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Mehr Handy-Diskretion durch Mailbox-Durchwahl

Mehr Handy-Diskretion

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Stand: 8. Februar 2008

Die praktischen Voicemail-Durchwahlnummern gibt es zwar schon lange - sie sind aber wenig bekannt: Über eine zusätzliche zweistellige Vorwahl erreichen Sie direkt den mobilen Anrufbeantworter Ihrer Gesprächspartner! Dadurch vermeiden Sie unnötige Störungen und ersparen sich das Eintippen umständlicher SMS-Nachrichten. Außerdem lässt sich auf diese Weise vielfach der Besitzer einer fremden Mobilfunknummer ermitteln. Der Mailbox-Direktanruf funktioniert in allen vier Mobilfunknetzen in Deutschland. Wir stellen die diskrete Mailbox-Durchwahl vor.

Wer eine kurze Mobilfunk-Nachricht übermitteln will, läuft Gefahr, seinen Gesprächspartner zu stören. Erfahrungsgemäß nehmen viele Menschen auch in mehr oder weniger unmöglichen Situationen Gespräche an - es könnte ja schließlich wirklich wichtig sein.

Eine erstaunlich wenig bekannte und noch seltener genutzte Möglichkeit, solche Störungen zu vermeiden, ist die praktische Mailbox-Durchwahl: Sämtliche Netzbetreiber bieten eine spezielle Mailbox-Vorwahl an. Über die werden Sie direkt mit dem Anrufbeantworter eines Teilnehmers verbunden, ohne dass es zuvor am Handy klingelt.

Liste der Spezialvorwahlen

Die Mailbox-Durchwahlen der vier deutschen Mobilfunk-Netze im Überblick:

  • T-Mobile: 13

  • O2: 33

  • Vodafone: 50

  • E-Plus: 99

Um direkt auf die Mailbox zu sprechen, wählen Sie zuerst die Mobilfunk-Vorwahl, dann die Mailbox-Vorwahl und schließlich die Handy-Durchwahl. Das funktioniert übrigens unabhängig davon, ob der Angerufene seinen Mobilfunkvertrag beim Netzbetreiber selbst oder bei einem der zahlreichen Discount-Ableger (wie zum Beispiel Aldi, Congstar, Blau.de, Fonic oder Maxxim) abgeschlossen hat.

Beispiel: T-Mobile

Angenommen, Max Mustermann hat die T-Mobile-Rufnummer 0170 - 9874321. Dann landet Kollegin Manuela Müller-Lüdenscheidt mit der Durchwahl 0170-13-9874321 direkt auf der "Mobilbox" und kann dort sofort ihre Nachricht hinterlassen - vorausgesetzt natürlich, die Mailbox ist aktiviert. Max Mustermann wird darüber wie bei einem entgangenen Anruf informiert.

Welche Vorwahl gehört zu welchem Anbieter?

Welcher (ursprüngliche) Mobilfunkanbieter sich hinter welcher Handy-Vorwahl verbirgt, können Sie zum Beispiel im Vorwahlverzeichnis der Wikipedia feststellen.

Die gute Nachricht: Wenn ein Teilnehmer seine Rufnummer zu einem anderen Provider mitnimmt (Stichwort: "Rufnummernportierung"), bleibt die ursprüngliche Mailbox-Durchwahl grundsätzlich unverändert. Angenommen, Max Mustermann wechselt mit seiner T-Mobile-Rufnummer 0170 - 9874321 zu E-Plus oder einem E-Plus-Reseller (z. B. Aldi), ist seine Voicemailbox weiterhin unter 0170 - 13 - 9874321 zu erreichen.

Weitere Vorteile

Die Direktanwahl der Mailbox ist nicht nur diskreter - sie erspart auch die Wartezeit bis zum Anspringen des Anrufbeantworters, wenn der Angerufene in Funklöchern steckt oder aus anderen Gründen nicht erreichbar ist.

Außerdem können Sie mithilfe der Durchwahl in vielen Fällen den Inhaber eines Mobilfunkanschlusses ermitteln. Das ist zum Beispiel nützlich, wenn Sie wissen möchten, wer sich bei einem entgangenen Anruf hinter der angezeigten Rufnummer verbirgt - ohne gleich persönlich nachfragen zu müssen.

Nachteile gibt es aber auch:

  • Je nach Mobilfunktarif kann die Abfrage der Mobilbox den Angerufenen zusätzliche Gebühren kosten.

  • Unter Umständen kommt die Nachricht später an als erwartet: Manche Handynutzer nehmen zwar jeden Anruf entgegen - fragen dafür aber ihre Mailbox nie ab.

Abfrage der eigenen Mailbox von fremden Anschlüssen

Die Voicemail-Durchwahl ist auch sonst nützlich: Wenn Sie Ihr Handy vergessen oder verloren haben, können Sie mit deren Hilfe Ihren eigenen Anrufbeantworter aus dem Festnetz oder von einem anderen Handy abfragen. Max Mustermann aus unserem obigen Beispiel wählt die 0170-13-9874321, unterbricht seinen eigenen Ansagetext mit der Stern-Taste und gibt seine Mailbox-PIN ein. Anschließend kann er seine Mitteilungen abhören, wie er das von seinem Handy aus gewohnt ist.

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Hallo,
es tut mir leid, dass das Verfahren bei Ihnen nicht wie beschrieben funktioniert. Am besten Fragen Sie bei Ihrem Provider nach, wie Sie Ihre Handy-Mailbox vom Festnetz oder einem anderen Handy abfragen können.
Eine Bitte: Lassen Sie uns hinterher wissen, was die Ursache des Problems war? Danke!
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo

Ich habe ein Problem und zwar habe ich das beispiel oben versucht zu übernehmen ( von einem anderen handy meine Mailbox abfragen), aber das funktioniert nicht, habe alles so gemacht mit Sterntaste unterbrochen etc. aber danach kommt nur ne Meldung mit : Nachricht wurde gelöscht und ich bekomme eine SMS aufs Handy das ne neue Nachricht auf der Mailbox ist??

> Und warum Herr Vetter von seinem Lawblog auf diesen Artikel verlinkt,
> ist mir vollends schleierhaft.

Weil der Herr Vetter das vielleicht einfach als verlinkenswert emfand. Vielleicht, weil es die Vorratsdatenspeicherung ein kleines bisschen ärgert. Denn wenn wenn Herr X der Frau Y per SMS schreibt, dass es um 20:00 Uhr ins Kino geht, dann hat der Herr Schäuble die Telefonnummern, die Uhrzeit, Funkzelle, usw. _PLUS_ die Information das es um 20:00 Uhr ins Kino geht gespeichert. Denn Nutzdaten und Verbindungsdaten können bei der SMS nicht getrennt werden. Mit dem Mailboxverfahren hätte Herr Schäuble ebenfalls die Telefonnummern, die Uhrzeit usw. aber nicht zusammenhängend (wer mit wem?, je mehr Mailboxanrufe um so besser) und er hätte vorallem die übertragenen Information nicht, denn die Audiodaten werden (noch) nicht gespeichert.

Damit das vielleicht ein paar wenige Leute bemerken, ist es toll wenn der "ur-alte Kaffee wieder aufgewärmt" wird.

Hallo und herzlichen Dank für Ihre Hinweise auf die Mitnahme der Mailboxdurchwahl bei Rufnummernportierung. Ich habe den Beitrag entsprechend korrigiert.
Was den kalten Kaffee angeht: Nicht jeder Praxistipp von akademie.de basiert auf einer brandneuen technischen Entwicklung. Kriterium ist vielmehr der mögliche Alltagsnutzen. Wenn wir auf praktische, aber wenig bekannte bzw. selten genutzte und noch dazu kostenlose oder preiswerte Lösungen stoßen, rechtfertigt das zusammen mit einer verständlichen (und in der Regel zutreffenden ;-)) Funktionsbeschreibung die Veröffentlichung in der Rubrik "Tipps & Tricks".
Noch einmal vielen Dank für Ihre Unterstützung und freundliche Grüße
Robert Chromow

Zum letzten Beitrag: ACK, so hatte ich das auch in Erinnerung, Mailboxnummern werden mitportiert. Die Info, welche Vorwahlen zu welchem Netz gehören, wäre hilfreich.

Der Artikel suggeriert, daß die "Zwischenwahl" des ursprünglichen Netzes zu nehmen ist, spricht das aber nicht aus.

Und warum Herr Vetter von seinem Lawblog auf diesen Artikel verlinkt, ist mir vollends schleierhaft.

Wenn man seine Rufnummer zu einem anderen Anbieter mitnimmt, bleiben auch die "Direkt-Durchwahlen" zur Mailbox gleich.

Schön, daß der ur-alte Kaffee wieder aufgewärmt wurde.

Im D2-Netz erreicht man den "administrativen" Zugang zur Sprachbox mit der Vorwahl 55.

Vorsicht bei den O2-"Zwischen"wahlen. Die 33 gilt nur bei "echten" O2-Nummern, also welchen aus den Numerblöcken, die O2 zugwiesen wurden. Hat ein Kunde aus einem anderen Netz seine Nummer mit zu O2 genommen, dann ist es auch eine andere "Zwischen"wahl. Das kann man auch auf der O2-Seite nachlesen.

Diese Zwischenwahlen eignen sich auch gut, Leuten ein Fax zukommen zu lassen ohne deren "echte" Faxnummer zu kennen. Denn eigentlich alle Mobilboxen können heutzutage auch Faxen.
Weitere Anwendung: Man selbst kein physisches Faxgerät. Dann gibt man seine Handynummer mit dieser Zwischenwahl an und ruft die Faxe z.B. in einem Copyshop ab.

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