Verkaufsstarke Produktfotos für eBay und Online-Shops

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Stand: 4. April 2010

Gestaltungsmöglichkeiten in der Fotografie

Dekoration und Setting

Dekoration und Identifikation

In der klassischen Produktfotografie verzichtet man auf jeglichen Schnickschnack.

Das Produkt wird vor neutralem Hintergrund fotografiert und naturalistisch und naturgetreu dokumentiert - auch wenn man es natürlich von seiner besten Seite und im besten Licht zeigt.

In der Werbefotografie zeigt man dagegen das Produkt im Gebrauch. Man sieht beispielsweise Kinder, die mit einer Puppe spielen, Fotomodelle, die Kleidung präsentieren, oder einen wunderschön gedeckten Tisch, auf dem duftender Kaffee serviert wird.

Dekoration ohne Grenzen?

Wer einen Katalog durchblättert, eine Werbeanzeige sieht oder einen Fernsehspot anschaut, weiß, dass eine Puppe bzw. Mode oder Kaffee beworben wird und dass er bitteschön die Puppe oder den Kaffee kaufen soll... und das nette Kind, die Frau oder den schön gedeckten Tisch nicht mit dazu bekommt. Menschen im Bild erleichtern die Identifikation des Betrachters mit dem angebotenen Produkt. Deshalb sind in Katalogen und Broschüren auch so oft Personen zu sehen.

Für Abbildungen auf Produkten gibt es rechtliche Vorschriften, damit "ein Käufer nicht in die Irre geführt wird". Auf Lebensmittelverpackungen sieht man sehr häufig das Produkt, schön arrangiert und fotografiert. Daneben steht dann das Wort: "Serviervorschlag" oder ein erläuternder Satz, dass beispielsweise die Salatdekoration und der Teller nicht mit dazu gehören. Was nach gesundem Menschenverstand schreit, kann eine juristische Falle sein. Später mehr zu möglichen Rechtsproblemen.

Je nachdem, was Sie anbieten und wo Ihre Fotos erscheinen: Erkundigen Sie sich nach den Gepflogenheiten. Bringen Sie entsprechende Warnhinweise für Dummies an oder verzichten Sie sicherheitshalber auf Dekorationen, v. a. bei Ebay & Co.

Auf Ihren eigenen Werbebroschüren und Seiten können Sie natürlich dem Beispiel anderer Werbetreibender folgen: Wenn Sie Eierbecher verkaufen, dann nehmen Sie ruhig ein Ei mit ins Arrangement oder vielleicht sogar ein Huhn, das sich die Becher neugierig anschaut. Oder Sie verlegen das Fotoshooting in den Hühnerstall und arrangieren dort ein Picknick mit Frühstücksei. ...

Aber: Bei jedem Arrangement ist es wichtig, dass das Produkt eindeutig das Hauptmotiv bleibt. Das erreichen Sie durch die Perspektive, durch Beleuchtung oder Betonung durch Schärfe/Unschärfe.

Aufgabe: Dekoration

Arrangieren Sie Ihr Produkt mit geeigneten Dekorationsmitteln und fotografieren Sie das Arrangement.

Lifestyle-Elemente

Unter diesen Begriff fällt alles, was dazu gehört, um ein bestimmtes Lebensgefühl zu erzeugen.

Eine Arbeiterfamilie in Essen hat einen anderen Lebensstil als ein Bauer in Ostfriesland oder ein Top-Manager in Frankfurt. Sehen Sie bei diesem Satz vielleicht schon Bilder vor Ihrem inneren Auge? Wie sieht die Wohnung der Arbeiterfamilie aus? Wie wohnt der ostfriesische Bauer? Wie hat sich der Top-Manager eingerichtet? Der Hund, der in der Melitta-Kaffeewerbung auftritt, wäre beispielsweise so ein Lifestyle-Element.

Aber auch die Tapete an der Wand, die Lampe im Hintergrund, die Front der Kücheneinrichtung, die Form der Lichtschalter, die Größe der Location - das Zusammenspiel all dieser Elemente erzeugt eine Stimmung, ein Gefühl, ist Ausdruck des Lebensstils. Mit Ihrem Foto-Arrangement bringen Sie zum Ausdruck, dass Ihr Produkt genau in diesen Lebensstil hineinpasst oder diesen Stil wirksam unterstützt und verstärkt.

Die Ebay-Werbung brachte es genau auf den Punkt: Der Kunde holt ein Hemd aus dem Karton, das das gleiche Muster hat wie die Tapete an der Wand. Bingo! Wie hier mit Emotionen gespielt wird und welche Personenkreise (-> Identifikation) angesprochen werden, sieht man auch sehr schön:

Bild vergrößernEbay-Videoclip

Bild vergrößernStandfotos aus dem ebay-Videoclip

Wenn Sie sich den gerade aktuellen Film ganz anschauen möchten - es gibt ihn bei Ebay zu sehen.

Aufgabe: Welcher Lifestyle passt zu Ihren Käufern?

Auf der vorherigen Seite haben wir Sie aufgefordert, sich vorzustellen, wer Ihr Produkt wahrscheinlich kauft. Überlegen Sie jetzt noch einmal: Was für einen Lebensstil hat dieser Mensch?

Welche Möbel besitzt er oder sie? Welche Tapete hat er an der Wand? Welche Kleidung bevorzugt er? Welche anderen Produkte kauft er oder sie? Vielleicht haben Sie persönlichen Kontakt zu Stammkunden, und sei es nur E-Mail-Verkehr mit potenziellen Käufern. Vielleicht hat eine solche Person eine eigene Internetseite und Sie können sich dort anschauen, welchen Stil er/sie bevorzugt. Daraus lässt sich ableiten, welche Elemente oder welche Umgebung für die Inszenierung Ihrer Werbefotos geeignet ist.

Aufgabe: Welcher Lifestyle passt zum Produkt?

Welche Lifestyle-Elemente passen zu Ihrem Produkt? Probieren Sie verschiedene Varianten aus, um herauszufinden, wie sich die Bildwirkung insgesamt ändert.

Umgebung

Wer Werbung nur oberflächlich überblättert, wird kaum bewusst wahrnehmen, dass die Umgebung in den Bildern eine zentrale Rolle spielt. Unbewusst nehmen wir diese Information aber sofort auf.

Sobald Sie sich von der klassischen Produktfotografie lösen und Ihr Motiv in einen anderen Kontext stellen, wecken Sie ganz gezielt Emotionen:

  • Wilde, zerklüftete Berglandschaften sprechen den Erregungstyp an; ein ruhiger See wird dem Sicherheitsmenschen gefallen und der Autonomie-Typ könnte sich durchaus von einem Wüsten-Motiv angezogen fühlen.

  • Modeaufnahmen für Versandhauskataloge werden nicht immer nur im Studio gemacht, sondern an schönen Orten: am Strand, im Schnee, weil diese Bildmotive die Sehnsucht des Käufers ansprechen: Urlaub, Leichtigkeit, Sonne, Licht, Entspannung ...

  • Wohnaccessoires verkaufen sich besser, wenn die Käuferin sieht, wie schön alles arrangiert ist. Zwischen den nüchternen Sach-Aufnahmen der einzelnen Produkte finden sich im Ikea-Katalog auch glückliche, entspannte Menschen oder eine Katze räkelt sich bequem auf dem Sofa ... alles nur, damit wir uns wohl fühlen und kaufen!

Das sind Extrembeispiele, die für Ihre Ebay-Auktion natürlich völlig überzogen wären. Verstehen Sie es als Hinweis auf den grundsätzlichen Wirkmechanismus von Bildmotiven.

Aufgabe: Umgebung wählen

In welcher Umgebung könnte Ihr Produkt gut platziert (fotografiert) werden?

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Über die Autorin:

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Jacqueline Esen ist freiberufliche Fotografin und gibt ihr Wissen in Foto-Kursen, Online-Workshops und Fachbüchern weiter. Ihre Bücher "Der große Fotokurs" und "Digitale Fotografie" sind Bestseller ...

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