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Stand: 4. April 2010

Gestaltungsmöglichkeiten in der Fotografie

Fotografische Gestaltungsmöglichkeiten und Wirkung von Licht

Licht

Fotografieren heißt ursprünglich "Malen mit Licht". Wenn man sich einmal die Ergebnisse ansieht, die allein durch unterschiedliche Lichtrichtungen entstehen, versteht man besser, was das in der Praxis bedeutet.

Die verschiedenen Arten von Licht haben wir schon kennengelernt: Tageslicht und Kunstlicht.

Darüber hinaus gibt es den Gegensatz Dauerlicht und Blitzlicht.

Beim fortgeschrittenen Fotografieren mit Blitz kann man Stroboskop-Effekte oder kurze Belichtungszeiten nutzen, um Bewegungsabläufe fotografisch einzufrieren.

Umgekehrt kann man mit der Funktion Nachtblitz eine veränderte Lichtsituation erzeugen. Mit einer Langzeit-Belichtung lassen sich Lichtspuren von Fahrzeugen aufzeichnen, wohingegen bewegte Personen sogar am helllichten Tag völlig aus einem Bild verschwinden.

In der klassischen Produktfotografie sind solche Effekte weder nötig noch erwünscht. In der Werbefotografie hingegen experimentiert man auch noch mit den verrücktesten Dingen, um außergewöhnliche Bilder zu schaffen.

Um die Bandbreite der Variationsmöglichkeiten zu demonstrieren, beschäftigen wir uns im Folgenden mit einem einfachen, aber sehr effektiven Gestaltungsmittel: der Lichtrichtung.

  • Diffuse Beleuchtung

    Den Begriff haben wir bereits im ersten Abschnitt kennengelernt. Diffuse Beleuchtung heißt: Das Motiv wird gleichmäßig und weich ausgeleuchtet. Die diffuse Beleuchtung wird in der klassischen Produktfotografie meistens von oben und/oder seitlich gesetzt. Im Idealfall erhält das Motiv von allen Seiten gleich viel Licht (etwa durch Lichtzelte) und wirft keinen Schatten.

    In der Natur findet man diffuses Licht an bedeckten Tagen. Das Gegenteil von diffusem Licht ist hartes, gerichtetes Licht, das einen klar konturierten Schatten wirft (Sonnenschein).

  • Auflicht

    Auflicht ist die Lichtart, die von den meisten Hobbyfotografen bevorzugt wird: Man hat die Sonne im Rücken und das Motiv wird direkt angeleuchtet. Diese Art von Licht sorgt in Standardsituationen - und in der Produktfotografie - für gut beleuchtete Motive und dokumentarische Bilder, auf denen alles gut zu erkennen ist. Wenn das fotografierte Motiv nicht in irgendeiner Weise spektakulär oder spannend ist, wirken solche Bilder jedoch oft ein bisschen langweilig.

  • Gegenlicht

    Das Motiv befindet sich zwischen der Lichtquelle und dem Fotografen. Je nach Lichtintensität erscheint eine Figur scherenschnittartig oder verliert an Kontur (Überbelichtung). Wird das Gegenlicht dosiert eingesetzt, erhält das Motiv einen hellen Lichtsaum, der mitunter Assoziationen eines Heiligenscheins wecken kann.

  • Seitenlicht/Streiflicht

    Das Licht fällt seitlich aufs Motiv, wobei die Teile des Motivs, die vom Licht abgewandt sind, im Schatten versinken. Dies kann zur Gestaltung bewusst eingesetzt werden, erfordert aber viel Aufmerksamkeit und eine gute Beobachtungsgabe, damit die Schatten nicht an den falschen Stellen erscheinen und als störend empfunden werden.

  • Licht von unten

    Ist die Lichtquelle von unten die einzige Beleuchtung, erzeugt diese Lichtart eine gespenstische (gerichtetes Licht) oder auch geheimnisvolle (diffuses Licht) Wirkung. In der Produktfotografie wird das Motiv oft zusätzlich von unten beleuchtet, um Schattenwürfe auszuschließen. Hierzu benötigt man einen Leuchtkasten oder man legt den weißen Hintergrundkarton auf einen Glastisch, den man von unten mit einer normalen Leuchte anstrahlen kann.

Bild vergrößernUnterschiedliche Lichtrichtungen

Aufgabe: Licht

Fotografieren Sie Ihr Produkt (oder einen beliebigen Gegenstand aus Ihrem Haushalt) mit unterschiedlicher Beleuchtung.

Wie verändert sich die Wirkung? Und wie dürften die unterschiedlichen Lichtrichtungen beim potenziellen Käufer ankommen?

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Über die Autorin:

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Jacqueline Esen ist freiberufliche Fotografin und gibt ihr Wissen in Foto-Kursen, Online-Workshops und Fachbüchern weiter. Ihre Bücher "Der große Fotokurs" und "Digitale Fotografie" sind Bestseller ...

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