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Psychische Gesundheit

Was ist psychische Gesundheit?

Definition

Psychische Gesundheit: Eine klare Definition gibt es nicht

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als einen Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Allerdings ist das wohl für viele ein eher seltener Zustand. Speziell zur Psychischen Gesundheit gibt es zahlreiche Definitionen, jedoch keine, die so bekannt wäre wie die der WHO zur allgemeinen Gesundheit. Zwar existieren Messverfahren wie die sogenannten Skalen zur psychischen Gesundheit (SPG), jedoch kann letztlich nur jeder Einzelne selbst beurteilen, ob er sich seelisch überwiegend wohlfühlt oder nicht. Denn seelische Gesundheit ist nicht messbar wie eine physikalische Größe. Ein Querschnittgelähmter kann sich zufrieden und wohl in seiner Haut fühlen, ein sportlicher Erfolgsmensch kann abgehetzt und unglücklich sein.

Merkmale der psychischen Gesundheit

Es gibt jedoch zahlreiche Merkmale, die auf psychische Gesundheit schließen lassen. Doch auch, wer gesund ist, hat seine "Macken" und Probleme, die immer wieder auftauchen und für die sich nur schwer eine endgültige Lösung finden lässt. Andererseits haben auch seelisch erkrankte Menschen immer gesunde Anteile. Nehmen wir einmal ein paar Merkmale heraus, die für seelische Gesundheit sprechen. Psychische Gesundheit heißt unter anderem:

  • Man denkt nicht allzu sehr in sorgenvoller Weise über sein Leben und seine Handlungen nach. Eigene Fehler kann man hinnehmen, eingestehen und bedauern - aber weder quält man sich mit lähmenden Schuldgefühlen, noch weigert man sich, Schwächen einzugestehen.

  • Körperliche und seelische Bedürfnisse kann man wahrnehmen und dafür sorgen. Ebenso hat man Kontakt zu seinen Gefühlen und weiß, wie man diese auf angemessen Weise ausdrücken kann. Dies klingt simpel, ist aber durchaus nicht immer einfach. Besonders im Hinblick auf das Burn-Out-Syndrom wird dies leider sehr unterschätzt.

  • In der Phantasie kann man sich frei bewegen. Es gibt nicht allzu viele Dinge, die gedanklich verboten sind. Dies ist übrigens häufig bei Menschen mit Depressionen der Fall. Sie verbieten sich aggressive Gedanken oder Wünsche und verstecken diese Gefühle hinter einer Mauer aus Traurigkeit und Pessimismus. Die andere, ungemein häufige Variante ist es, anderen Menschen die Gedanken zu unterstellen, die man sich selbst verbietet.

  • Phantasie und Realität können auseinandergehalten werden. Was für psychisch erkrankte Menschen oft besonders schwer ist, kann auch für "normale Menschen" ein Problem werden. Denn ständig empfangen wir Informationen, deren Ursprung wir nicht genau einordnen können und interpretieren müssen. Oft müssen wir uns einfach eingestehen können: "Ich kann das nicht genau beurteilen."

  • Man kann mit Unsicherheiten, Widersprüchen und Problemen umgehen. Wir müssen es schlicht aushalten können, dass unser Job vielleicht unsicher ist, dass der Beruf völlig andere Dinge von uns verlangt als die Familie und dass wir immer wieder mit neuen Situationen umgehen müssen.

  • Man kennt sich selbst und die eigene Geschichte. Wir sollten uns zumindest etwas mit der eigenen Kindheit auseinandergesetzt haben und um unsere individuellen Vorlieben, Abneigungen und Prägungen wissen.

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Über die Autorin:

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Dr. med. Dunja Voos, geb. 1971, ist freie Autorin, Medizin- und Psychologiejournalistin. Ihre Schwerpunkte sind die Themen Psychosomatik, Psychoanalyse und die seelische Gesundheit von Kindern. Als eh ...

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