Erste-Hilfe-Koffer Unternehmenskrise

Entwicklung einer Krise

Systematik einer Krise

Die vorangestellten Warnsignale, die kritischen Kennzahlen usw. sind allesamt Hinweise auf vorhandene Probleme im Unternehmen - irgend etwas ist da schief gelaufen und das seit langer Zeit! Eine Krise baut sich systematisch und über einen längeren Zeitraum auf. Man kann dabei ganz grundsätzlich von folgender Systematik ausgehen:

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Ausgangspunkt der weitaus meisten Krisensituationen sind Probleme mit der Unternehmensstrategie (inklusive der internen Organisationsaspekte). Hieraus erwächst eine Ertragskrise: Das Unternehmen verdient kein Geld mehr oder erwirtschaftet sogar einen Verlust. Folgerichtig entstehen Liquiditätsprobleme: Die flüssigen Mittel werden knapp.

Das Fatale daran: Mit fortschreitender Entwicklung verringert sich der Handlungsspielraum, der dem Unternehmer bleibt und gleichzeitig vergrößert sich die konkrete Bedrohung!

Noch einmal also: Eine strategische Krise kann sich mit vielen unterschiedlichen Anzeichen ankündigen. Den mit Abstand größten Handlungsspielraum hat ein Unternehmer noch in dieser Phase, hier stehen ihm viele Optionen offen, vor allen Dingen wird er in dieser Phase auch noch die finanziellen Mittel haben, um konkrete Veränderungen durchzuführen.

Leider muss man auch an dieser Stelle wieder Analysten und Statistiker zu Wort kommen lassen: 96 Prozent von befragten Insolvenzverwaltern stellen fest, dass die Unternehmer den Ernst der Situation verkannt und mit Verdrängungs- und Abwehrstrategien ("irgendwie wird es schon wieder aufwärts gehen") reagiert haben. Grund dafür ist übrigens überwiegend die Angst vor einer Bloßstellung im Bekanntenkreis, am Standort und in der Branche.

Wer jedoch fahrlässig oder sogar mutwillig Warnsignale überhört und übersieht, verspielt die Chance, rechtzeitig gegenzusteuern. Oder um beim Bild vom Orkan zu bleiben: Ein Unternehmer ist sein eigener Meteorologe und muss seine Windmessung selbst durchführen. Je eher er eine Schlechtwetterlage ermittelt, desto eher kann er das richtige Segel setzen und seinen Besitz wetterfest machen. Je später er die Bedrohung erkennt und darauf reagiert, desto geringer seine Chance, auch nur das Notwendigste zu retten.

Das wichtigste ist für den Unternehmer/die Unternehmerin: Nehmen Sie alle Warnsignale, wie vorab beispielhaft beschrieben, ernst und zwar frühzeitig: Nichts regelt sich von allein!

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Über den Autor:

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Hans-Joachim Brüser ist seit 1984 selbständiger Unternehmensberater. Seit 2001 ist er zertifiziert beim Bundesverband Deutscher Unternehmensberater. Die Unternehmensberatung Brüser berät KMU bei der ...

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