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Profitable Geschäftsfelder entwickeln

Die Nase vor der Konkurrenz mit Geschäftsideen, die Ihre ganz besonderen Stärken nutzen

Allgemeines zu Kooperationen

Zum Abschluss des ersten größeren Abschnitts möchte ich Sie noch mit dem Thema "Kooperationen" vertraut machen, falls Sie sich im Laufe der Arbeit dafür entscheiden sollten, einige der neuen Geschäftsideen mit Partnern umzusetzen.

Der Begriff "Kooperation" ist sehr weitläufig. Ich habe festgestellt, dass Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, das Wort "Kooperation" immer häufiger und in immer mehr Zusammenhängen benutzen. Offensichtlich lässt sich viel damit umschreiben ...

Aus diesem Grund werde ich auch sehr oft von Menschen kontaktiert, die mit mir "kooperieren" wollen. Nach gezielten Nachfragen stellt sich meistens heraus, dass sie mir eigentlich etwas verkaufen wollen. Sicher ist Ihnen das auch schon passiert.

Eine echte Kooperation ist davon geprägt, dass

  1. zwei oder mehr Partner sich zusammenschließen, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen (zum Beispiel die Akquisition neuer Kunden).

  2. jeder Partner selbstständig bleibt und Geschäftsbereiche oder Projekte verfolgt, die NICHT Teil der Kooperation sind.

  3. die Zusammenarbeit freiwillig ist.

Es handelt sich NICHT um eine Kooperation, wenn

  • Leistungen gegen Geld getauscht werden, also wenn ein Partner Auftragnehmer des anderen ist.

  • die Zusammenarbeit vollständig ist, also alle Projekte zusammen bearbeitet werden - in diesem Fall handelt es sich um eine gemeinsame Gründung.

Es ist wichtig, dass Sie diese Unterschiede kennen - insbesondere dann, wenn Sie auf potenzielle Kooperationspartner zugehen, um ihnen eine Zusammenarbeit anzubieten. Wenn Sie selbstverständlich über eine "Kooperation" sprechen, kann es vorkommen, dass Ihr Partner über eine gemeinsame Gründung spricht oder Ihnen in Wirklichkeit etwas verkaufen möchte.

Warum aber sollten Sie überhaupt kooperieren?

Die möglichen Vorteile einer Kooperation sind:

  • Erweiterung des eigenen Angebots (Markterweiterung)

  • Konzentration auf die Kernkompetenzen

  • Risikoteilung

  • Kosteneinsparungen

  • Qualitätsverbesserungen

  • Austausch mit Gleichgesinnten

Mögliche Nachteile sind:

  • Notwendigkeit zur Abstimmung mit dem Partner

  • komplizierter Abstimmungsprozess

  • teilweiser Kontrollverlust

  • unkontrollierter Abfluss von Wissen

Wenn Sie die Nachteile kennen, können Sie diese abfedern.

Auch die Kenntnis der Vorteile ist wichtig: Prüfen Sie bei bestehenden Kooperationen immer wieder, welche der genannten Vorteile Sie Ihnen bringen und welche sie eventuell noch zusätzlich bringen könnten. Wenn Sie beispielsweise gemeinsames Marketing betreiben und dadurch auch einige Kunden gewinnen konnten, könnte es darüber hinaus noch interessant für Sie sein, Kosten durch gemeinsame Beschaffung einzusparen.

Was sind Erfolgsfaktoren von Kooperationen?

  • Alte Kaufmannswerte:

    Ein Kooperationspartner ist nicht nur ein Geschäftspartner wie jeder andere auch, sondern jemand, mit dem man längerfristig zusammenarbeiten möchte. Wichtigste Voraussetzung ist daher, dass alle Teilnehmer nicht nur am eigenen Profit interessiert sind, sondern auch das Wohl der Partner forcieren wollen. Solange Ihr Gegenüber mit der Kooperation nicht zufrieden ist, wird er auch nicht das optimal Mögliche erbringen.

    Dies erfordert beispielsweise, dass die beteiligten Firmen sich gegenseitig auf Fehler oder auf Chancen hinweisen.

    Die vereinbarten Leistungen sind pünktlich und in der bestmöglichen Qualität zu erbringen. Wird die Kooperation im eigenen Betrieb zum "Stiefkind", das als zeitraubend und unnütz gilt, sollte eine sofortige Auflösung der Zusammenarbeit in beiderseitigem Interesse erwogen werden. Ohne die nötige Zuverlässigkeit aller Beteiligten ist die Kooperation zum Scheitern verurteilt. Kommt es aufgrund anderer Verpflichtungen zum Zeitverzug, sollte der Partner darüber umgehend informiert und eine Notlösung gefunden werden.

    Versäumnisse müssen offen angesprochen werden, damit diese die Zusammenarbeit nicht unterschwellig gefährden. Ratsam ist es, vor Beginn der Kooperation bereits Sanktionen für bestimmte Vergehen festzulegen, die jeder akzeptiert.

  • Vertrauen

    In einem Kooperationsvertrag können die wichtigsten Ziele und Verpflichtungen festgehalten werden - um die nötige Flexibilität zu gewährleisten, wird jedoch nicht jedes Detail im Voraus zu klären sein.

    Eine Kooperation benötigt daher ein Höchstmaß an Vertrauen. Ein Missbrauch desselben kann sehr schnell zur Auflösung des "virtuellen Unternehmens" führen.

    Aus diesem Grunde sollte die Kooperation mit einem neuen, unbekannten Partner nicht überstürzt werden. Zu Beginn ist viel Zeit nötig, den Partner kennenzulernen und das nötige Vertrauen aufzubauen.

    Ansonsten gelten für das Vertrauen in Kooperationen dieselben Voraussetzungen, die für jede zwischenmenschliche Beziehung gelten:

    • Loyalität

    • Ehrlichkeit

    • Fairness

    • Pünktlichkeit

    • Offenheit

    • Diskretion

    • Kritikfähigkeit

    • Fähigkeit, sich zu entschuldigen

    Aus diesen Gründen gehen zahlreiche Firmen Kooperationen mit ehemaligen Geschäftspartnern ein, da das nötige Vertrauen hier bereits gegeben ist.

  • Verständigung:

    Eine gute Verständigung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kooperation, da Missverständnisse oft durch technische Probleme (beispielsweise werden E-Mails nicht beantwortet, weil die Antwort in den Weiten des Webs verloren ging) kreiert werden.

    Werden zu Beginn der Zusammenarbeit einige Spielregeln für die Verständigung festgelegt (in Informationsplänen), können diese Probleme vermieden werden.

    Teil solcher Pläne kann es sein, in regelmäßigem Abstand Treffen oder Telefonkonferenzen zu vereinbaren. Auch die direkte Weiterleitung von Informationen oder die Bestimmung der zur Information verpflichteten Personen kann dazu gehören.

    Einigt man sich im Voraus darauf, sich gegenseitig über beurlaubte Mitarbeiter des gemeinsamen Projektes zu informieren und die jeweilige Vertretung anzugeben, muss sich niemand über nicht beantwortete Briefe oder fehlende Rückrufe wundern.

    Eine reibungslose Verständigung ist Voraussetzung dafür, dass sich das nötige Vertrauen aufbaut.

Kooperationen von A-Z

Ganz klar: Bilden Selbstständige ein Team, lassen sich Projekte stemmen, zu denen der Einzelne nicht in der Lage wäre.

Die Suche nach dem richtigen Kooperationspartner ist jedoch nicht ganz risikolos. In vielen Fällen gibt es Probleme: Unklare Ziele, persönliche Differenzen, Konkurrenzdenken und der Streit ums Geld führen manche Geschäftspartner direkt vor den Kadi.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie potenzielle Geschäftspartner - aber auch sich selbst - kritisch unter die Lupe nehmen. Denn die besten Kooperationen entstehen zwischen Unternehmen, die sich nicht nur in ihrem Angebot ergänzen, sondern auch in ihren Stärken und Schwächen. Mehr zum Suchen, Finden und den Umgang mit (potenziellen) Partnern finden Sie in den Beiträgen:

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Über die Autorin:

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Heike Grunwald hat sich als Unternehmensberaterin auf Einzelunternehmer und KMU spezialisiert, die neue Geschäftsfelder und Märkte erschließen oder Kosten einsparen wollen. Da sich viele dieser Ziele ...

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