Negativ besetzte Themen vermarkten

Hilfestellung für Pflegedienste, Bestatter & Co.

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Stand: 15. Mai 2012 (aktualisiert)

Ihre Selbstpräsentation

Pflegedienste, Sanitätshäuser oder auch Bestatter beschäftigen sich mit Bedürfnissen, über die viele Menschen nur ungern sprechen. Aus Angst vor Negativreaktionen verzichten diese Unternehmen oft auf eine allzu aufdringliche Bewerbung ihrer Angebote. Und diese Vorsicht ist auch angebracht: Angstbesetzte Themen wie Krankheit oder gar Tod erfordern große Sensibilität. Werbung kann schnell abschreckend wirken, wenn sie das Moralempfinden der Zielgruppe verletzt. Trotzdem können sie natürlich nicht darauf verzichten. Sie sind auf Kunden angewiesen - und diese auf ihr Angebot.

Ein Beispiel für Unternehmen, die sehr gezielt werben sollten, sind Pflegedienste. Mit der Überalterung der Gesellschaft und den Veränderungen im Gesundheitswesen steigt die Nachfrage nach Pflegeangeboten. Trotzdem beschäftigen sich die meisten Menschen erst dann damit, wenn es nicht mehr anders geht. Aus der Vielzahl der Konkurrenten können Sie sich nur abheben, wenn Sie potentielle Kunden besser ansprechen und gezielter informieren.

Machen Sie sich Ihre Zielsetzung bewusst:

  • Ihr Ziel ist es, Kunden auf ein Thema aufmerksam zu machen, dem diese bisher aus dem Weg gegangen sind.

  • Überlegen Sie daher, wie Sie die weit verbreitete Abwehr gegen Ihr Thema umgehen können.

Angemessene Sprache finden

Wichtigstes Arbeitsmittel in der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit ist die Sprache. Sensible Themen erfordern eine sensible Sprache. Wer seine Angehörigen einem Pflegedienst anvertrauen oder vielleicht sogar eine nahe stehende Person beerdigen muss, ist emotional angreifbar. In dieser Situation reagieren Menschen sehr empfindlich auf die falsche Wortwahl. Ihre Publikationen und Werbemittel sollten auf diese Befindlichkeiten Rücksicht nehmen und auf eine angemessene Sprache achten.

Sensibilität entwickeln

Wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Sie sich zunächst verdeutlichen, in welcher Situation sich Ihre potentiellen Kunden befinden. Dass sie sich nur ungern mit Themen wie Tod und Krankheit auseinandersetzen, ist nachvollziehbar. Denn mit Krankheit assoziieren wir Pflegebedürftigkeit und Hilflosigkeit. Wir haben Angst davor, einsam und hilflos, auf die Betreuung durch Fremde angewiesen zu sein.

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Über die Autorin:

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Claire Horst (M.A. Literaturwissenschaften und Philosophie) ist Journalistin und Dozentin in der Erwachsenenbildung (Deutsch als Zweitsprache, Kreatives Schreiben, politische Bildung). Sie ist auch als Projektmanagerin und Fundraiserin tätig. Als Journalistin schreibt sie über diese Bereiche sowie zu den Themen Kultur, Migration und Gleichstellung.

Zu ihren Veröffentlichungen zählen „Der weibliche Raum in der Migrationsliteratur” (Hans Schiler Verlag, 2007), „Andere besser verstehen. Interkulturelle Kommunikation für Frauen” (Verlag Dashöfer, 2009), „Wissensvermittlung in gemeinnützigen Organisationen” (Verlag Dashöfer, 2010), „So überzeugen Sie mit Ihrer Präsentation. Praxiswissen für Gleichstellungsbeauftragte” (Verlag Dashöfer, 2013).

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