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Stand: 4. April 2010

Gestaltungsmöglichkeiten in der Fotografie

Farbliche Gestaltungsmöglichkeiten: Farbe und Form

Die Wirkung von Farben

Bild vergrößernDie Signalfarbe Rot

Jede Farbe hat - abhängig vom Kulturkreis - eine ihr zugeschriebene Bedeutung. Jeder Mensch hat eine Lieblingsfarbe. Viele psychologische Modelle, aber auch Management- und Heilmethoden arbeiten mit Farben: z. B. der Lüscher Farbtest, das Insights®-Modell der Persönlichkeits- und Teamanalyse oder das Aura-Soma-System, um nur die bekanntesten zu nennen. Bereits Goethe hat sich mit der Farbenlehre beschäftigt und es gibt verschiedene Farbmodelle und Farbkreise, die zwischen den Farben erster und zweiter Ordnung unterscheiden sowie Farbkontraste und Farbharmonien beschreiben.

Ein sehr weitreichendes Thema, über das schon viele Abhandlungen geschrieben wurden! Sie wollen es wahrscheinlich lieber etwas kürzer zusammengefasst - darum bemühe ich mich gern, aber mit dem Hinweis, dass es sich durchaus lohnt, sich auch einmal etwas tiefer in die Grundlagen einzuarbeiten. Als Ausgangspunkt können Sie dafür die Wikipedia nutzen:

Warm und kalt

Grundsätzlich unterscheidet man warme und kalte Farben:

  • Kalte Farben: Blau, Grün

    Kalte Farben treten visuell zurück.

    Kühle Blautöne vermitteln Weite, Ruhe, Frieden und strahlen Harmonie aus. Blau ist eine Farbe, die sehr häufig in der Geschäftswelt eingesetzt wird. Man assoziiert damit einerseits etwas klassisches, aber es wirkt nicht altmodisch. Da es sehr häufig verwendet wird, ist es relativ schwierig, sich mit einem blauen Design von den vielen anderen blauen Designs zu unterscheiden.

    Grün ist überall in der Natur zu finden und kann dadurch auch entsprechende Assoziationen wecken. Vorsicht bei sehr kräftigen ("giftigen") Grüntönen, die oft abstoßend wirken. Als Signalfarbe eingesetzt, sorgen sie natürlich für Aufmerksamkeit.

  • Warme Farben: Rot, Orange

    Warme Farben treten visuell in den Vordergrund.

    Rot wird durch Unterbelichtung noch satter und ist als Farbakzent ideal. Vorsicht: Schon kleinste rote Elemente im Bild ziehen den Blick des Betrachters auf sich - auch wenn das ungewollt ist.

    Als Hintergrundfarbe ist rot ungeeignet. Auch Orange sollte man nur sparsam einsetzen.

    Gelb ist eine leuchtende, fröhliche Farbe - auch davon sollte nicht zu viel im Bild sein. Gelbe Motive müssen genau belichtet werden, damit sie einerseits nicht überstrahlen und zu hell werden und andererseits bei Unterbelichtung nicht "schmutzig" wirken.

Farbkreis

Wie Farben sich mischen und wie sie zusammenwirken

  • Farbmischung

    Kräftige Farben und Farben der 1. Ordnung ("ungemischte" Farben) wecken mehr Aufmerksamkeit als gedeckte ("gemischte", pastellige) Farben der 2. Ordnung.

  • Hintergrundwirkung

    Beachten Sie, dass es immer auf den Kontext ankommt, in dem Farben eingesetzt werden.

    Vor einem schwarzen Hintergrund (Bildschirm, Design) leuchten Farben intensiver als vor einem weißen.

    In einem pastelligen Umfeld fällt jede kräftige Farbe auf, während es in einem sehr bunten Umfeld schwieriger ist, allein durch Farben visuelle Aufmerksamkeit zu erregen.

  • Farbig gegenüber bunt

    Bunte Bilder, also Fotos, auf denen viele verschiedene Farben zu sehen sind, wirken oft irritierend. Sie sind für den Betrachter sehr anstrengend, weil er lange braucht, um sich zu orientieren.

    Buntheit eignet sich nicht als Blickfänger, sie schreckt eher ab. Besser sind plakative Bilder, bei denen maximal zwei bis vier Farben zu sehen sind. Solche Fotos wirken intensiver, denn das Auge bzw. unser Gehirn liebt diese Form von Ordnung. Die so genannten komplementären Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen, sind besonders wirkungsvoll für plakative Bilder: rot - grün, blau - orange, gelb - violett.

  • Farbdreiklänge

    Ein Farbschema aus drei reinen Farben (z.B. rot - gelb - blau ) wirkt sehr frisch und lebendig.

  • Signalfarben

    Farben wie Rot, Pink, Neongelb, Neongrün, Türkis haben eine hohe Signalwirkung - diese sollten Sie sparsam und bewusst einsetzen.

  • Durchscheinende Farbe

    Transparente farbige Gegenstände können effektvoll durch-leuchtet werden, z. B. von unten, von der Seite oder von hinten.

Form und Wahrnehmung

Nach der Farbe reagiert unser Auge auf Formen und Linien (Dreieck, Kreis, Quadrat, Stern...). In einem sehr unruhigen und wirren Umfeld setzt ein klar konturierter Kreis einen besonderen Akzent. In einem sehr ruhigen und weichen Umfeld fällt ein eckiges Element stärker ins Auge. Achten Sie auf solche Gegensätze und fotografieren Sie eine Variante Ihres Motivs auch so, dass bestimmte Farben oder Formen besonders dominant in Erscheinung treten.

Aufgabe: Farbe/Form variieren

Fotografieren Sie Ihr Produkt so, dass seine Eigenfarbe oder ein bestimmter Form-Aspekt deutlich in Erscheinung tritt.

Nutzen Sie dazu die Möglichkeiten von Perspektive, Beleuchtung, Hintergrund.

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Über die Autorin:

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Jacqueline Esen ist freiberufliche Fotografin und gibt ihr Wissen in Foto-Kursen, Online-Workshops und Fachbüchern weiter. Ihre Bücher "Der große Fotokurs" und "Digitale Fotografie" sind Bestseller ...

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