Der "Papierkram": Rechtsgrundlagen, Verträge und Kalkulation
Preis- und Honorarkalkulation
Beim Festlegen von Angebots- und Verkaufspreisen gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder Sie orientieren sich an gängigen Marktpreisen oder Sie gehen von Ihren eigenen Kosten und Gewinnerwartungen aus.
Als nebenberuflich Selbstständiger haben Sie's gut: Anders als bei vielen Konkurrenten sichert Ihr Hauptberuf zumindest größtenteils Ihren Lebensunterhalt. Und für Ihre soziale Sicherung ist auch bereits gesorgt. Damit ist der Erfolgsdruck geringer und die Preisspielräume etwas größer.
Trotzdem tun Sie in aller Regel gut daran, nicht als "billiger Jakob" am Markt aufzutreten: Denn Dumpingpreise - zumal bei Dienstleistern - gelten ungeachtet der weit verbreiteten "Geiz-ist-geil"-Mentalität als Hinweis auf mangelnde Qualität und Unprofessionalität. Mindestens ebenso wichtig: Auf Dauer werden Sie kaum für einen "Hungerlohn" arbeiten wollen. Wenn Ihre Kunden aber erst einmal an Ihre Preise gewöhnt sind, werden sie eine Erhöhung auf Marktniveau nicht ohne Weiteres akzeptieren.
Wenn Preise und Konditionen bei Ihren Pilotprojekten bei bestimmten Auftraggebern vorgegeben sind, brauchen Sie sich natürlich keine grauen Haare wachsen zu lassen. Beschäftigen Sie sich in einer ruhigen Minute trotzdem mit marktgerechten Verkaufspreisen im Handel und angemessenen Honoraren für Dienstleistungen:
Unter der Überschrift "Realistische Stundensätze berechnen" erläutern wir sowohl die kosten- und gewinnorierntierte als auch die marktorientierte Dienstleistungs-Kalkulation. Falls Sie sich schwer damit tun, Ihre Preisvorstellungen in Honorarverhandlungen gegenüber Kunden und Interessenten durchzusetzen, sollten Sie einen Blick auf den Beitrag "Argumentationshilfen für Freie" werfen: Darin finden Sie unter anderem die zehn wichtigsten Argumente von Selbstständigen gegenüber Angestellten aus Sicht von Auftraggebern.
Angehenden Händlern unter Ihnen legen wir den umfangreichen Einführungskurs "Handelskalkulation: Vom Einkaufs- zum Verkaufspreis - und wieder zurück" ans Herz.
Angenommen, Sie haben den angemessenen Preis und einen zahlungsbereiten Kunden gefunden, den passenden Vertrag geschlossen und die geschuldete Leistung erbracht: Dann nähern Sie sich der Zielgeraden! Nun muss nur noch die Rechnung geschrieben werden. Ausgerechnet mit der tun sich viele Selbstständige zu Beginn ihrer Tätigkeit unnötig schwer. Im nächsten Schritt erfahren Sie, was Sie beim Ausstellen von Rechnungen beachten müssen.
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