nur: Wer hindert Sie daran, einer solchen Aufforderung nachzukommen? Deshalb: Halten Sie Augen offen und ...
Loben Sie! Würdigen Sie Inhalte, Erscheinungsbild und technische Umsetzung!
Weisen Sie "mitfühlend" auf Text-Fehler und Funktionsstörungen hin (tote Links, Datenbank-Störungen, Server-Ausfälle, fehlende Grafik-Dateien ...).
Machen Sie aus unvoreingenommener Besuchersicht Vorschläge für Optimierungsmöglichkeiten.
Liefern Sie Vorschläge für sinnvolle Ergänzungen des Internet-Auftritts usw. usw.
Zugegeben: Das macht zwar schon wieder Arbeit, schafft aber fruchtbare, konstruktive Kontaktanlässe. Und: Als "Spam" können solche Mails beim besten Willen nicht interpretiert werden. Vielmehr machen Sie im besten Falle dankbar und neugierig. Das wiederum sind die besten Voraussetzungen für positive Resonanz auf Ihre Nachricht. Ob und wie Sie solche E-Mails noch mit direkten Werbebotschaften versehen, ist abhängig vom Einzelfall.
Zumindest die Signatur, der Infoblock am Ende Ihrer E-Mails, sollte (neben den Standard-Kontaktangaben wie Firma, Telefonnummer und Internet-Adresse) jedoch noch einen erkennbaren Zusatznutzen für den Empfänger beinhalten: Das kann der Link auf einen kostenlosen "Appetizer", einen Newsletter, einen besonders interessanten Teil Ihrer Website mit einschlägigen Tipps&Tricks, auf befristete Sonderangebote oder ein aktuelles Referenzprojekt sein.
Steter Signatur-Tropfen höhlt den Stein des Kauf-Widerstands
Solche regelmäßig, am besten wöchentlich aktualisierten, klickbaren Signatur-Elemente sollten Sie unbedingt auch in Ihrer alltäglichen E-Mail-Korrespondenz einsetzen! Schließlich stellt jeder elektronische Brief einen mächtigen Werbeträger dar - auch wenn es darin "eigentlich" um ganz andere Fragen geht.
Mit den dezent, aber sehr präsenten "Textanzeigen in eigener Sache" unter ausgehenden E-Mails beschäftigt sich der Praxistipp "Mail-Signaturen als Werbeträger".
AdWords, Banner-Werbung und Newsletter-Anzeigen
Wenn Sie sich mit Ihren Angeboten an einen größeren Kundenkreis richten und Wert auf "Laufkundschaft" legen, können Sie für Ihre fortgeschrittene Web-Präsenz natürlich auch mit Partnerprogrammen wie den Google-AdWords oder klassischer Banner-Werbung die Trommel rühren.
Wenn Sie Ihre seriöse Zweigniederlassung im Web von dieser Art Werbung lieber freihalten wollen, können Sie auf etwas niedrigerer Stufe eine ähnliche Wirkung mit einer Partner-Linkseite erreichen.
Newsletter-Anzeigen
Ein - vor allem für spezialisierte Dienstleister - kostengünstigerer und dabei oft wirksamerer Werbeträger als Banner stellen Newsletter-Anzeigen dar. Suchen Sie (z. B. über KBX / KBX7, Domeus oder Yahoo-Groups) nach Periodika, die zu Ihrer Zielgruppe passen.
Abonnieren Sie die wichtigsten Newsletter selbst und lesen Sie eine Weile mit. Entscheiden Sie dann, in welchem Medium der Hinweis auf Ihre eigenen Angebote am besten aufgehoben ist. Sofern Sie selbst einen Newsletter publizieren, können Sie auch für den Werbung machen. In günstigsten Fall lässt sich sogar ein Anzeigentausch auf Kompensationsbasis realisieren.
Zusammenfassung
Lassen Sie sich von der Vielzahl der beschriebenen Wege zum Kunden bloß nicht erschlagen! Vor allem versuchen Sie erst gar nicht, auf allen Hochzeiten zu tanzen: Betrachten Sie unsere Marketing-Anregungen einfach als Ideen-Steinbruch! Nutzen Sie die naheliegenden Möglichkeiten, experimentieren Sie! Entscheiden Sie sich im Zweifel für die schlichtere Variante, am besten die, bei der Sie Ihren Kunden und Interessenten von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. So kommen Sie erfahrungsgemäß am besten ins Gespräch!
So erfolgversprechend die vielen modernen Kommunikationskanäle auf den ersten Blick wirken: Oft erweisen sie sich als Zeitfresser oder gar Alibiveranstaltungen. Und Zeitverschwendung können Sie sich als Selbstständiger mit einem anstrengenden Hauptberuf beim besten Willen nicht leisten. Sonst fehlt Ihnen vor lauter Selbstvermarktung und Anbahnungsaktivitäten womöglich die "Luft", Ihren eigentlichen Geschäften nachzugehen und Aufträge abzuarbeiten!
Kein Buch mit 7 Siegeln: Steuern und Buchführung für Nebenerwerbler
Mindestens ebenso schwer wie mit der Neukundengewinnung tun sich viele Selbstständige zu Anfang mit den Themen Steuern und Buchführung. Auf diesem Gebiet fühlen sie sich oft ganz besonders hilflos und fremdbestimmt. Aus Angst vor folgeschweren Fehlern stehen sie sich oft selbst auf den Füßen oder verwenden unnötige Energie auf triviale Sachverhalte.
Zugegeben: Buchhaltung ist alles andere als ein Vergnügen - aber eine Geheimwissenschaft ist die für Freiberufler und Kleinunternehmer geltende "vereinfachte Buchführung" nun auch wieder nicht. Das gilt auch für die Grundzüge des Steuerrechts: Zumal viele nebenberufliche Selbstständige gar keine Unternehmenssteuern zahlen müssen. Auch wenn Sie einen guten Steuerberater haben, sollten Sie sich mit den im folgenden Kapitel erläuterten Grundlagen auskennen. Anderenfalls bleiben Sie auf Dauer "Fremder im eigenen Betrieb".
Dieser Beitrag ist öffentlich.
Zugriff auf alle Inhalte haben Sie als Mitglied
Werden Sie Probemitglied - kostenlos.
Ohne finanzielles Risiko haben Sie Zugriff auf alle Inhalte auf akademie.de, außer Downloads. Die Anmeldung dauert drei Minuten. Sie können während der ersten 14 Tage ohne Angabe von Gründen stornieren. Eine E-Mail genügt.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Infoseite zur Mitgliedschaft und in unseren AGB.
Ich bin bereits Mitglied