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Stand: 4. April 2010

Foto-Basics

Basiswissen aufgefrischt: Brennweite und Belichtung

Brennweite

Die Brennweite, mit der fotografiert wird, hat ebenfalls einen großen Einfluss auf die Ausdehnung der Schärfentiefezone. In unserer einfachen Form der Produktfotografie kann man grundsätzlich mit allen Brennweiten arbeiten, man muss aber wissen, dass eine Weitwinkel-Optik das Motiv anders abbildet als ein Normal- oder Teleobjektiv. In der praktischen Arbeit greift man oft auf die Weitwinkel-Einstellung zurück, z. B. um das Objekt vollständig auf das Bild zu bekommen. Man erzielt auf diese Weise auch die größtmögliche Schärfentiefe. Aber gerade das Weitwinkel verzerrt das Motiv am stärksten. Wägen Sie also ab, ob Sie diese Verzerrung in Kauf nehmen wollen und können. Günstiger wäre es, mit einer Normal- oder leichten Tele-Optik zu arbeiten (50-80 mm), damit das Objekt so naturgetreu wie möglich abgebildet werden kann. Dazu müssen Sie aus einer größeren Entfernung arbeiten; das wiederum bewirkt, dass Sie mehr Platz und möglicherweise auch einen größeren Hintergrundkarton benötigen.

  • Je länger die verwendete Brennweite (Tele, Zoom), desto schmaler ist die Schärfentiefezone.

  • Je kürzer die verwendete Brennweite (Weitwinkel), desto stärker ist die Verzeichnung.

Bild vergrößernSchachtel, verzerrt abgebildet

Kamera-Programm

Je nachdem, mit welcher Art von Kamera Sie fotografieren, haben Sie verschiedene Möglichkeiten der halbautomatischen oder vollautomatischen Einstellung. Am günstigsten sind die halbautomatischen Programme, bei denen Sie entweder die Belichtungszeit oder die Blendeneinstellung selbst wählen. Um eine möglichst große Schärfentiefe zu erzielen, ist es günstig, die Blende auf einen Wert von 11, 16 oder 22 einzustellen. Höhere Werte führen nicht unbedingt zu schärferen Ergebnissen. Es kann sogar sein, dass die Bilder bei einer Einstellung von Blende 32 oder 64 (falls vorhanden) wieder unschärfer werden. Das hängt häufig mit der Qualität der Optiken zusammen. Was Sie nicht tun sollten: die Kamera auf Programmautomatik stehen lassen, denn dort wird bei wenig Licht eher die größte Blendenöffnung eingestellt, was sich dann mit einer zu geringen Schärfentiefezone rächt.

Wenn eine geringe Schärfentiefe aus gestalterischen Gründen gewünscht ist, z. B. um bestimmte Details eines Produktes plastisch hervorzuheben, dann stellen Sie die große Blendenöffnung bewusst ein (Blendenvorwahl, A/Av plus kleiner Zahlenwert für die Blende).

Staub auf dem Bildsensor

Bei digitalen Spiegelreflexkameras (DSLRs) wird im Lauf der Zeit Staub ins Innere der Kamera gesaugt. Man muss noch nicht einmal das Objektiv gewechselt haben. Schon durch das Zoomen geraten kleine Staubpartikel ins Gehäuse und landen irgendwann auf dem Bildsensor, also dem Teil der Kamera, auf dem das Bild erzeugt wird. Die Staubflecken sind im späteren Bild als graue, matschige Flecken sichtbar, v. a. in hellen Bildbereichen. Je weiter man bei der Aufnahme abblendet (Blende 16, 22 ...), desto dunkler und schärfer werden leider auch die Flecken. Diese müssen später retuschiert werden.

Einige Kameramodelle verfügen über Reinigungsfunktionen, die bei jedem Einschalten der Kamera den Staub vom Sensor schütteln. Diese Funktion schützt leider auch nicht endgültig vor dem Staubteufel und eine Sensor-Reinigung ist angesagt. Es gibt verschiedene Reinigungs-Kits und Anleitungen, wie man den Sensor selbst vom Staub befreien kann. Wer sich nicht an die Sache heranwagt, kann das Gehäuse zum Kundendienst bringen und reinigen lassen. Bedauerlicherweise hält auch eine professionelle Reinigung nicht ewig.

Bild vergrößernStaub auf dem Bildsensor erzeugt Flecken.

Nützlich: Belichtungskorrektur

Im halbautomatischen und manuellen Modus von Digitalkameras kann man die Einstellungen für die Belichtung manuell korrigieren, indem man etwas mehr (+Korrektur) oder etwas weniger (-Korrektur) Licht auf den Sensor gelangen lässt. Solche Korrekturen sind erforderlich, wenn sich die fotografierten Motive auf einem weißen oder schwarzen Hintergrund befinden - und das ist bei unseren Produktfotos meistens der Fall. Auf hellem Hintergrund sollte man eine +Korrektur vornehmen. Dunkle Motive vor dunklem Hintergrund erfordern eine -Korrektur, andernfalls erscheint das Motiv grau und verwaschen.

Einstellung für die Belichtungskorrektur

Bild vergrößernDie linke Aufnahme ist ohne, die rechte mit einer Belichtungskorrektur von +1 Blende aufgenommen.

Mögliche Fehlerquelle!

Die Belichtungskorrektur stellt sich nicht automatisch auf ihren Ausgangswert zurück. Wenn Sie für eine Aufnahme eine Korrektur vorgenommen haben, stellen Sie die Plus- oder Minuskorrektur von Hand zurück auf den Wert 0, damit Sie bei späteren Aufnahmen wieder unkorrigierte Bilder erhalten!

Exkurs: Belichtungsmessung

Für eine gelungene Aufnahme ist die Belichtungsmessung von entscheidender Bedeutung. Man unterscheidet zwischen Lichtmessung und Objektmessung.

Bei der Lichtmessung wird vom Motiv aus (in Richtung Kamera) gemessen, und zwar die Beleuchtungsstärke des Lichts. Dies hat den Vorteil, dass die Eigenfarbe des Motivs das Messergebnis nicht in Form eines Helligkeitswerts beeinflusst. Für diese Art der Belichtungsmessung benötigt man einen externen Handbelichtungsmesser.

Kameras mit Belichtungsmessung arbeiten durchweg mit der Objektmessung, die leider einen Nachteil mit sich bringt: Die Farben des Motivs können das Messergebnis verfälschen, da der Belichtungsmesser nicht erkennen kann, ob er z. B. eine schwarze Fläche misst oder ob tatsächlich wenig Licht vorhanden ist. Damit der Fotograf das nicht berücksichtigen muss, haben die Techniker verschiedene Programmvarianten für die Objektmessung (Belichtungsmessung) erfunden:

  1. Die reine Integralmessung (manchmal findet man in der Literatur auch den Begriff "Arbeitsblenden-Messung") ist die "Urmutter" der Belichtungsmessung: Es handelt sich um nichts anderes als eine reine "Objekt-Messung".

  2. Bei der mittenbetonten Integralmessung liegt der Schwerpunkt der Belichtung auf dem zentralen Messfeld. Deshalb sollte sich das Hauptmotiv auch dort (in der Bildmitte) befinden.

  3. Bei der Selektiv-Messung ist das Messfeld meist etwas kleiner als bei der "mittenbetonten Integral-Messung". Die Unterschiede - auch bei der Gewichtung des Messfeldes - werden gelegentlich überschätzt. Oft sieht man keinen wirklich großen Unterschied.

  4. Die Messung für Fortgeschrittene ist die Spotmessung: Der kleine Messkreis ("Spot") liefert stets ein 18 Prozent-Ergebnis, d. h. den Helligkeitswert, der einer genormten Graukarte entspricht. Im Studio sollte man für schwierige Motive eine solche Graukarte zur Belichtungsmessung verwenden.

  5. Die Mehrfeldmessung ist eine universelle Messmethode, die in nahezu allen Motivbereichen technisch korrekte Belichtungen liefert, ohne dass zusätzliche Korrekturen erforderlich wären.

In der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera finden Sie die Symbole für die verschiedenen Messarten und können nachlesen, wie Sie diese an der Kamera einstellen.

Anfangs fehlt oft die Übung im Umgang mit der eigenen Kamera und der Belichtungsmessung, aber mit wachsender Erfahrung bekommen Sie mehr Sicherheit und genauer belichtete Bilder.

  • Für Einsteiger: Stellen Sie an Ihrer Kamera die Mehrfeldmessung oder die mittenbetonte Integralmessung ein. Wenn die Ergebnisse zu hell oder zu dunkel werden, arbeiten Sie mit der Belichtungskorrektur.

  • Für Fortgeschrittene: Messen Sie die Belichtung auf einer Graukarte, die Sie vor Ihr Produkt stellen, und übernehmen Sie die gemessenen Werte über die manuelle Einstellung an der Kamera. Sobald sich am Licht oder an der Entfernung etwas ändert, müssen Sie erneut messen und die Einstellungen anpassen.

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Über die Autorin:

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Jacqueline Esen ist freiberufliche Fotografin und gibt ihr Wissen in Foto-Kursen, Online-Workshops und Fachbüchern weiter. Ihre Bücher "Der große Fotokurs" und "Digitale Fotografie" sind Bestseller ...

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