Wer liefert was?
Was liefern Sie eigentlich - und wem?
Gerade bei der Installation von Software wird gerne übersehen, was wann wohin geliefert wird. Ginge es um Salzheringe, gäbe es eine Lieferadresse und eine klar bezeichnete Menge, bei der sich höchstens noch um die Qualität streiten lässt. Jeder Lagerarbeiter könnte die Fässer auf der Laderampe zählen.
Aber wann gilt beispielsweise Ihre Datenbank als geliefert? Wenn es gut geht, schicken Sie diese per E-Mail mit ein paar begleitenden Worten, Ihr Ansprechpartner kopiert sie in das Verzeichnis und alle sind zufrieden.
Typischer ist allerdings, dass Ihr Ansprechpartner Sie genau deswegen engagiert hat, weil er oder sie sich gerade nicht mit den notwendigen technischen Details auskennt oder beschäftigen will. Nicht jeder kann mal eben eine Verknüpfung mit einem SQL-Server anlegen oder besitzt überhaupt das Passwort dazu.
Legen Sie also rechtzeitig fest, ob und wie lange Sie kommen, um eine Software zu installieren. Da der Kunde aber wohl nicht für Ihre Schwierigkeiten beim Installieren bezahlen will, schulden Sie ihm in gewissem Umfang immer eine ordentliche Installation, egal wie lange. Wenn es länger dauert, als Sie geplant hatten, ist das damit erst einmal Ihr Problem. Liegt es aber am Passwort, welches die Firma Ihnen abredewidrig nicht genannt hat, sind Sie aus dem Schneider und können erst einmal gehen. (Je nach Vertrag und Verhältnis zum Kunden machen Sie diesen Mehraufwand eventuell auch geltend.)
Passen Sie vor allem auf, dass Sie nicht versehentlich für die gesamte Installation zuständig sind. Das passiert schon mal, wenn ein großer Kunde seine IT-Abteilung längst per Outsourcing ausgelagert hat und die nun Geld für die Installation verlangen würde. Dann guckt er in den Vertrag, wo Sie ihm eine Installation zugesichert haben und schickt Sie (auf Ihre Kosten) in alle seine Niederlassungen, damit Sie dort bitte auch installieren. Das wäre ruinös für Sie.
Eine sinnvolle Lösung ist eine Abnahme (die es sowieso geben muss!), bei der die Installation auf einem von der Firma gestellten Rechner und deren anschließende positive Begutachtung als Installation gilt. Sie weisen auf einem typischen Firmenrechner nach, dass alles funktioniert, ein vorher benannter fachkundiger Kollege aus der Firma drückt alle Knöpfchen, die es zu testen gilt, und danach sind Sie fertig.
Die IT-Abteilung nimmt anschließend dieses Verzeichnis und kopiert es auf alle betroffenen Rechner oder führt anhand Ihrer Liste eine Installation aus oder schreibt etwas in die Registry. Hauptsache, Ihr Arbeitsauftrag endet mit dieser Übergabe.
