Verhandlungspartnern auf Augenhöhe begegnen
Weibliche Angestellte verdienen über 20 % weniger als ihre männlichen Kollegen. Doch wie ist es, wenn Frauen selbständig sind? Wenn sie ihre Produkte oder ihre Dienstleistungen verkaufen, gibt es hier eine Entgeltsgleichheit? Und wenn nein, an wem liegt das? Wer kämpft für diese Frauen? Die letzten beiden Fragen haben dieselbe Antwort: Sie!, vielleicht sogar "nur Sie!". Gaby S. Graupner erklärt, warum selbstständige Unternehmerinnen zu ihren Preisen stehen sollten und wie sie das tun.
In meinen Coachings von selbständigen Frauen erlebe ich immer wieder das Gleiche: Die Tagessätze der Frauen liegen unter den Tagessätzen der Männer, immer verglichen innerhalb einer Branche. Wie kommt das?
Was Angestellte betrifft,
sind Frauen seltener in (gut bezahlten) Führungspositionen vertreten und haben weniger Berufsjahre angesammelt, was sich negativ auf ihre Gehaltsentwicklung auswirkt.
sind immer noch Rollenbilder maßgeblich: Berufswahl und Einkommen der Frau werden als nebensächlich abgetan.
sind auch staatliche Rahmenbedingungen für Einkommensunterschiede mitverantwortlich. (Mehr zu den Gründen bei Equal Pay Day.de.)
Viele dieser Gründe gelten in der Selbständigkeit nicht. Ob Sie wegen Ihrer Familie nur 20 Stunden in der Woche arbeiten oder 60, das hat keinen Einfluss auf den Wert der einzelnen Stunde oder auf den Wert des Produktes, welches Sie verkaufen.
Wenn wir die Preisdefinitionen innerhalb einer Branche bei Männern und Frauchen im Vergleich ansehen, trifft auch das Problem der Branchen mit niedrigem Entgeltniveau nicht zu. Nehmen wir zum Beispiel die Selbständigkeit in der Reinigungsbranche und vergleichen hier die Angebote von Frauen mit denen von Männern, so geben Frauen in vielen Fällen viel öfter nach bzw. mehr Rabatt als männliche Mitbewerber.

Naja, nicht folgerichtig und der Latte-Kaffee-Einwurf ist ebenfalls daneben. Sie tun Frauen keinen Gefallen, wenn Sie weibliche Servicekraefte zurechtweisen, wenn diese Ihnen ein Angebot unterbreitet.
Liebe Leserin, vielen Dank für Ihren Einwand. Macht es wirklich Sinn, mit jedem Service (auch schlechtem - zugegebenermaßen subjektiv schlechtem) aus geschlechtlicher Solidarität einverstanden zu sein? (Die Story gilt im übrigen auch für männliche Servicekräfte, das ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Ausbildung). Ist eine klare Aussage der Unzufriedenheit nicht besser? Ich gebe dem Dienstleister damit die Chance sich zu verbessern und der nächste Gast, weiblich oder männlich, kann den verbesserten Service genießen. Das hilft allen. Aus meiner Sicht ist Wachstum nur so möglich.
Danke für Ihre ermutigenden, klaren Worte!