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Profitable Geschäftsfelder entwickeln

Die Nase vor der Konkurrenz mit Geschäftsideen, die Ihre ganz besonderen Stärken nutzen

Die Ist-Analyse

Führen Sie als Erstes eine Stärken-Schwächen-Analyse Ihres Unternehmens durch. Eventuell haben Sie bei der Gründung oder später schon einmal eine so genannte SWOT-Analyse für Ihr Unternehmen erstellt.

SWOT steht für

S - Strengths (Stärken)

W - Weaknesses (Schwächen)

O - Opportunities (Chancen)

T - Threats (Risiken)

Hierin werden die Stärken und Schwächen eines Unternehmens den Chancen und Risiken des Umfeldes gegenüber gestellt.

Jedes Unternehmen sollte regelmäßig die eigenen Stärken und Schwächen bestimmen und Chancen und Risiken abschätzen, um ein ehrliches Bild zu erhalten: Wo stehen wir? Welche Chancen haben wir in der nächsten Zeit? Was droht uns und wie können wir uns dagegen schützen?

Die allgemeine Empfehlung für den Umgang mit Stärken und Schwächen ist folgender: Stärken Sie Ihre Stärken weiter, eliminieren Sie die Schwächen.

Beide Aspekte sind gleich wichtig: Auch die Stärken, über die Sie verfügen und die Ihnen vielleicht wichtige Wettbewerbsvorteile sichern, sind den Änderungen der Märkte unterworfen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen bemerken oft nicht, wenn ihre Stärken am Markt nicht mehr gefragt sind.

Stärken, die nun nicht mehr gefragt sind

Unternehmen, die besondere Stärken im Markt der analogen Fotografie hatten, mussten diese Stärken sobald wie möglich an den digitalen Markt anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ihre eigenen Stärken und Schwächen bilden außerdem die Grundlage für die Suche nach Kooperationspartnern, da sie Ihnen Aufschluss geben, wo Sie Unterstützung brauchen können (da, wo Ihr Unternehmen schwächer aufgestellt ist), und was Sie in die Kooperation einbringen können (da, wo Sie über Stärken verfügen). Seien Sie daher besonders sorgfältig bei der Bestimmung von Stärken und Schwächen!

Um die eigenen Stärken und Schwächen zu bestimmen, sollten Sie Ihr Unternehmen in einzelne Funktionsbereiche unterteilen und diese einzeln betrachten. Ein Funktionsbereich ist zum Beispiel die Projektabwicklung oder Produktion, einer ist das Marketing, einer der Vertrieb, ein anderer die Kundenbetreuung usw.

In welchen dieser Funktionsbereiche verfügen Sie über besondere Stärken oder Schwächen? Verschaffen Sie sich, falls nicht bereits vorhanden, hierfür einen Überblick über Ihre wichtigsten Wettbewerber. Informieren Sie sich auf deren Internetseite über das, was diese als Kundennutzen darstellen und vergleichen Sie sich damit.

Führen Sie Ihre Stärken und Schwächen auf. Orientieren Sie sich dabei an der folgenden Liste:

Checkliste Stärken/Schwächen

Prüfen Sie anhand der folgenden Schlüsselwörter, wo Sie besondere Vorteile (Stärken)oder Nachteile (Schwächen) im Vergleich zum Wettbewerb haben:

Allgemeines

  • Wie ist Ihr Image bei Kunden und Nicht-Kunden?

  • Wie gut ist Ihr Standort?

  • Welchen Wissensvorsprung haben Sie gegenüber Konkurrenten? Worin sind Sie besser (aufgrund von Ausbildung, Erfahrungen, Zusatzkenntnissen)?

  • Über welches fachliche Know-how verfügen Sie?

  • Wie flexibel sind Sie im Vergleich zum Wettbewerb?

  • In welche Verbände/Netzwerke sind Sie eingebunden?

  • Wie innovativ sind Sie? Wie häufig bieten Sie neue Produkte oder Dienstleistungen an?

  • Wie kreativ sind Sie?

  • Wie finanzkräftig sind Sie?

  • Wie sieht es mit Ihren Management-Qualitäten aus?

  • Wenn Sie Mitarbeiter haben: Wie gut ist Ihr Führungssystem?

  • Verfügen Sie über gute Beziehungen?

  • Wie bewerten Ihre Kunden Sie im Hinblick auf Zuverlässigkeit und Vertrauen?

  • Welche Kostenvorteile können Sie bieten?

  • Wie leicht kann Ihr Angebot durch andere Anbieter ersetzt werden?

  • Wie attraktiv sind Ihre Verkaufsflächen?

  • Führen Sie regelmäßig eine strategische Planung durch?

  • Sind Sie jederzeit über den finanziellen Stand Ihres Unternehmens informiert?

Angebot

  • Wie hoch ist die Qualität Ihres Angebotes?

  • Wie gut können Sie die Probleme Ihres Kunden lösen?

  • Verfügen Sie über Patente?

  • Wie attraktiv ist die Verpackung?

  • An welchen Standards oder Normen orientieren Sie sich?

  • Wie viel Vorlaufzeit benötigen Sie, bevor Sie für den Kunden arbeiten können?

Marketing

  • Wie nah sind Sie Ihren Kunden? Können Sie auf Abruf vorbeikommen/liefern?

  • Wie sehen Ihre Konditionen aus? Welche Vorteile bieten Sie hier gegenüber dem Wettbewerb?

  • Wie viel Zeit nehmen Sie sich für den Vertrieb?

  • Wie gut betreiben Sie Marketing?

  • Wie genau ist Ihre Zielgruppe bestimmt?

  • Werden Sie im Markt als kompetenter Ansprechpartner für Ihre Leistungen wahrgenommen?

  • Wie gut ist Ihr Service?

  • Welche Zusatznutzen bieten Sie Ihren Kunden an?

  • Wie binden Sie Ihre Kunden?

Mitglieder von akademie.de können die Stärken-Schwächen-Checkliste auch als PDF-Datei downloaden: "Checkliste Stärken und Schwächen" (PDF).

Die oben genannten Punkte dienen nur als Anregung! Finden Sie weitere Stärken und Schwächen heraus, indem Sie Verwandte, Freunde oder Geschäftspartner fragen.

Relevante und irrelevante Stärken und Schwächen

Sehr persönliche Stärken und Schwächen, wie zum Beispiel: "Ich bin oft inkonsequent" oder "Ich verstehe zu wenig von Buchhaltung" sind ohne Zweifel wichtige Punkte, die aber nicht in diesen Rahmen passen. Ziel der Analyse von Stärken und Schwächen ist es, neue Kundengruppen oder neue Märkte zu entdecken. Betrachten Sie die Analyse also bitte unter den Gesichtspunkten "Produkte, Märkte, Kunden". Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine Stärke oder Schwäche aufführen sollen, schreiben Sie diese lieber auf.

Die Checkliste gibt Ihnen zwar Anregungen, Sie müssen jedoch nicht jede der dort aufgeführten Fragen in Ihrer Stärken-Schwächen-Analyse beantworten! Suchen Sie vier bis fünf Stärken und vier bis fünf Schwächen heraus, die am wichtigsten sind.

Beispiel: Wenn Sie ein Büro für Unternehmensberatung haben und meistens zu Ihren Kunden fahren, ist die Lage des Büros nicht so wichtig. Wenn Sie jedoch einen Second-Hand-Laden führen, ist es eine wichtige Stärke, wenn Sie im Stadtzentrum an einer Einkaufsstraße angesiedelt sind und einen eigenen Kundenparkplatz haben.

Nehmen Sie sich für die Beantwortung auf jeden Fall ausreichend Zeit.

So erhalten Sie eine umfangreiche Analyse

Nehmen Sie sich für diese Aufgabe viel Zeit. Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und einen Stift. Teilen Sie das Blatt in zwei Spalten und überschreiben Sie eine davon mit "Stärken", eine mit "Schwächen".

Notieren Sie spontan alles, was Ihnen einfällt. Wählen Sie dabei nichts aus, sondern schreiben Sie auch kleine, scheinbar unwichtige Punkte nieder.

Lassen Sie das Blatt anschließend gut sichtbar auf Ihrem Schreibtisch liegen. Notieren Sie weitere Punkte, wenn diese Ihnen später einfallen. Fragen Sie Familienmitglieder und Freunde, was diese für Ihre Stärken und Schwächen halten. Anschließend fragen Sie, wenn möglich, enge Geschäftspartner und Kunden ebenfalls nach einer Einschätzung.

Wenn Sie ein umfassendes Bild erarbeitet haben, sollten Sie - soweit möglich - Feedback einholen. Geschäftspartner, Kunden, Freunde - wer auch immer; Hauptsache, die Rückmeldung wird nicht durch überbordende Wertschätzung unbrauchbar.

Weitere Anregungen zum Thema Selbstanalyse finden Sie hier: "Selbst- und Wettbewerbsanalyse: So analysieren Sie Ihre Konkurrenz - und sich selbst".

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Über die Autorin:

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Heike Grunwald hat sich als Unternehmensberaterin auf Einzelunternehmer und KMU spezialisiert, die neue Geschäftsfelder und Märkte erschließen oder Kosten einsparen wollen. Da sich viele dieser Ziele ...

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