Verkaufsstarke Produktfotos für eBay und Online-Shops

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Stand: 4. April 2010

Ihr "Heim-Studio": Wie Sie mit relativ einfachen Mitteln Produktfotos zu Hause oder im Büro knipsen können

Weiteres Zubehör: Selbst gebastelt oder professionell gekauft

Zukunftsvisionen: Das eigene Studio

Wenn Sie - beispielsweise als Shop-Betreiber oder eBay-PowerSeller - regelmäßig Produkte fotografieren, lohnt es sich, mehr Geld für die fotografische Präsentation auszugeben.

So ist zum Beispiel Hintergrundkarton aus dem Fotohandel robuster als einfaches Papier. Fotoleuchten gibt es in verschiedenen Preisklassen, dazu kann man auch Diffusoren, Lichtzelte oder anderes Zubehör kaufen, um die Produkte weich auszuleuchten.

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihr Heimstudio zu professionalisieren, entscheiden Sie sich für einen Hersteller, von dem Sie auch in ein paar Jahren noch Zubehör- und Ersatzteile bekommen. Günstige Anbieter aus Fernost haben einiges zu bieten, aber wenn Sie in zwei Jahren alles neu kaufen müssen, weil Sie Ihre Ausrüstung nicht durch passendes Zubehör erweitern können, wird aus dem Schnäppchen im Nachhinein eine teure Angelegenheit.

Das richtige Stativ - oder ein "Bohnensäckchen"

Es gibt viele Stative, die ihren Namen zu Unrecht tragen. Die meisten sind nicht stabil genug, vibrieren und helfen nicht gegen Unschärfe. Wenn Sie sich ein Stativ kaufen, nehmen Sie lieber ein etwas schwereres, das ggf. auch ein paar Euro mehr kosten darf - Sie würden sich sonst nur ärgern. Für eine Spiegelreflexkamera brauchen Sie ein stabileres Modell als für eine kleine Kompakt- oder Bridgekamera. Um sicherzugehen, dass Ihre Aufnahmen so scharf wie möglich werden, benutzen Sie für die Aufnahme den Selbstauslöser, denn das Berühren der Kamera bzw. des Auslösers kann in einigen Fällen schon so starke Vibrationen erzeugen, dass die Aufnahme leicht verwackelt.

Wenn Ihre Spiegelreflexkamera über die Funktion "Spiegelvorauslösung" verfügt, kann diese ebenfalls zu einer Verbesserung der Schärfe beitragen.

Bei manchen Objektiven mit Verwacklungskorrektur (Image Stabilizer, Bildstabilisator) wird empfohlen, den Stabilisator abzuschalten, wenn mit Stativ fotografiert wird.

Ein so genannter "Bohnensack" kann als Stativ-Ersatz geeignet sein. Man kann ihn selbst basteln, indem man - je nach Kameragröße - ein Säckchen mit Reis oder Linsen füllt und zunäht. Es gibt auch leichte Bohnensäcke, die mit Kunststoff-Kügelchen gefüllt sind. Auf so einem Sack kann die Kamera gut in Position gebracht werden; aktivieren Sie die Aufnahme mit dem Selbstauslöser.

Hintergrund: Stoff oder Karton?

Hintergrundkartons werden auf Rollen geliefert, sind sperrig und man braucht einen geeigneten (trockenen und sauberen) Raum, um sie zu lagern. Ein weiterer Nachteil von Papier: Es verschmutzt schnell, kann nur bedingt gereinigt werden und nutzt sich relativ schnell ab.

Vielfach wird deshalb anstelle von Hintergrundkarton auch mit Stoffen gearbeitet. Stoffe und Stoffreste, die eigentlich zum Schneidern gedacht sind, eignen sich nur bedingt. Wenn Sie Stoff bevorzugen, achten Sie darauf, dass das Material knitter- und faltenfrei ist und außerdem über die nötige Blickdichte verfügt. Manchmal scheint der Stoff durch, sobald man eine starke Lichtquelle auf das Material richtet. Wenn man die Einfallrichtung des Lichts ändert oder vor einer neutralen Wand arbeitet, kann man diesen Nachteil ausgleichen.

Für Studiohintergründe werden besonders robuste und dichte Stoffe verwendet, die entsprechend teuer und mitunter auch recht schwer sind.

Die Farbe des Hintergrundmaterials hängt vom Design und Stil Ihrer Werbemittel ab. Weißer oder schwarzer Hintergrund sind am neutralsten, der weiße Hintergrund wird am häufigsten verwendet. Helle Motive heben sich vor dunklem Hintergrund besser ab und umgekehrt. Gemusterte Stoffe sind nicht zu empfehlen.

Eine moderne Alternative sind abwaschbare Kunststoffhintergründe, die ebenfalls auf Rollen geliefert werden. Eine leicht spiegelnde Oberfläche kann interessant wirken, erfordert aber beim Beleuchten besonders große Sorgfalt, um störende Reflexionen zu vermeiden.

Aufheller, Diffusorfolie, Softboxen

Wichtiges und sinvolles Zubehör sind Aufheller, mit denen Sie Licht in dunkle Bereiche des Motivs lenken können. Auch das Gegenteil braucht man: Materialien, mit denen ein unerwünschter Lichteinfall abgehalten werden kann (schwarzer Reflektor).

Als Aufheller kann man Styroporplatten verwenden, für das Abhalten von Licht eignen sich z. B. matt schwarz eingefärbte Pappkartons.

Mit dem Aufheller wird Licht von der Haupt-Lichtquelle von der Gegenseite ins Motiv hineingespiegelt. Ein diffuser Aufheller reflektiert weniger Licht als ein Spiegel. Mit einem Spiegel lassen sich gute Spitzlichter setzen (Spiegelgröße beachten).

Wenn man kein teures, professionelles Zubehör kaufen möchte, kann man auch eine Styroporplatte zum Aufhellen verwenden. Der Vorteil: Sie ist neutral weiß, aber sie reflektiert nicht so stark wie die Materialien der Fotohersteller. Eine andere Variante ist ein mit (zerknitterter) Alu- oder Goldfolie beklebter Pappkarton.

Aufheller gibt es in verschiedenen Größen, in Silber (kühler Ton), Gold (warmer Ton) und weiß. Ein Problem, das mitunter auftritt, ist der Abstand vom Aufheller zum Motiv. Wenn die Lampe wenig Leistung hat und vielleicht auch noch relativ weit entfernt vom Motiv steht, verringert sich die Kraft des Aufhellers. Damit man mit dem Aufheller nicht zu nah ans Motiv herankommen muss und ihn so versehentlich mit ins Bild bekommt, ist es günstiger, die Lampenposition zu verändern, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Günstiger ist es, das Motiv direkt zu beleuchten, aber mit einem gestreuten Licht. Das erreicht man, indem man eine geeignete Diffusorfolie vor der Leuchte anbringt.

Hier hält eine Helferin eine feuerfeste Diffusorfolie vor die Fotoleuchte.

Die professionellste Lösung sind so genannte Softboxen. Auch sie sorgen für eine gleichmäßige, weiche Ausleuchtung. Man kann diese Ausleuchtung zwar auch erzielen, indem man das Motiv indirekt über die Zimmerdecke oder über eine Styroporplatte o. ä. beleuchtet, der Nachteil besteht aber darin, dass das Licht von der Lampe über den Reflektor bis zum Motiv eine erheblich längere Strecke zurücklegen muss und dabei an Intensität verliert. Das heißt: Das Motiv wird nicht so hell beleuchtet, was wiederum zu längeren Belichtungszeiten führt und die Arbeit erschwert.

Mit der Softbox (links) kann man das Motiv direkt anleuchten und erhält trotzdem ein weiches, schattenfreies Licht.

Lichtzelte für Anspruchsvolle

Ebenfalls sehr hilfreich: Lichtzelte, die es in verschiedenen Größen zu kaufen gibt.

Bild vergrößernZusammenklappbares Mini-Lichtzelt

Lichtzelt mit Falten

Das Cubelite

Bild vergrößernStudio-Variante von Cubelite

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Über die Autorin:

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Jacqueline Esen ist freiberufliche Fotografin und gibt ihr Wissen in Foto-Kursen, Online-Workshops und Fachbüchern weiter. Ihre Bücher "Der große Fotokurs" und "Digitale Fotografie" sind Bestseller ...

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