Im Client oder beim Server?
Plausibilisierung im Client mit JavaScript
Bei einer Webapplikation kann im Prinzip die gesamte Plausibilisierung bereits im Browser erfolgen, sofern keine Zugriffe auf eine Datenbank notwendig sind. Zwar ist HTML zu keinerlei nennenswerten Plausibilisierungen in der Lage, aber genau dazu wurden ja clientseitige Webtechniken wie JavaScript eingeführt. Mittlerweile ist JavaScript auch die einzige flächendeckend verfügbare, clientseitige Programmiertechnik im Web und es dürfte sogar die mit Abstand wichtigste Anwendung von JavaScript sein; die Möglichkeit Webformulare zu plausibilisieren.
Die Variante, in der sich der Client vollständig um die Plausibilisierung einer Webapplikation kümmert, hat diverse Vorteile. Insbesondere müssen keine fehlerhaften Daten hin und her geschickt werden. Der Clientbrowser kann beispielsweise via JavaScript bereits zahlreiche Abhängigkeiten und Vorgaben prüfen und verhindern, dass ein dahingehend inkorrektes Formular überhaupt zu Server abgeschickt wird. Im einfachsten Fall können Pflichtfelder überprüft werden, aber es kann auch der Inhalt von Feldern bezüglich dem Vorkommen bestimmter Zeichen überprüft werden, der Wertebereich von Zahlen kann überprüft werden, und so weiter.
Ein Nachteil reiner clientseitiger Plausibilisierungen ist jedoch, dass bestimmte Informationen nicht beim Client bereitstehen können. Dies sind alle Informationen, die etwa den Zugang zu einer Datenbank benötigen (beispielsweise ein Prüfung aller gültigen PLZ-Ortsnamen-Beziehungen). Das größte Problem ist jedoch ein anders.
Allgemein kann man zwar heutzutage JavaScript in fast allen Browsern voraussetzen. Allerdings können Anwender die Ausführung von Skripten (oder anderen Clienttechniken) jederzeit in ihrem Browser deaktivieren. Dementsprechend werden Plausibilisierungen, die mit JavaScript im Client stattfinden sollen, bei deaktiviertem JavaScript nicht greifen und Daten in einem Webformular möglicherweise ungeprüft zum Server geschickt werden. Es ist zwar möglich, das ungeprüfte Verschicken der Daten zu erschweren, aber ein geübter Anwender kann diese Schutzmaßnahmen aushebeln.
Plausibilisierung im Server
Wenn der Server via einer Technik wie PHP oder ASP die ausschließliche die Überprüfung von Eingaben in einem Webformular übernimmt, kann man natürlich dort alle Plausibilisierungen durchführen. Das steht außer Frage. Aber auch bei dieser Vorgehensweise gibt es einige gravierende Nachteile. Hier sind drei der Wichtigsten:
Das Laufzeitverhalten einer serverseitig plausibilisierten Webapplikation ist schlecht. Bis eine Antwort vom Server auf eine Anfrage zur Plausibilisierung von bestimmten Daten wieder beim Client ist, kann viel Zeit vergehen. Zwar kann man durch neue Techniken wie AJAX nur Teile einer Webseite austauschen und die Menge der auszutauschenden Daten reduzieren, aber dennoch müssen Daten erstmal von Client zum Server und wieder zurück geschickt werden.
Es kommt bei einer serverseitig plausibilisierten Webapplikation zu einer starken Belastung der Kommunikationswege durch unnütz hin- und hergeschickte Daten.
Es gibt eine starke Belastung des Servers bei gleichzeitigem Brachliegen immenser Client-Ressourcen.

