Bedarf klären
Berufsbezeichnungen, wie Marketingberater, PR-Berater, PR-Manager oder PR-Fachmann, sind nicht geschützt. Aus diesem Grunde ist es schwer, gute Marketer von weniger guten zu unterscheiden. Hans-Jürgen Borchardt gibt Hinweise, wie Sie Profis von Scharlatanen unterscheiden.
Bedarf klären
Zunächst müssen Sie sich darüber klar werden, welchen Zweck die Beratung erfüllen soll.
Legen Sie vorher konkret fest, was Sie von einem Marketing-Berater erwarten (Generalbetreuung, Gestaltung, Text, Webdesign, Verkaufsförderung, PR, Messegestaltung etc.). Je präziser Sie die Aufgabenstellung formulieren, desto weniger Missverständnisse gibt es und desto genauer kann das Angebot des Beraters sein.
Zur Bedarfsklärung gehört auch die Definition der Leistungsfähigkeit bzw. des Leistungsumfangs, den Sie erwarten. Das ist wichtig, weil es viele Einzelkämpfer gibt, die Full-Service anbieten. Wenn Ihnen das eine Einzelperson wirklich anbietet, ist größte Vorsicht geboten. Grafiker sind keine Texter, kompetente Medialeute sind keine PR-Leute und Berater, die sich auf Direct Marketing spezialisiert haben, verstehen im Normalfall wenig von Social Media usw.
Wenn Sie von einem Einzelkämpfer beraten werden, der mit anderen Spezialisten kooperiert, lassen Sie sich diese vorstellen. Nur so können Sie sich ein Bild über deren Vorstellungen und Leistungen verschaffen.
Beraterleistungen nicht überbewerten
Viele Unternehmer glauben, dass die Verpflichtung eines Marketing-Beraters kurzfristig alle Probleme löst. Dem ist natürlich nicht so. Veränderungen im Marketing-Bereich sind langfristige Prozesse, die viel Zeit brauchen. Ausgenommen sind Aktionen mit einem befristeten Angebot, um die Nachfrage nach einer bestimmten Leistung oder einem ausgesuchten Angebot kurzfristig zu pushen.
Berater finden
Das Finden eines Beraters ist im Zeitalter des Internets ebenso einfach wie schwierig. Einfach ist es, weil das Netz voll ist von Angeboten. Schwierig ist es, weil Sie von der Fülle der Beratungsdienstleistungen im Bereich Marketing erschlagen werden. Eher als eine "globale Suche" via Google sollten Sie also die Spezialsuche ins Auge fassen, also bspw.:
in Business-Netzwerken wie Xing (hier gibt es fachspezifische Gruppen),
über klassische Expertenforen wie bspw. denen des Existenzgründungsportals des BMWi,
in Mailinglisten (Bsp. i-worker),
oder bei professionellen Anbietern wie ibusiness.de/dienstleister (derzeit fast 3.600 Angeboten).
Wer sich darauf nicht verlassen will, findet in den "Gelben Seiten" seiner Region ebenfalls eine Fülle von Angeboten.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Handwerkskammer, die IHK oder das RKW nach Anschriften von Beratern zu fragen. Diese Institutionen empfehlen zwar keinen Berater gezielt, aber sie stellen Ihnen Adressen von Beratern zur Verfügung, die sie für qualifiziert halten.
Fördermittel
Und vergessen Sie nie, diese Institutionen nach Fördermittel zu fragen, denn fast immer sind irgendwo irgendwelche Fördermittel verfügbar. Sie sollten das aber rechtzeitig vorher (!) tun.
Für Kleinunternehmer etwa gibt es eine Beratungsförderung aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds (ESF): Förderung von Unternehmensberatungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie Freie Berufe (Existenzgründungsportal des BMWi).
Mehr zum Thema lesen Sie auch in unseren Beiträgen
Beratungs- und Coaching-Förderung für Gründer und Unternehmer - Wer, was, wann, wie, wo wie viel?
Ist guter Rat teuer? - nicht jeder gute Rat kostet automatisch Geld!
Dieser Beitrag ist öffentlich.
Zugriff auf alle Inhalte haben Sie als Mitglied
Werden Sie Probemitglied - kostenlos.
Ohne finanzielles Risiko haben Sie Zugriff auf alle Inhalte auf akademie.de, außer Downloads. Die Anmeldung dauert drei Minuten. Sie können während der ersten 14 Tage ohne Angabe von Gründen stornieren. Eine E-Mail genügt.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Infoseite zur Mitgliedschaft und in unseren AGB.
Ich bin bereits Mitglied