Sie möchten herausfinden, ob sich jemand an Ihrem Text bedient hat? Kein Problem: Um Plagiate eigener Texte zu finden, können Sie unseren F3-Plagiatefinder nutzen. Lorenz Hölscher erklärt, wie Sie das Tool bequem aus Mircosoft Word heraus starten, um Kopien Ihrer Texte im Internet aufzuspüren.
Kopien im Internet aufspüren
Wenn Sie selbst Texte veröffentlichen, ist es sehr ärgerlich, herauszufinden, dass andere Websites sich mit Ihrer Arbeit schmücken oder damit sogar Geld verdienen. Natürlich ist es grundsätzlich kein Problem, einen typischen Satz aus Ihrem Text in Google suchen zu lassen. Aber manchmal ist genau dieser Satz ein wenig verändert worden und Sie müssen noch ein paar andere Stellen prüfen. Dann wird es mühsam.
Hier setzt unser F3-Plagiatfinder an, mit dem ein geöffneter Word-Text automatisch in Sätze zerlegt und per Knopfdruck für die Google-Suche vorbereitet wird. Auch die gefundenen Ergebnisse werden automatisch in einer Liste zur einzelnen Analyse angezeigt.
Word hat den Vorteil, dass Sie den gesuchten Text auch aus einem beliebigen anderen Format einfach in eine leere Datei hineinkopieren und eventuell noch überarbeiten können. Viele Dateiformate kann Word auch direkt lesen, so dass Sie eine maximale Flexibilität bei der Datenquelle haben.
Warum F3? Die für das Tool benutzte Abkürzung F3 entsteht nicht nur aus dem Namen Fremde Federn finden (der angelehnt ist an das gleichlautende und informative Plagiats-Portal der HTW Berlin), sondern ist auch eine Anspielung auf die Funktionstaste in Word. Dort ist F3 nämlich mit der Funktion EinfügenAutoText belegt. Und genau das machen die Raubkopierer ja: fremde Texte bei sich einfügen ...
Download
Das Tool steht zum Download zur Verfügung: Textplagiate finden mit F3 (zip, 47 kB).
Zum Weiterlesen:
Übrigens: Wie und warum Sie einen Textklau nicht auf sich sitzen lassen sollten, erklärt Rechtsanwältin Dr. Anna-Kristine Wipper im Beitrag "Plagiate: Hilfe, mein Text wurde geklaut!". Dort erfahren betroffene Texter und Autoren, mit welchen Mitteln Textdieben beizukommen ist und wie man Schadensersatz einfordert.
Wie Sie gegen Fotoklau vorgehen, lesen Sie im Beitrag "Urheberrechtsverletzungen bei Bildern: Vorbeugen, Beweise sichern, entschlossen reagieren" von Helma Spona - der Ihnen auch gleich eine Muster-Rechnung liefert, die Sie dem Verletzer schicken können.
Installation
Für die Installation müssen Sie lediglich die drei Dateien aus dem ZIP-Archiv in das AutoStart-Verzeichnis von Word kopieren und Word anschließend neu starten. Mehr ist nicht zu tun.
AutoStart-Verzeichnis finden
Bis einschließlich Word XP/2003 finden Sie das AutoStart-Verzeichnis über das Menü Extras/Optionen und dort auf der Registerkarte Dateispeicherorte. Der Verzeichnisname dazu heißt typischerweise Startup.
Speicherorte für Dateien in Word 2002/2003
Ab Word 2007 steht es in den Word-Optionen in der Kategorie Erweitert. Dort müssen Sie in der Gruppe Allgemein auf die Schaltfläche Dateispeicherorte klicken.
Hier verstecken sich ab Word 2007 die Dateispeicherorte.
Wenn die dort angegebenen Ordner nicht angezeigt werden, müssen Sie noch die Ordneroptionen ändern: Aktivieren Sie im Register "Allgemein" das Kontrollkästchen vor "Alle Ordner anzeigen" und im Register "Ansicht" das Kästchen vor "Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen".
Ordneroptionen
Damit die Makros im Add-In ausgeführt werden dürfen, muss bei der Makro-Sicherheit auf der Registerkarte Vertrauenswürdige Herausgeber das Kontrollkästchen Allen installierten Add-Ins und Vorlagen vertrauen angekreuzt sein.
Makros zulassen
In Word 2007 gibt es das Kontrollkästchen nicht mehr, dort müssten Add-Ins im Gegenteil ausdrücklich deaktiviert werden.
Suche starten
Sie sehen nach der Installation automatisch eine neue Symbolleiste mit drei Symbolen (ab Word 2007 auf der zusätzlichen Registerkarte Add-Ins), von der aus sich die Suche starten lässt.
Diese Symbole bringt das Tool mit.
Mit dem Symbol Fremde Federn finden starten Sie den Dialog für die Suche:
Der Dialog arbeitet in mehreren Schritten:
Sie wählen ein Dokument,
Sie markieren daraus einen Satz und
lassen diesen via Google suchen.
Das war's schon. Natürlich sehen Sie, dass der Dialog noch einige Optionen und Schaltflächen enthält, aber im Wesentlichen beschränkt es sich auf diese drei Schritte. Eine kleine Animation bietet Ihnen einen Eindruck vom Ablauf:
So arbeitet die Suche (klicken Sie auf das Bild, um die Animation zu starten!)
Optionen und Schaltflächen
Das Kombinationsfeld ganz oben zeigt alle geöffneten Word-Dokumente an. Mit den Schaltflächen daneben können Sie auch mit aktivem Dialog weitere Dateien öffnen oder welche schließen.
Das Listenfeld darunter zeigt automatisch von der jeweils ausgewählten Datei alle Sätze in einzelnen Zeilen zur Auswahl an. Davon gibt es eine Ausnahme: Falls im aktiven Dokument etwas markiert war, gibt es einen zusätzlichen Kombinationsfeld-Eintrag "Dokumentname (nur Auswahl)", bei dem der markierte Text zeilenweise in einzelne Wörter zerlegt wird.
Was immer Sie in der oberen Liste markieren, wird in der Editierzeile direkt darunter angezeigt und kann nach Bedarf noch bearbeitet werden.
Die markierte Zeile wird automatisch übernommen.
Der Inhalt der Editierzeile wird automatisch in die Google-Suchzeile darunter übernommen. Zusätzliche Optionen oberhalb ermöglichen die exakte Übereinstimmung (der Suchtext ist dann von Gänsefüßchen umschlossen) oder die Berücksichtigung von White- und Blacklist (siehe unten).
Wollen Sie keine weiteren Optionen einstellen, können Sie nun mit der Schaltfläche mit dem grünen Pfeil alle Treffer auflisten lassen. Diese erscheinen direkt in der Liste darunter.
Die ersten 10 Google-Treffer sind unten aufgelistet.
Die Anzahl der von Google angezeigten Treffer können Sie im Drehfeld anpassen, da nur die erste Google-Seite vom Tool ausgelesen wird.
Google zeigt recht häufig auf der Trefferseite zusätzliche Links zu seiner YouTube-Seite, die meistens allerdings kein brauchbares Ergebnis haben. Das ist mit dem Kontrollkästchen rechts daher normalerweise ausgeblendet.
Erst mit dem Markieren einer Trefferzeile ganz unten werden auch die jeweils nebenstehenden Symbole zur Bedienung aktiv. Die QuickInfos der Schaltflächen erläutern die Funktionen.
Die Icons der Trefferliste sind aktiv.
Wollen Sie beispielsweise die Google-Originalsuchseite in Ihrem Browser sehen, klicken Sie einfach neben der Suchzeile auf die auf die Schaltfläche "Google-Aufruf im Browser anzeigen". Dann öffnet sich die entsprechende Seite direkt in Ihrem Browser:
Der Browser zeigt den ersten Treffer an.
Die Schaltflächen erscheinen teilweise erst, wenn die zugehörige Liste Daten enthält oder darin Zeilen markiert wurden. Die folgenden Bilder erläutern die jeweilige Funktionalität:
Vom Dialog aus eine neue Datei öffnen oder die markierte schließen
In die Zwischenablage kopieren, in Google öffnen und in Word öffnen
Internet-Seiten in Word öffnen
Word bietet zwar das Öffnen von HTML-Seiten an, meistens ist das Ergebnis aber optisch ziemlich furchtbar und langsam. Es ist vor allem dafür gedacht, wenn die Texte weiterverarbeitet werden sollen. So können Sie beispielsweise die entdeckten Textkopien dauerhafter markieren und speichern.
White- und Blacklist
Die zwei mitinstallierten Textdateien enthalten in beliebig vielen Zeilen Begriffe, die Sie unabhängig vom ausgewählten Suchtext berücksichtigen (Whitelist) oder ausschließen (Blacklist) wollen. Sie können die entsprechenden Begriffe jederzeit ändern, jede Zeile darf auch aus mehreren Wörtern bestehen.
Typischerweise geben Sie dort als Blacklist den Namen Ihrer eigenen Website an, um nicht eigene Texte zu finden. Die Whitelist ist geeignet, zusätzliche Erläuterungen bei der Suche anzugeben, vor allem, wenn die Suchbegriffe uneindeutig sind. Notieren Sie dort beispielsweise "Finanzen", wenn Sie in den Texten nach "Bären" und "Bullen" als Symbole für die Börsenkurse und nicht nach den Tieren suchen wollen.
Ein Beispiel für eine Blacklist
Schnell suchen
Die zwei Symbole Google mit Listen und Google ohne Listen ermöglichen eine schnelle Suche. Dabei wird ohne Dialog einfach der gerade markierte Text gesucht und die passende Google-Trefferseite direkt angezeigt.
Dialog verkleinern
Da der Dialog relativ groß ist, kann er eventuell Wordtexte im Hintergrund verdecken. Für diesen Fall lässt er sich über die Zoom-Schaltfläche vorübergehend verkleinern und durch erneuten Klick wieder vergrößern:
Zu viel gesucht?
Wenn Sie zu schnell hintereinander Texte suchen, vermutet der Google-Server übrigens eine automatisierte Anfrage durch Computerprogramme. Dann kann es mal passieren, dass Sie die folgende Seite sehen:
Google-Hinweis auf zu häufige Anfragen
Durch Eingabe der jeweils dargestellten Zeichenkette stellt Google sicher, dass dort ein Mensch sitzt und gibt Ihre IP-Adresse direkt anschließend wieder für weitere Anfragen frei.
Fazit
Ein kleines, aber feines Makro erlaubt die effektive Suche nach geklauten Texten. So können Sie schnell feststellen, ob Ihre Arbeit von anderen missbräuchlich genutzt wird.
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Sehr geehrter Herr Hölscher, auch wir hatten das Problem mit Plagiaten. Es gibt ein (kostenloses) Tool zum Auffinden von doppelten Content im Netz. Das findet je nach Einstellung auch modifizierte Texte. Wie Sie schon berichten, wird oft nur etwas im Text verändert. Mit diesem Tool können Sie ganze Texte suchen ohne das Google Spam Problem. Dieses Tool zeigt Ihnen auch noch prozentual die Relevanz der kopierten Worte/Texte an. Das Tool heißt Unique Content Verifier (UN.CO.VER) und hat auch eine deutsche Benutzeroberfläche.
Freundliche Grüße aus Leipzig
http://www.airnet-dsl.de
Danke für den Tip mit dem UN.CO.VER (schöner Name :-)).
Lorenz Hölscher
Herzlichen Dank für dieses absolut nützliche Tool für Forenbetreiber.