Den passenden Dienstleister finden

10 Kriterien für die richtige Auswahl von Experten und Lieferanten

Von: Lorenz Hölscher
Stand: 23. Oktober 2011 (aktualisiert)
4.666665
(6)
Beitrag bewerten
Kommentar schreiben

Downloads zu diesem Beitrag

Newsletter abonnieren

Kriterien

Selbstständige neigen gerade in der Anfangsphase ihrer Selbstständigkeit dazu, alles selbst machen zu wollen - allein schon aus Kostengründen. Aber jeder stößt mal an seine Grenzen und was dann? Wie finden Sie Hilfe, adäquate Partner, die in Qualität und Preis zu Ihnen passen?

Die Wünsche gehen in alle Richtungen: Gesucht werden beispielsweise Übersetzungen von Bedienungsanleitungen, Vorlagen für das Rechnungswesen, Werbemittel für Messen, eine geeignete Weiterbildung oder eine Gerätewartung. Entsprechend vielseitig ist die Suche nach geeigneten Dienstleistern.

Geeignete Dienstleister finden

Das erste (und manchmal schon gravierendste) Problem besteht oft darin, überhaupt jemanden zu finden, der die gesuchte Dienstleistung anbietet.

Wenn Sie beispielsweise eine Website erstellen und dafür einen Grafiker suchen, möchten Sie nicht unbedingt gleich mit einer ganzen Werbe-Agentur zusammenarbeiten. Außerdem muss die Grafik natürlich noch stilistisch zu Ihnen und der Website passen.

In diesem Fall scheint es noch recht einfach, jemanden zu finden, denn wer Internet-Grafik anbietet, sollte auch im Internet zu finden sein. Tatsächlich aber werden Sie bei Google von Anbietern überschwemmt, guten und schlechten gleichermaßen, vor allem jedoch von Firmen, die alles aus einer Hand anbieten (also auch Ihre eigene Arbeit übernehmen würden).

Wie machen Sie es also besser?

  • IHK nutzen: Hilfreicher für Ihre Suche ist die örtliche Industrie- und Handelskammer (IHK). Manche IHKen bieten auf ihrer Internet-Präsenz eine Dienstleister-Datenbank an, welche dann beispielsweise alle Grafiker in Ihrer Region auflistet.

    Auch wenn es vordergründig nur um die Sache geht, haben Sie doch immer mit Menschen zu tun. Moderne Technik, wie Telefon und Internet, sind praktisch, ersetzen aber nicht die direkte Kommunikation. Wenn Ihr Dienstleister in der Nähe arbeitet, können Sie sich einen persönlichen Eindruck von ihm verschaffen und manches vor Ort einfacher absprechen. Und natürlich die Reisekosten niedrig halten.

  • Empfehlungen einholen: Wenn Sie während Ihrer Tätigkeit bereits Kontakte zu anderen Firmen aufgebaut haben, sollten Sie sich nicht scheuen, dort nachzufragen. Wenn die Firma mit einem Dienstleister zufrieden war, ist das bereits eine Empfehlung.

    Brauchen Sie jemanden, der Ihnen ordentliche Dokumentvorlagen oder Rechnungsvordrucke anlegt, blättern Sie in den Briefen und Rechnungen, die Sie selbst erhalten haben. Fragen Sie beim Versender nach, wer diese Vorlagen erstellt hat. Sie erhalten neben einer Antwort nämlich oft auch eine kurze Bewertung des Dienstleisters.

  • Netzwerk: Auf jeden Fall sollten Sie Ihr eigenes persönliches Netzwerk aktivieren. Hören Sie sich um, ob jemand im gesuchten Bereich arbeitet oder jemanden empfehlen kann.

    Gerade dieses private Umfeld bietet nach meiner Erfahrung oft erstaunlich viele Möglichkeiten, die nur deshalb nicht präsent waren, weil niemand nachgefragt hat. Dabei muss es gar nicht die direkte Zusammenarbeit mit solchen Bekannten sein, sondern diese geben dann vielleicht einen Tipp für einen Kollegen aus ihrem beruflichen Zusammenhang.

Kriterien für einen guten Dienstleister

Einen guten Dienstleister erkennen Sie daran, dass er

  1. viele Informationen preisgibt: zu sich, seinem Unternehmen, seinen Qualifikationen, zu Referenzen sowie Schnittmengen seines Unternehmens bzgl. Ihrer Aufgabenstellung (bedarfsspezifische Kompetenzen);

  2. viele Informationen haben möchte: zu Ihnen, Ihrem Unternehmen, Ihrem Geschäftsfeld, womöglich auch zur Konkurrenz, in jedem Fall zu Ihrer Zielsetzung bei der gewünschten Dienstleistung.

  3. ehrliche Antworten gibt, insbesondere, wenn er etwas nicht so gut kann. Ein Profi wird Ihnen, wenn er etwas nicht beherrscht, umgehend Alternativen und Lösungen skizzieren (indem er sich bspw. einen versierten Projektpartner besorgt).

  4. Sie kompetent berät und Ihnen haarklein erklärt, warum diese oder jene Überlegung besser ist als andere.

    Gibt er Ihnen Hintergrundinformationen? Versucht er, Zusammenhänge darzulegen? Will er Sie damit nicht nur von seinen Fähigkeiten überzeugen, sondern möchte er, dass Sie ihn wirklich verstehen? Letzteres können Sie übrigens u. a. daran bemessen, wie viel Fachchinesisch er Ihnen um die Ohren haut.

  5. kostenbewusst und vor allem kostentransparent arbeitet, also den erforderlichen Aufwand realistisch einschätzt und entsprechend kalkuliert sowie a) erwartbare und b) eventuell mögliche Folge- und Zusatzkosten im Detail aufschlüsselt (gerade bei IT-Aufträgen können die Folgekosten exorbitant sein!).

  6. schlicht und ergreifend für Sie mitdenkt, etwa in Punkto Kosteneffizienz, Zielgruppe, Produktionsablauf, aber auch, was potenzielle Stolperfallen angeht ...

  7. Ihnen keine unnötigen Leistungen andreht, die Sie nicht brauchen oder haben möchten; Ihr "Nein" nicht dreimal kommentiert.

  8. von sich aus auf Zielvereinbarungen und schriftlich festgehaltene Aufgaben drängt - und diese auch einhält.

  9. von sich aus "Wasserstandsmeldungen" gibt (zum Projektstatus etc.), sich dabei aber nicht im Klein-Klein verliert (Sie aber auch nicht ständig nachfragen müssen).

  10. mit Herz und Freude an die Arbeit geht, dabei aber weder ein Luftikus noch ein Springinsfeld ist, sondern ein engagierter Auftragnehmer mit professioneller Arbeitsweise.

Beitrag bewerten

Ihre Wertung:

 

sehr praxisnahe Tipps

Prima AUflistung, kann ich gerade gut gebrauchen - danke.

Mitglied werden, Vorteile nutzen!

  • Sie können alles lesen und herunterladen: Beiträge, PDF-Dateien und Zusatzdateien (Checklisten, Vorlagen, Musterbriefe, Excel-Rechner u.v.a.m.)
  • Unsere Autoren beantworten Ihre Fragen
  • Sie bekommen erhebliche Rabatte auf unsere von Experten geleitete Online-Workshops