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Kennzahlen - die Warnlampe für Probleme

Sogenannte "Kennzahlen" eines Unternehmens werden von altgedienten Geschäftsführern oder Inhabern kleinerer und mittlerer Unternehmen gerne als "Spielwiese von Controllern" bezeichnet. Gerade in Zeiten einer verschärften Problematik von Zahlungsverzug und Forderungsausfall sind sie jedoch ein wunderbares und vor allen Dingen einfach zu handhabendes Instrument für die laufende Kontrolle und Steuerung.

An dieser Stelle sollten wir uns auf einige wenige Kennzahlen konzentrieren. Denn bereits vor einiger Zeit wurden über 2.600 insolventen Unternehmen von der Deutschen Bundesbank untersucht und ihre Bilanz- bzw. Finanz-Kennzahlen analysiert. Es wurden stetig wiederkehrende Probleme festgestellt. Die Studie definiert damit aussagekräftig, wann "rote Warnlampen" im eigenen Unternehmen aufleuchten sollten:

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Bedeutung 1: Diese Berechnung des Working Capital gibt den prozentualen Anteil an, zu dem das kurzfristige Fremdkapital durch das Umlaufvermögen gedeckt ist. Je deutlicher dieser Wert unterhalb von 100 Prozent liegt, desto kritischer.

Der Wert des Betriebskapitales sollte bei jedem Unternehmer bekannt sein, denn hier wird unmittelbar die Liquiditätssituation des Unternehmens in Verbindung mit dem Forderungsbestand deutlich. Dieser Wert steht auch ganz besonders im Interesse von Fremdkapitalgebern, denn die Liquiditätslage (und damit die finanzielle Stabilität des Unternehmens) ist umso sicherer, je höher das Betriebskapital ist.

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Bedeutung 2: Diese Berechnung des Working Capital zeigt den Überschuss des Umlaufvermögens über das kurzfristige Fremdkapital als absolute Zahl. Das Working Capital sollte immer positiv sein!

Das Umlaufvermögen, ("flüssige Mittel" wie Bankkonten und Bargeld + Forderungen + Wertpapiere + Vorräte minus kurzfristige Verbindlichkeiten) sollte also möglichst weitgehend bzw. vollständig die kurzfristigen Verbindlichkeiten abdecken.
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Eine Eigenkapitalquote von 20% sollte als Minimum angestrebt werden, sie bedeutet im Umkehrschluss ja bereits: Der Betrieb arbeitet mit 80% fremdem, also geliehenem Geld. Gute Werte liegen oberhalb von 25% Eigenkapitalanteil. In 82% der Insolvenzfälle lag die Eigenkapitalquote unter 10%.

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Die Umsatzrendite drückt aus, wie viel Prozent des Umsatzes als Gewinn übrig bleiben. Je nach Branche sollte dieser Wert bei zumindest 5 Prozent liegen, in vielen Branchen jedoch bei 10 - 15 Prozent. Bei 68 Prozent der Insolvenzen lag die Umsatzrendite unter einem Prozent.

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Der Cash-Flow ist eine Kennzahl, die angibt, welchen Mittelzufluß ein Unternehmen aus dem Umsatzprozess erwirtschaftet hat und was somit für Investitionen, Tilgungszahlungen oder Gewinnausschüttungen zur Verfügung steht (Finanzmittelüberschuss). Er ist ein Maßstab für die Ertrags- und die Selbstfinanzierungskraft eines Unternehmens. (Der Cash-Flow errechnet sich: Jahresüberschuss + Abschreibungen + Erhöhungen bzw. Verringerungen der langfristigen Rückstellungen.) Ein guter Wert liegt bei über 8%. In 71 Prozent der Insolvenzfälle lag die Cash-Flow-Marge unter zwei Prozent.

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Der dynamische Verschuldungsgrad macht den Zeitraum deutlich, den ein Unternehmen zur Tilgung seiner Schulden aus dem Cash-Flow benötigt. Je kleiner der Wert dieser Kennzahl ist, desto schneller kann ein Unternehmen seine Schulden aus Mitteln tilgen, die mit eigenen Umsatzerlösen erwirtschaftet worden sind. Somit ist ein Unternehmen mit kleinem dynamischen Verschuldungsgrad relativ unabhängiger von seinen Gläubigern. Ein geringer Wert (unter 3) gilt als ein positives Indiz für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens (mit dem Cash Flow, also dem gesamten Mittelzufluss des Unternehmens, könnten die Verbindlichkeiten in weniger als drei Jahren getilgt werden). In 85 Prozent der Konkursfälle lag der dynamische Verschuldungsgrad bei 7 (d.h., der Betrieb bräuchte den Cash Flow von 7 Jahren, um seine Schulden zurückzuzahlen).

Auch wenn es zum Teil deutliche Unterschiede von Branche zu Branche und je nach Unternehmensgröße gibt: Die "rote Warnlampe" muss blinken, wenn solche wichtigen Kennzahlen derart kritische Werte aufweisen. Denn gerade die Kennzahlen machen deutlich: Hier wurden Probleme nicht gesehen oder ignoriert - und das vermutlich seit Jahren. Das vorhandene Eigenkapital ist ja nicht innerhalb weniger Wochen abhanden gekommen - die Ertragskraft nicht plötzlich verschwunden.

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Über den Autor:

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Hans-Joachim Brüser ist seit 1984 selbständiger Unternehmensberater. Seit 2001 ist er zertifiziert beim Bundesverband Deutscher Unternehmensberater. Die Unternehmensberatung Brüser berät KMU bei der ...

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