Mediengerechte 'Schreibe'
Die Pressemitteilung ist die gängigste Form des Pressetextes. Daneben gibt es auch andere Formate: Kurzmeldung, Terminankündigung, Presseerklärung, um nur die wichtigsten zu nennen.
Allen gemeinsam ist, dass sie sich einer mediengerechten Sprache bedienen sollten. Sie müssen klar formuliert sein. Fachjargon und Werbesprache sollte vermieden werden - das eine erzeugt Unverständnis und Langeweile, das andere weckt Misstrauen und wirkt wenig glaubwürdig. Schließlich sollen Pressetexte informieren und nicht werben. Was müssen Sie konkret beachten?
Schreiben Sie treffende Wörter! Kurze, anschauliche Wörter mit einer, zwei oder drei Silben sind fast immer verständlicher und gleichzeitig lebendiger als lange Wörter.
Vermeiden Sie Füllwörter! Füllwörter blähen den Text auf, ohne zum Verständnis beizutragen. Statt "Diese Art der Vorgehensweise setzt ein hohes Maß an Flexibilität auf beiden Seiten voraus" schreiben Sie besser "Dieses Vorgehen erfordert Flexibilität auf beiden Seiten". Streichen Sie auch Floskeln wie "im wesentlichen", "selbstverständlich", "insbesondere", "eigentlich", "praktisch", "in diesem Zusammenhang", "unter anderem" ...
Weg mit Doppelungen! Statt "im Monat Mai" einfach "im Mai".
Keine heiße Luft! Schreiben Sie "das bedeutet" und nicht "das impliziert". Und vermeiden Sie Anglizismen und Fremd- und Fachwörter, wo sie nicht unbedingt nötig sind.
Stutzen Sie Komposita wie "Telekommunikationsdienstleistungsunternehmen" auf ein leserfreundliches Maß zurecht: Statt "Eigeninitiative" reicht auch "Initiative", statt "Themenbereiche" genügt "Themen". Und fügen Sie Bindestriche ein: Statt "Softwareentwicklungsingenieur" lieber "Software-Entwicklungsingenieur".
Verwenden Sie mehr Verben und konkrete, präzise Begriffe! Schreiben Sie zum Beispiel statt: "das Auto" "das BMW-Cabrio".
Gehen Sie mit Adjektiven und Synonymen sparsam um.
Achten Sie auf klare Bezüge. Wiederholen Sie lieber ein Schlüsselwort, als in Kauf zu nehmen, dass der Leser nicht genau weiß, wer oder was denn nun mit "sie" oder "jener" oder "die oben genannten" gemeint ist.
Setzen Sie Wortwiederholungen sparsam als Stilmittel ein.
Wichtig ist vor allem: Konstruieren Sie klare Sätze! Sätze müssen übersichtlich und klar aufgebaut sein. Am schnellsten verstehen wir normalerweise kurze Hauptsätze mit höchstens 16 Silben. Das kann aber auf Dauer sehr monoton und langweilig sein. Leserfreundlicher ist es, zwischen kurzen und mäßig langen Sätzen zu wechseln und auf einen durchsichtigen Satzbau zu achten.
Lassen Sie auch Wörter zusammen, die zusammengehören, d.h. rücken Sie die Bestandteile des Verbs zusammen, Subjekt und Prädikat, Artikel und Substantiv. Aktive Sätze werden besser verstanden als passive. Und: Formulieren Sie Sätze positiv und direkt. Verneinungen verlangsamen die Lesegeschwindigkeit
Unbedingt vermeiden sollten Sie:
Diese Seite ist für Mitglieder von akademie.de reserviert.
Möchten Sie die Mitgliedschaft 14 Tage kostenlos testen und den Beitrag komplett lesen?
Oder möchten Sie zunächst mehr über diesen Beitrag erfahren und die Leseproben sehen?
Ich bin bereits Mitglied