Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb

Worauf Sie achten müssen und was Sie wissen sollten: Genehmigungen, Steuern, Buchführung, Krankenversicherung, Kalkulation, Akquise etc.

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Stand: 17. April 2017 (aktualisiert)

Die Zahl der nebenberuflich Selbstständigen steigt – und das mit gutem Grund. Unser Ratgeber hilft Ihnen beim Start, wenn auch Sie von Zeit zu Zeit nebenher selbstständig arbeiten wollen:

  • Sie erfahren, wie Sie als "Nebenerwerbs-Unternehmer" Ärger mit Arbeitgeber, Vermieter, Finanzamt und anderen Behörden vermeiden und wie es mit der Sozialversicherung aussieht.

  • Wir geben Ihnen praxistaugliche Tipps rund ums Geld: zum Aufbau Ihrer Buchführung, zu Steuern, zum Mahnwesen und für Ihre Kalkulation.

  • Außerdem unterstützen wir Sie in Ihrem Alltag als nebenberuflich Selbstständige mit Know-how, Tipps und Tricks von der Grundausstattung über Kundenakquise bis zum "einsamen" Arbeiten im Heimbüro.

Nebenberuflich selbstständig: Gründe und Trends, Vor- und Nachteile

Ein Blick in den aktuellen "Gründungsmonitor 2016" (PDF, 885 KB) der KfW-Mittelstandsbank zeigt, dass im Vorjahr die Mehrheit (62 %) aller Gründungen wieder Nebenerwerbsgründungen waren. Und es ist wahrlich nicht nur bloße wirtschaftliche Not, die Menschen dazu bringt, über eine der vielen möglichen Formen nebenberuflicher Selbstständigkeit nachzudenken:

  • Arbeitnehmer, die sich durch ihren Hauptberuf nicht ausgelastet fühlen, erhoffen sich mehr Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, indem sie sich ein zusätzliches Betätigungsfeld suchen.

  • Potenzielle Umsteiger testen, ob der geplante Wechsel vom Hobby zum Hauptberuf wirtschaftlich tragfähig ist.

  • Neugierige möchten am eigenen Leib erfahren, ob sie dem Abenteuer Selbstständigkeit gewachsen sind. Eine ausgesprochen sinnvolle Überlegung übrigens: Denn am "Learning by doing" führt im Geschäftsleben letztlich kein Weg vorbei: Fachliches und kaufmännisches Know-how ist zwar in gewissen Grenzen erlernbar – echte Selbstständigkeit lässt sich aber nun einmal nicht im VHS-Kurs simulieren.

  • Von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer möchten auf den Fall der Fälle vorbereitet sein: Ein nahtloser Übergang in die Selbstständigkeit macht sich im Lebenslauf einfach besser als die wenig attraktiv wirkende Arbeitssuche aus der Arbeitslosigkeit heraus.

  • Ältere Arbeitnehmer suchen einen Weg, ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Erfahrungen nach dem Übergang in den Ruhestand auf selbstbestimmte Weise zu nutzen: Eine nebenberufliche Selbstständigkeit bietet die Möglichkeit, die Annehmlichkeiten einer interessanten und sinnvollen Beschäftigung mit dem Nützlichen in Form eines willkommenen finanziellen Zubrots zu verbinden.

  • Nicht zu vergessen: der "Status-Vorteil". Angenommen, Sie werden plötzlich arbeitslos: Falls Sie die organisatorischen Voraussetzungen für eine Selbstständigkeit rechtzeitig geschaffen und bereits einige Erfahrungen gesammelt haben, werden Sie im Handumdrehen zum Unternehmer oder Freiberufler!

    In den Augen von Angehörigen, Freunden und Nachbarn stehen Sie so entschieden besser da, als wenn Sie sich ins unfreiwillige Schicksal einer hilflosen "Couch-Potato" ergeben! Es muss ja nicht für immer sein: Menschen, die wiederholt zwischen Selbstständigkeit und abhängigen Beschäftigungen hin- und herwechseln, gelten hierzulande zwar noch als Exoten. Das wird sich in den nächsten Jahren aber grundlegend ändern.

Manchmal gibt es aber auch ganz triviale Gründe für eine kurzfristige Nebenerwerbs-"Gründung": So knüpfen potenzielle Auftraggeber die Vergabe eines interessanten Projektauftrags vielfach an die Bedingung, dass die Bezahlung "auf Rechnung" möglich ist.

Ganz gleich, ob Sie selbstständige Nebentätigkeiten aufgrund finanzieller Zwänge oder aus Selbsterfahrungs-, Trainings-, Status- oder Sicherheitserwägungen ins Auge fassen: Sie liegen definitiv im Trend! Wer in einer sich rasant entwickelnden wirtschaftlichen Umgebung auf einem extrem schwierigen Arbeitsmarkt mit den Grundlagen des Geschäftslebens vertraut ist und praktische Erfahrungen als Selbstständiger gesammelt hat, kann, falls nötig, jederzeit blitzschnell auf geänderte Bedingungen umschalten. Ihren Job können Sie zwar verlieren, sie bleiben aber aus eigener Kraft handlungsfähig.

Das Versprechen "Nie wieder arbeitslos durch selbstständige Nebentätigkeit!" wäre angesichts schwieriger Marktverhältnisse gewiss überzogen. Die Angst vor Arbeitslosigkeit und die damit zusammenhängenden lähmenden Ohnmachtsgefühle sinken durch erfolgreiche Gehversuche als Freiberufler oder Kleingewerbetreibender aber allemal.

Freiheit für Multitalente und Abenteurer!

In der Anfangsphase jeder noch so "kleinen" nebenberuflichen Selbstständigkeit tun sich erfahrungsgemäß viele Fragen auf. Die häufigsten Anliegen sollen in den folgenden Kapiteln beantwortet werden.

Vorab jedoch die wichtigste Botschaft: Lassen Sie sich nicht abschrecken oder entmutigen! Zugegeben: Deutschland ist eine Bürokratie-Hochburg. Doch die Hürden vor dem Einstieg in das Unternehmertum, insbesondere das Vermarkten von Dienstleistungen auf eigene Rechnung, sind sehr viel niedriger, als die meisten Menschen glauben.

Ja, Finanz- und andere Ämter interessieren sich für Ihr Tun. Und sie wollen etwas vom Kuchen abhaben, wenn es denn etwas zu verteilen gibt. Solange sie sich an die wichtigsten Spielregeln halten, kommen Solo-Selbstständige und andere "kleine Krauter" aber meist ungeschoren davon. Im Zuge des günstigeren Gründungsklimas ist auch die behördliche Toleranz gegenüber Kleinstgründungen spürbar gewachsen.

Mindestens ebenso wichtig: Selbst wenn wirtschaftliche Zwänge Auslöser für Ihre Nebenberufs-Gründung sind, sollten sie sich ihren Zweitjob von missgünstigen Kollegen oder Freunden nicht als zweitklassige Zusatzbeschäftigung vermiesen lassen. Betrachten Sie ihn lieber als Abschied von der Angestellten-Einöde, als berufliche Bereicherung und Teil eines handlungsorientierten lebenslangen Lernens.

Darf ich das überhaupt?

Los geht's mit der häufigsten Frage: Brauche ich eine Erlaubnis für mein Vorhaben?

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Antwort: EÜR für nebenberuflich Selbstständige

Guten Abend,
zum Glück irren Sie ;-)

1. Eine generelle Dokumentationspflicht von Privatentnahmen und Privateinlagen gibt es bei der EÜR nicht.

2. Erforderlich wird die Aufzeichnung erst dann, wenn Sie mehr als 2.050 Euro betriebliche Schuldzinsen pro Jahr geltend machen.

3. Auf die Höhe der Einkommensteuer haben Privatentnahmen und Privateinlagen aber selbst dann keine direkte Auswirkung: Es handelt sich um "erfolgsneutrale" Einzahlungen auf und Auszahlungen von betrieblichen Finanzkonten.

4. "Zusammengefügt" werden Einkünfte aus Gewerbebetrieb und nichtselbständiger Arbeit (= Arbeitnehmergehalt) auch nicht. Vielmehr erklären Sie "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" auf der "Anlage G" und "Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit" auf der (Ihnen wahrscheinlich aus Vorjahren bekannten) "Anlage N".

Ausführliche Informationen zum Thema betriebliche und private Steuern finden Sie in den Grundlagenkursen
"Existenzgründung: Mit welchen Unternehmenssteuern muss ich rechnen?"
http://www.akademie.de/wissen/uebersicht-unternehmenssteuern/betrieblich... und
"Steuererklärung ausfüllen, Geld zurückbekommen: Eine Einführung für Steuer-Einsteiger"
http://www.akademie.de/wissen/steuererklaerung-lohnsteuer-jahresausgleich

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hmm? Eine Einlage mindert die Steuer nicht?

Guten Tag,

darf ich da eine Frage anschließen? Wenn ich letztes Jahr nebenberuflich selbstständig wurde und dem zarten neuen Unternehmenspflänzchen mehrmals Geld vom Privatkonto überwiesen habe am Anfang, dann sind diese Privateinlagen kein Minderungsgrund für meine Einkommensteuer?

Umgekehrt kann ich mir soviel Geld aus der Firmenkasse entnehmen, wie ich mag, ohne dass das meine Steuern erhöht?

Ich glaube, da habe ich grade etwas Grundlegendes nicht verstanden, richtig?

Vielen Dank für Ihre "Erhellung" schon im Voraus.

E. Lindemann, Herrenboutiquebesitzer

Antwort: Hmm? Eine Einlage mindert die Steuer nicht?

Noch ein Nachtrag, lieber Herr Lottemann,
wenn Ihr Geschäftskonto ins Minus geht und Sie gezwungen sind, Geld vom Privatkonto einzuzahlen, dann liegt das ja daran, dass die laufenden Einnahmen geringer waren als die Ausgaben. Diese Ausgaben mindern selbstverständlich das zu versteuernde Einkommen. Würden dann die Privateinlagen nochmals steuermindernd anerkannt, hätten Sie Ihren Aufwand doppelt geltend gemacht.

Was die Sache in der Startphase eines Unternehmens schwierig macht, ist, dass privat finanzierte Anfangsinvestitionen in dauerhaft nutzbare Wirtschaftsgüter (Anschaffung des Boutique-Mobiliars, Geschäftswagen etc.) erst nach und nach im Laufe der Jahre steuerlich geltend gemacht werden dürfen. Stichwort: Abschreibung / "Absetzung für Abnutzung", AfA). Daran führt aber leider kein Königsweg vorbei.

Weitere Informationen zu den Themen "Gewinnermittlung" und "Abschreibung" finden Sie in den Beiträgen ...

"EÜR ganz praktisch: So geht Einnahme-Überschussrechnung"
http://www.akademie.de/wissen/kurs-einnahme-ueberschussrechnung und

Das Prinzip Abschreibung: Jetzt zahlen - später von der Steuer absetzen
http://www.akademie.de/wissen/abschreibung-gwg-afa/abschreibungen

Viel Erfolg und schöne Grüße
Robert Chromow

Antwort: Hmm? Eine Einlage mindert die Steuer nicht?

Ja, lieber Herr Lottemann,
das haben Sie ganz richtig verstanden: Welche selbst veranlassten Geldbewegungen (mit bereits versteuertem Geld) auf Ihren Finanzkonten stattfinden, hat auf Ihre Einkommensteuerschuld zum Glück keine Auswirkungen. Weder erhöhend noch mindernd.

Wenn Sie zum Beispiel von Ihrem privaten Girokonto 1.000 Euro auf das geschäftliche Girokonto überweisen, handelt es sich aus Sicht des Betriebs doch offenkundig um eine Einnahme, richtig? Würde die als Betriebseinnahme gewertet, müssten Sie auf die 1.000 Euro noch einmal Einkommensteuer bezahlen. Kein schöner Gedanke, oder?

Dass sich die Steuerschuld nicht erhöht wird, leuchtet also ein. Nun zu dem von Ihnen vermuteten "Minderungsgrund" für die Einkommensteuer: Warum sollte denn eine private Finanzspritze die Steuerschuld des Betriebs mindern? (Theoretisch denkbar wäre allenfalls ein verzinstes Privatdarlehen. In dem Fall würden Sie sich selbst Zinsen für die Einlage zahlen - müsste darauf aber im Gegenzug auch gleich wieder Kapitelertragsteuer zahlen. Für Menschen wie Sie und mich ergibt das normalerweise keinen Sinn).

Was die Entnahmen angeht: Klar dürfen Sie bis auf bestimmte Ausnahmen (insbes. bei Kapitalgesellschaften) so viel Geld aus der Firmenkasse entnehmen wie Sie wollen, ohne dass das Ihre Steuern erhöht. Ihre Steuern bezahlen Sie ja nicht auf den Saldo Ihrer Geschaftskonten, sondern auf das Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung bzw. Einnahmenüberschussrechnung.

Einzige Begrenzung der völligen Entnahmefreiheit sind (außer der Schmerzgrenze von Banken und Sparkassen :-)) die in meiner Antwort vom 6.1.2014 angesprochenen Schuldzinsen: Nicht folgenlos bleibt es, wenn Sie das Geschäftskonto mit privaten Entnahmen in tiefrote Zahlen stürzen, um anschließend den Gewinn mit den fälligen Schuldzinsen zu drücken.

Ab 2.050 Euro Schuldzinsen aufwärts muss daher bei der Steuererklärung eine Aufstellung der jährlichen Privatentnahmen und Privateinlagen mitgeliefert werden. In der amtlichen "Anlage EÜR" gibt es dafür eine eigene Seite.

Damit sollen sogenannte Überentnahmen verhindert werden, mit deren Hilfe Selbstständige sich in der Vergangenheit Eigenheime und andere private Anschaffungen zinsfrei finanziert haben. In Hochzinszeiten war das ein höchst lukrativer und daher äußerst beliebter Steuertrick.

Macht das die Sache ein wenig klarer?

Herzliche Grüße ins schöne Wuppertal
Robert Chromow

Internet-dienstleister als Freiberufler?

Hallo Herr Chromow,

erstmal besten Dank für diese nützliche Infos.
Ich bin Dipl.-Ing.(FH) und möchte eine selbständige Tätigkeit als Internet-Dienstleister für Webdesign und Screendesign aufnehmen, nun bin ich mir leider nicht ganz sicher ob diese Tätigekit als Gewerbe oder Freiberufler eingestuft wird?

Besteht hier als Freiberufler eine Pflicht zur Kammerzugehörigkeit?

Besten Dank im Voraus.
Elias

Antwort: Internet-dienstleister als Freiberufler?

Hallo Elias,
vielen Dank für Ihre nette Rückmeldung! Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle bekanntlich nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

Am (nicht-)gewerblichen Charakter von Design-Tätigkeiten scheiden sich sehr häufig die Geister. Soweit ich weiß, werden die meisten Web-/Screendesigner von Finanzämtern nach wie vor als Gewerbetreibende eingestuft. Es gibt aber auch Designer, denen es gelungen ist, den künstlerisch-/schöpferischen Anteil ihrer Tätigkeit so zu betonen, dass ihre Tätigkeit als freiberuflich eingestuft wird.

Ob das in Ihrem Fall möglich ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder Sie fragen bei Ihrem Berufsverband oder Ihrer Gewerkschaft nach. Ab 6.1.2014 können Sie sich auch wieder an "mediafon"
http://mediafon.de/
wenden: Das ist die "Freienberatung" der Gewerkschaft verdi, die auch von Nichtmitgliedern genutzt werden kann.

Was die Kammerzugehörigkeit betrifft: Freiberufler sind keine Pflichtmitglieder in der Industrie- und Handelskammer.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Zweifellos sprechen viele Gründe für den Freiberuflerstatus. Man sollte die Vorteile aber auch nicht überschätzen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag "Gewerbe oder Freiberufler?"
http://www.akademie.de/wissen/gewerbe-oder-freiberufler

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow, ich bitte

Hallo Herr Chromow,

ich bitte um Enfernung meines Nachnamens aus dem vorherigen Beitrag.
Vielen Dank

Elias

Nachname entfernt

Gern: Ist erledigt.
Viele Grüße
Robert Chromow

Angestellte Physiotherapeutin - mit eigenem Nebenverdienst

Guten Tag,
Ich habe folgende Frage,... Leider kann ich aus sämtlichen Internetrecherchen für mich keine passende Antwort finden..
Ich bin eine Angestellte Physiotherapeutin in einer Praxis. Durch verschiedene Fortbildungen (an Tier und am Mensch z.B. Massagen, oder Therapien für das Tier) die ich machen werde - die aber nicht ärztlich verordnet werden sondern nur Privatzahler betrifft - kam die Frage auf, anstatt sich sofort Selbstständig zu machen, vorerst einen Nebenverdienst anzumelden. Wenn ich mich als Freiberuflerin melden würde, müsste ich ja trotzdem in einem Gewerbe angemeldet sein oder? Aber eigentlich will ich gern z.B: 30std in der Praxis als Angestellte arbeiten und dann einen privaten Nebenverdienst erzielen. Ist das möglich? Oder brauche ich tatsächlich ein eigenes Gewerbe?

Mit freundlichen Grüßen und lieben Dank für Antworten,
Jutta

Antwort: Angestellte Physiotherapeutin - mit eigenem Nebenverdie

Hallo Jutta,
leider bin ich nicht sicher, ob ich Ihre Frage richtig verstanden habe: Was meinen Sie mit "privatem Nebenverdienst"? Ganz allgemein lässt sich sagen:

1. Grundsätzlich sind alle Einkünfte aus selbstständigen Tätigkeiten umsatz- und einkommensteuerpflichtig. Allgemeine Informationen zur Steuerpflicht von Selbstständigen und Unternehmern finden Sie im Beitrag "Mit welchen Unternehmenssteuern muss ich rechnen?"
http://www.akademie.de/wissen/uebersicht-unternehmenssteuern/betrieblich...

2. Solange Sie unter der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze von 17.500 Euro im Jahr bleiben (_Umsatz_, nicht: Gewinn!), brauchen Sie Ihren Kunden keine Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. Mehr dazu im Beitrag:
http://www.akademie.de/wissen/kleinunternehmer-preiskalkulation

3. Falls es Ihnen lediglich um die Vermeidung des "Gewerbe"-Status geht, also um Unterscheidung zwischen "Gewerbe" und "selbstständiger / freiberuflicher Tätigkeit", entnehmen Sie dem Beitrag http://www.akademie.de/wissen/rechtsformen-fuer-existenzgruender/gewerbe...
weiterführende Informationen.

4. Alles Weitere zum Thema nebenberufliche Selbstständigkeit finden Sie in unserem ausführlichen Grundlagenkurs http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sozialversicherungsabgaben als nebenberuflich Selbständige

Hallo Herr Chromow,

Ich bin eigentlich freiberufliche Übersetzerin und Dolmetscherin aber ich übe diese Tätigkeit derzeit nicht aus. Nun habe ich eine ebenfalls freiberufliche Tätigkeit gefunden, und zwar werde ich Sprachförderunterricht an Grundschulen geben (nur mind. 8 Unterrichtstunden in der Woche höchstens vielleicht 12-14; 18 € pro Unterrichtsstunde). Darüber habe ich mich bereits beim Finanzamt informiert, als Freiberufler darf man bis 17000 € im Jahr verdienen, ohne Umsatzsteuer angeben zu müssen, also gebe ich Einnahmen - Ausgaben als Gegenüberstellung an. Bis dahin ist alles klar.

Dazu kommt jetzt, dass ich in den Schulferien, wo die Tätigkeit als Sprachförderdozentin aussetzt, zusätzlich bei derselben Akademie Sprachunterricht geben kann (3-5 Tage, 3-6 Stunden pro Tag 41€ pro Unterrichtsstunde). Im Vertrag steht, dass ich mich um die Sozialabgaben als nebenberufliche Selbständige kümmern muss. Da ich bei meinem Mann mitversichert bin, weiß ich nicht, was das für mich zu bedeuten hat. Meine Fragen: 1.) Muss ich mich jetzt selbst versichern? Wenn ja, lohnt sich dann überhaupt diese Tätigkeit und wie viel ungefähr einzahlen? 2.) Wie ist das wenn ich durch beide Tätigkeiten Geld verdiene (Bezahlung Pauschalhonorar)?Ferien sind ja nicht jeden Monat, also habe ich überwiegend die Tätigkeit als Sprachförderdozentin.

Ich hoffe, Sie können mir genaue Angaben machen.

Mit freundlichem Gruß

M. Özdemir

Antwort: Sozialversicherungsabgaben als nebenberuflich Selbständ

Hallo Frau Özdemir,
eine Einzelfallberatung mit "genauen Angaben" ist an dieser Stelle leider nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

Wenn Sie als Selbstständige mehr als 385 Euro pro Monat verdienen (oder mehr als 450 Euro als geringfügig Beschäftigte), kommen Sie grundsätzlich nicht mehr in den Genuss der Familienversicherung. Sie müssen sich dann zumindest selbst kranken- und pflegeversichern. Ob Sie sich in der gesetzlichen oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung versichern, bleibt Ihnen überlassen. Mehr zu diesem Thema finden Sie im Beitrag "Beitragsfreie Krankenversicherung für Selbstständige: Familienversicherung als Starthilfe für Gründer"
http://www.akademie.de/wissen/krankenversicherung-gruender-familienversi...

Darüber hinaus sind Sie als selbstständige / freiberufliche _Lehrerin_ vermutlich auch rentenversicherungspflichtig. Weitere Informationen zu diesem Thema bietet der Beitrag
"Rentenversicherungspflicht für Selbstständige"
http://www.akademie.de/wissen/rentenversicherungspflicht-fuer-selbststae...

Beiträge zur Unfall- und Arbeitslosenversicherung müssen Sie nicht zahlen.

Ob es sich unterm Strich für Sie überhaupt lohnt, die Tätigkeiten auszuüben, kann ich nicht beurteilen. Wenn Sie Mitglied in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung werden, müssen Sie mit einem Sozialversicherungs-Anteil von insgesamt über 35 % auf Ihren Gewinn / Einnahmenüberschuss rechnen, da Sie als "freiwillig versicherte" Selbstständige sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeber-Beitragsanteil zahlen müssen. Am besten lassen Sie sich einmal von einem Steuerberater oder einem unabhängigen Versicherungsberater ausrechnen, wie hoch voraussichtlich Ihr Einkommen aus den selbstständigen Tätigkeiten sein wird, wie hoch der Gewinn nach Abzug der Betriebsausgaben und wie hoch Ihre tatsächliche Belastung mit Sozialversicherungsbeiträgen sein würde.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Nebenberuflich selbstständig im Haus des Hauptarbeitgebers

Hallo,
bin halbtags fest angestellt als Physiotherapeutin in einem Gesundheitszentrum mit Fitness und Präventionsbereich und möchte nebenberuflich Tuina - Energiemassage dort anbieten . Zahle Raummiete und Terminvergabe läuft alles nur über meine Person. a- ist das in dieser Form zulässig ( im Hinblick auf Scheinselbstständigkeit) und b- darf ich Werbeflyer im Präventionsbereich dort auslegen-
Danke für die Info
Sandra

Antwort: Nebenberuflich selbstständig im Haus des Hauptarbeitgeb

Hallo Sandra,
Ihren Einzelfall kann ich leider nicht beurteilen. Daher nur allgemein: Grundsätzlich ist die Kombination zwischen hauptberuflicher Beschäftigung und nebenberuflicher selbstständiger Tätigkeit in den Räumen des Arbeitgebers zulässig. Vorausgesetzt natürlich, die Nebentätigkeit unterscheidet sich deutlich von der Haupttätigkeit und vor allem dann, wenn der Arbeitgeber nicht zugleich Auftraggeber der Nebentätigkeiten (= Energiemassagen) ist, sondern sie direkt von den EndkundInnen bezahlt werden.

Im Übrigen liegt das Hauptrisiko einer eventuellen Scheinselbstständigkeit nicht bei Ihnen, sondern bei Ihrem Arbeitgeber. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag
"Scheinselbstständigkeit als Risiko für Auftraggeber: Wenn freie Mitarbeiter plötzlich als Arbeitnehmer gelten"
http://www.akademie.de/wissen/scheinselbststaendig-auftraggeber

Viele Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow
PS: Das Auslegen der Flyer ist grundsätzlich auch unproblematisch - vorausgesetzt natürlich, Ihr Arbeitgeber ist damit einverstanden. :-)

Kann man Nebenberuflich zuviel verdienen?

Guten Abend.
Ich arbeite vollzeit bei einer Argentur und verdiene im Jahreseinkommen 30.000€ - Nebenbei habe ich im Jahr 2012 ca 10.000 € eingenommen.
Steuerfrei - alles auf Rechnung (da ich Nebenberuflich ein Gewerbe angemeldet habe!).
Muss ich meine Einkünfte beim Finanzamt melden die ich nebenbei gemacht habe ??

Besten Grüße
Stefan

Antwort: Kann man nebenberuflich zuviel verdienen

Guten Morgen, Stefan,
ja, Ihre nebenberuflichen Einkünfte müssen Sie dem Finanzamt im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung für 2012 mitteilen. Einzelheiten entnehmen Sie dem Kapitel "Buchführung und Steuern"
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig/buchfuehrung...
... oder sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort: Kann man nebenberuflich zuviel verdienen

Guten Morgen Robert!
Ersteinmal danke für die Antwort auf die wahrscheinlich dumme Frage!
Verdiene ich denn zuviel - also kann ich damit rechnen das ich dem Finanzamt Beitrag zurück erstatten muss?

Dankeschön!

Ich habe mir den Ratgeber geholt und es waren einige sehr gute Tipps darin zu finden, die mir stark weitergeholfen haben. Besten Dank für die Vorstellung und auch für den Ratgeber!

LG

Boris
http://geschenkideengenerator.de/

Makeln

Guten Tag,

ich bin hauptberuflich in der Wohnungswirtschaft tätig und möchte mein altes Gewerbe, §34c GewO Berlin, nebenbei wieder aufleben lassen, nicht hauptsächlich, nur so nebenbei, falls sich mal die Gelegenheit bietet. Den Gewerbeschein habe ich schon 2001/2 erworben, jedoch das Gewerbe an sich, meine Wohnungsvermittlung, wieder abgemeldet. Muss ich das Gewerbe wieder anmelden, muss ich Gewerbesteuer zahlen? Ab welchem Umsatz/Gewinn muss ich Einkommenssteuer zahlen?
Wenn ich alle viertel Jahre mal 1-2 Wohnungen vermiete oder verkaufe?
Ich lebe und arbeite in Berlin, bin angestellt und möchte, wie gesagt, ab und an ein bischen makeln.
Ich freue mich sehr über eine Antwort von Ihnen.
Beste Grüße und vielen Dank schon vorab!

Gast!

Antwort: Makeln

Guten Tag, lieber Gast,
die kurze Antwort:

1. Über die Einkommensteuerbelastung von Nebeneinkünften lassen sich keine verallgemeinerbaren Aussagen treffen: Deren Höhe hängt von weiteren eigenen Einkünften (und ggf. eines Ehepartners), Familienstand, Kinderzahl und Sonderausgaben ab.
2. Die Gewerbesteuerpflicht beginnt bei Einzelunternehmern erst ab einem Gewerbeertrag (entspricht in etwa dem Einnahmenüberschuss) von 24.500 Euro.

Die ausführlichen Antworten auf Ihre Fragen finden Sie im Steuerkapitel
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig/steuern-buch...
unseres Praxisleitfadens zur nebenberuflichen Selbstständigkeit.

Freundliche Grüße
Robert Chromow (Gastgeber :-))

Danke

Herzlichen Dank, verehrter Gastgeber!

Höhe der Einkünfte

Hallo,

ich bin angestellter AN mit 100 Stunden/ Monat und zusätzlich freiberuflich für ca. 3-4 Tage/Monat, was ja deutlich unter der Zeit des festen Arbeitsverhältnisses liegt. Beides in der Krankenpflege. Meine 2 Fragen:

1. Wird das Verhältnis angestellt/frei für jeden Monat einzeln betrachtet oder übers Jahr verteilt? Ich meine, kann ich auch mal bei Bedarf in dem einen oder anderen Monat mehr als Freiberufler verdienen z.B. in den Sommerferien bei höherer Auftragslage, wenn sich das übers Jahr wieder ausgleicht?

2.Wie berechnet sich die Höhe der Einkünfte im Vergleich zu meinem Festgehalt als AN? Worauf muß ich achten, um die Höhe nicht zu überschreiten? Brutto gegen Brutto oder ,üssen die Einkünfte unter dem festen Netto liegen?

Danke für Antwort

Antwort: Höhe der Einkünfte

Guten Tag,
bei der Abgrenzung von Haupt- und Nebenberuf kommt es nicht auf den einzelnen Monat an: Entscheidend ist die "Gesamtschau des Einzelfalls". Beim Einkommens-Vergleich werden das "Arbeitsentgelt" (Bruttogehalt als Arbeitnehmer) gemäß § 14 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__14.html
... mit dem "Arbeitseinkommen" (zu versteuernder Gewinn als Selbstständiger)
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__15.html
... miteinander verglichen. Weitere Informationen zur sozialversicherungsrechtlichen Abgrenzung von Haupt- und Nebenberuf finden Sie im Beitrag
http://www.akademie.de/wissen/haupt-oder-nebenberuf
Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Kleingewerbe - Steuererklärung 2011

Ich habe im Sept. 2011 in Bayern ein Kleingewerbe für Online-Imobilien-Vermittlung (reine PC-Internet-Tätigkeit) ohne MwSt.Option (unter 17.000 €) angemeldet, da ich mir damit ein Standbein in Deutschland aufbauen wollte. Ich lebe seit 2007 im Ausland mit meinem Lebensgefährten, er finanziert meinen Lebensunterhalt, dort bin ich auch krankenversichert, bin also auf die Gewerbeeinnahmen nicht angewiesen.
Nun muss ich für das Jahr 2011 eine Steuererklärung (EkSt., GewSt. EÜR und Nachweis über meinen Lebensunterhalt) abgeben.
Meine Einnahmen im Jahr betrugen 2.600 €, meine Gewerbebezogenen Ausgaben 832 €, Im Jahr 2012 hatte ich NULL-Einnahmen, worauf ich das Gewerbe wieder abmelden möchte, da ich keine Chancen sehe, damit weiterhin Geld zu verdienen.
Worauf muss ich beim Ausfüllen der Steuererklärung achten bzw. was muss ich angeben in Bezug auf meinen Lebensunterhalt?

Antwort: Kleingewerbe - Steuererklärung 2011

Guten Tag,
wenn Sie sonst keine anderen Einkünfte hatte, genügt es, wenn Sie ...
* auf dem "Mantelbogen" die persönlichen Daten eintragen,
* auf der "Anlage G" den erzielten Gewinn aus Gewerbebetrieb eintragen,
* eine formlose Einnahmenüberschussrechnung (Einnahmen minus Ausgaben) einreichen, aus der die Gewinnermittlung hervorgeht und
* eine (Null-)Umsatzsteuererklärung abgeben.
Länger als eine halbe Stunde dürfte das bei dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt kaum dauern.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Förderschaden bei "Nebenher-Freelancing" in den letzten Monaten?

Lieber Herr Chromow,

ich bin momentan noch angestellt, 30h Teilzeit. Dem Unternehmen geht es schlecht, die Insolvenz ca. im nächsten halben Jahr scheint leider nicht unwahrscheinlich. Da ich auf dem Arbeitsmarkt mir nur begrenzte Chancen ausrechne, will ich versuchen, nebenbei als freiberuflicher Dienstleister selbstständig zu arbeiten, in der Hoffnung, so eine Anlaufphase zu bekommen für eine spätere Vollzeit-Sselbstständigkeit, die einerseits wahrscheinlich ohnehin nötig wird und andererseits ohnehin meine Perspektive ist. Ich möchte im Fall des Arbeitsloswerdens aber auch sehr gern den Gründungszuschuss der Arbeitsagentur nutzen, falls das möglich ist.

Ein Gewerbeschein als Startdatum, der eine spätere Gründungszuschuss-Förderung kippen würde, fällt weg - die Tätigkeit wäre freiberuflich. Angesichts der heftigen Kürzungspolitik beim Gründungszuschuss frage ich mich aber, wie weit ich darauf aber ohnehin Rücksicht nehmen soll. Macht es Sinn, jetzt
potenzielle Kunden nicht all zu offensiv anzusprechen? Oder denen -auch aus Akquisegründen - gar Deals im Stil von "Jetzt kostenose Vorleistung, dafür (mehr) Bezahlung in 6 Monaten" vorzuschlagen, damit kein "Förderschaden" eintritt? Oder sind die Chancen auf eine GrZ-Förderung nunmehr ohnehin so schlecht, dass man darauf gar keine Rücksicht nehmen sollte?

Ich wäre - soweit möglich - über eine Einschätzung froh, welche Rolle der Gründungszuschuss und ein möglicher Förderschaden wie von Ihnen beschrieben in meinen Planungen spielen sollte. Vielen Dank für Ihre Mühe!

Freundliche Grüße
S.A.

Antwort: Förderschaden bei "Nebenher-Freelancing"

Hallo S.A.,
eine nebenberufliche Selbstständigkeit in geringfügigem Umfang (im Sinne des einen oder anderen "Testballons") steht einem späteren Antrag auf Gründungszuschuss grundsätzlich nicht im Wege.

Eine ganz andere Frage ist die nach der Wahrscheinlichkeit, den Gründungszuschuss _überhaupt_ zu bekommen. Wie Sie ja wahrscheinlich wissen, ist der Rechtsanspruch auf den Gründungszuschuss weggefallen. Informationen bietet unser Praxisleitfaden zur "Gründung aus der Arbeitslosigkeit":
http://www.akademie.de/node/126767
Die Vergabe ist jetzt eine "Ermessensentscheidung" der einzelnen Arbeitsagentur. Generell wird die Bewilligung inzwischen sehr restriktiv gehandhabt. Zwischen einzelnen Arbeitsämtern und Regionen gibt es aber durchaus Unterschiede. Außerdem muss jeder Einzelfall geprüft werden. Am besten lassen Sie sich daher bei Ihrem Vorhaben von einem erfahrenen Gründungsberater vor Ort unterstützen: Die wissen sehr gut, wie die lokale Arbeitsagentur "tickt". Außerdem kennen sie sich mit anderen regionalen Fördermaßnahmen aus.
Allzu viele Hoffnungen auf eine staatliche Gründungsförderung kann ich Ihnen derzeit aber leider nicht machen. Je nachdem, wie gut Ihre Vermittlungschancen sind, könnten die Varianten "Selbstständiges Nebeneinkommen als Arbeitsloser" bzw. "Arbeitsloser 'Unternehmer auf Zeit'" für Sie in der Vorbereitungsphase Ihrer geplanten Selbstständigkeit eine Überlegung wert sein. Informationen dazu bieten die folgenden Kapitel unseres Praxisleitfadens:
http://www.akademie.de/node/126773 und
http://www.akademie.de/node/126772

Vielleicht hilft Ihnen das ja schon ein wenig weiter!?
Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

keine neue Steuernummer?

Ich wollte nebenberuflich eine freiberufliche Tätigkeit ausüben. Daraufhin habe ich einen entsprechenden Antrag ausgefüllt und ans Finanzamt geschickt. Nun habe ich über 3 Wochen lang gewartet und keine neue Steuernummer bekommen. Auf meine Nachfrage beim Finanzamt hieß es: "da ich bereits durch Eigentumswohnung welche ich vermiete Einkünfte bekomme, wird mir keine neue Steuernummer zugeteilt. Ich kann also auf die Rechnungen die gleiche Steuernummer angeben, die ich bis dahin (durch meinen Angestelltenberuf) hatte."
Ist das so richtig?
Bin ich nun Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Antwort: keine neue Steuernummer?

Guten Tag,
aus meiner Sicht spricht nichts gegen die Auskunft des Finanzamts. Gewerbetreibender sind Sie nicht - vielmehr ...
* Freiberufler (= "Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit" gemäß § 18 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html) _und_
* Vermieter (= "Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung" gemäß § 21 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__21.html)
Eine Steuernummer für zwei oder mehr verschiedene Einkunftsarten ist völlig normal. Die Einkünfte werden ja auch zusammen versteuert.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleinunternehmer kauft Geschäftsausstattung als Privatkunde?

Hallo Herr Chromow,

zunächst einmal besten Dank für Ihre wunderbare Einführung in die nebenberufliche Selbständigkeit. Man merkt Ihren Artikeln an, dass Sie viele der angesprochenen Probleme und Sorgen auch wirklich selbst durchlebt haben...

Eine Verständnisfrage hätte ich noch zur Umsatzsteuer.

In Internet-Shops taucht regelmäßig die Frage auf, ob man als UNTERNEHMEN oder als PRIVATVERBRAUCHER einkaufen möchte. Angenommen ich nehme die Kleinunternehmerregelung in Anspruch. Damit gelte ich bzgl. Umsatzsteuerregelung zwar als Nicht-Unternehmer, aber ansonsten doch als "ganz normaler" Unternehmer?

Welche Auswirkungen hat bei Einkäufen also die Wahl zwischen UNTERNEHMER und PRIVATVERBRAUCHER für mich als Kleinunternehmer? Bzgl. Umsatzsteuer dürfte es doch keine Auswirkungen haben?! Ich denke, dass eher unterschiedliche Garantiezeiten/Gewährleistungsfristen u.a. davon betroffen wären? Der Sicherheit halber aber doch die Frage an Sie...

Besten Dank im Voraus und weiter so!
Wendelin Eisele

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