Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb!

Von: Robert Chromow
Stand: 8. März 2012
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Nebenberuflich selbstständig: Gründe und Trends, Vor- und Nachteile

Der Trend zum Zweit- und Drittjob hat mittlerweile auch Deutschland erfasst. Als Zusatzbeschäftigung bieten sich aber nicht nur die berühmten Minijobs an: Denn auch die Zahl der Nebenerwerbs-Unternehmer wächst spürbar. Unser Kurs "Nebenberufliche Selbstständigkeit" zeigt, worauf Feierabend-Freiberufler und Kleingewerbetreibende beim Start in die Selbstständigkeit achten müssen.

Ein Blick in den aktuellen "Gründungsmonitor 2011" (PDF, Langfassung, 950 KB) der KfW-Mittelstandsbank zeigt, dass die Mehrheit (58 %) aller Gründungen im Vorjahr wieder einmal Nebenerwerbsgründungen waren. Und es ist wahrlich nicht nur bloße wirtschaftliche Not, die Menschen dazu bringt, über eine der vielen möglichen Formen nebenberuflicher Selbstständigkeit nachzudenken:

  • Arbeitnehmer, die sich durch ihren Hauptberuf nicht ausgelastet fühlen, erhoffen sich mehr Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, indem sie sich ein zusätzliches Betätigungsfeld suchen.

  • Potenzielle Umsteiger testen, ob der geplante Wechsel vom Hobby zum Hauptberuf wirtschaftlich tragfähig ist.

  • Neugierige möchten am eigenen Leib erfahren, ob sie dem Abenteuer Selbstständigkeit gewachsen sind. Eine ausgesprochen sinnvolle Überlegung übrigens: Denn am "Learning by doing" führt im Geschäftsleben letztlich kein Weg vorbei: Fachliches und kaufmännisches Know-how ist zwar in gewissen Grenzen erlernbar - echte Selbstständigkeit lässt sich aber beim besten Willen nicht als VHS-Kurs simulieren.

  • Von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer möchten auf den Fall der Fälle vorbereitet sein: Ein nahtloser Übergang in die Selbstständigkeit macht sich im Lebenslauf einfach besser als die wenig attraktiv wirkende Arbeitssuche aus der Arbeitslosigkeit heraus.

  • Ältere Arbeitnehmer suchen einen Weg, ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Erfahrungen nach dem Übergang in den Ruhestand auf selbstbestimmte Weise zu nutzen: Eine nebenberufliche Selbstständigkeit bietet die Möglichkeit, die Annehmlichkeiten einer interessanten und sinnvollen Beschäftigung mit dem Nützlichen in Form eines willkommenen finanziellen Zubrots zu verbinden.

  • Nicht zu vergessen: der "Status-Vorteil". Angenommen, Sie werden plötzlich arbeitslos: Falls Sie die organisatorischen Voraussetzungen für eine Selbstständigkeit rechtzeitig geschaffen und bereits einige Erfahrungen gesammelt haben, werden Sie im Handumdrehen zum Unternehmer oder Freiberufler!

    In den Augen von Angehörigen, Freunden und Nachbarn stehen Sie so entschieden besser da, als wenn Sie sich ins unfreiwillige Schicksal einer hilflosen "Couch-Potatoe" ergeben! Es muss ja nicht für immer sein: Noch gelten Menschen, die wiederholt zwischen Selbstständigkeit und abhängigen Beschäftigungen hin- und herwechseln, hierzulande als Exoten. Das wird sich in den nächsten Jahren aber grundlegend ändern.

Manchmal gibt es aber auch ganz triviale Gründe für eine kurzfristige Nebenerwerbs-"Gründung": So kommt es nicht selten vor, dass ein potenzieller Auftraggeber die Vergabe eines interessanten Projektauftrags an die Bedingung knüpft, dass eine Bezahlung "auf Rechnung" möglich ist.

Ganz gleich, ob Sie selbstständige Nebentätigkeiten aufgrund finanzieller Zwänge oder aus Selbsterfahrungs-, Trainings-, Status- oder Sicherheitserwägungen ins Auge fassen: Sie liegen im Trend! Wer in einer sich rasant entwickelnden wirtschaftlichen Umgebung auf einem extrem schwierigen Arbeitsmarkt mit den Grundlagen des Geschäftslebens vertraut ist und praktische Erfahrungen als Selbstständiger gesammelt hat, kann falls nötig jederzeit blitzschnell auf geänderte Bedingungen umschalten. Ihren Job können Sie zwar verlieren, sie bleiben aber aus eigener Kraft handlungsfähig!

Das Versprechen "Nie wieder arbeitslos durch selbstständige Nebentätigkeit!" wäre angesichts schwieriger Marktverhältnisse gewiss überzogen. Die Angst vor Arbeitslosigkeit und die damit zusammenhängenden lähmenden Ohnmachts-Gefühle sinken durch erfolgreiche Gehversuche als Freiberufler oder Kleingewerbetreibender aber allemal.

Freiheit für Multitalente und Abenteurer!

In der Anfangsphase jeder noch so "kleinen" Selbstständigkeit tun sich erfahrungsgemäß viele Fragen auf. Die häufigsten sollen in den folgenden Kapiteln beantwortet werden.

Vorab jedoch die wichtigste Botschaft: Lassen Sie sich nicht abschrecken oder entmutigen! Zugegeben: Deutschland ist eine Bürokratie-Hochburg. Doch die Hürden vor dem Einstieg in das Unternehmertum, insbesondere das Vermarkten von Dienstleistungen auf eigene Rechnung, sind viel niedriger als die meisten Menschen glauben!

Finanz- und andere Ämter interessieren sich zwar für Ihr Tun und wollen vor allem etwas vom Kuchen abhaben, wenn es denn etwas zu verteilen gibt. Solange sie sich an die wichtigsten Spielregeln halten, kommen "kleine Krauter" aber meist ungeschoren davon. Im Zuge des allgemein wesentlich verbesserten Gründungsklimas ist auch die behördliche Toleranz gegenüber Kleinstgründungen spürbar gewachsen.

Mindestens ebenso wichtig: Selbst wenn wirtschaftliche Zwänge Auslöser für Ihre Nebenberufs-Gründung sind, sollten sie sich ihren Zweitjob von missgünstigen Kollegen oder "Freunden" nicht als peinliche, "zweitklassige" Zusatzbeschäftigung vermiesen lassen: Betrachten Sie ihn lieber als Abschied von der Angestellten-Einöde, als berufliche Bereicherung und Teil eines handlungsorientierten lebenslagen Lernens.

Darf ich das überhaupt?

Los geht's mit der häufigsten Frage: Brauche ich eine Erlaubnis für mein Vorhaben?

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