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Psychische Gesundheit

Das Burn-out-Syndrom

Ernsthafte Störungen erkennen

Sie fühlen sich vielleicht schon seit mehreren Wochen enorm erschöpft und wissen nicht weiter. Zu Ihrer Flugangst ist nun plötzlich auch die Angst gekommen, im Meeting einen Vortrag zu halten. Sie merken, dass sich Ihre Unruhe ausweitet und Sie auch nachts nicht mehr schlafen können. Ihr Kompass ist der Leidensdruck. Sie wissen genau, wie sich "normale" Wut oder Aufregung anfühlt. Sie wissen, wieviel Freude Sie normalerweise haben, sich für eine Sache einzusetzen. Doch nun leiden Sie unter unbestimmtem Ärger, Interesselosigkeit und Gleichgültigkeit.

Die meisten Menschen haben ein gutes Gefühl dafür, ab wann das Leiden nicht mehr "normal" ist. Stress kann bis zu einer gewissen Grenze durchaus förderlich sein, doch wenn er einen nicht mehr loslässt, beginnt die psychische Krankheit. Phasen der Traurigkeit oder Ratlosigkeit kommen immer wieder im Leben vor, doch plötzlich verliert sich der Ausblick auf Veränderung. Man denkt, es würde immer so bleiben. Ein sauberes Büro fördert das Wohlbefinden, doch jetzt stört man sich an jedem Staubkörnchen. Wann immer man das Gefühl hat, die alltäglichen Probleme auf Dauer nicht mehr steuern zu können, ist es sinnvoll, Unterstützung zu suchen.

Wer hilft, wenn ich nicht weiter weiß?

Gerade im psychologischen Bereich gibt es viele Hilfsangebote: Moderatoren, Supervisoren, Coaches oder Psychologen können bei der persönlichen Entwicklung hilfreich sein. Anlaufstellen gibt es viele, zum Beispiel:

Psychologen mit psychoanalytischem (tiefenpsychologischem) Ansatz:
In einer tiefenpsychologischen Therapie können Sie sich selbst besser kennenlernen. Sie werden verstehen, warum Sie immer wieder ähnliche Beziehungsmuster erleben oder wo die Ursachen Ihrer Depression liegen. Unbewusstes wird bewusst. Das krankhafte Gefühl weicht den "echten" Gefühlen. So werden Sie wieder handlungsfähig.
Adressen gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie, Psychoanalyse, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e. V. (DGPT), www.dgpt.de

Psychologen mit verhaltenstherapeutischem Ansatz:
Eine Verhaltenstherapie gibt konkrete Hilfestellungen. Der Patient erfährt etwas über seine Einstellungen und Denkmuster; er lernt, umzudenken und sein Verhalten zu verändern. Problemfelder werden aktiv mit dem Therapeuten aufgesucht, so dass der Patient den Umgang mit den Problemen üben kann.
Adressen gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT), www.dgvt.de

Coaches/Supervisoren/Berater:
Wenn Sie konkrete berufliche Fragen haben und eine Veränderung suchen, dann kann Ihnen ein Coach weiterhelfen. Zusammen untersuchen Sie Ihre berufliche Situation, Ihre Wünsche und Eignungen. Adressen gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Supervision e. V. (DGSv), www.dgsv.de

Wichtige Tipps zur Suche nach dem richtigen Therapeuten finden Sie in Psychotherapie - den richtigen Therapeuten finden

Fazit

Unsere Psyche will genauso gepflegt werden wie unser Körper. Auf sich selbst zu hören, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und seine Gefühle angemessen auszudrücken, klingt einfach. Doch wie schwer das oft ist, zeigt uns der Alltag. Die Kunst der kleinen Schritte ist gefragt. Wichtig ist es, den eigenen Gefühlen Raum zu geben und sie ernst zu nehmen. Wer gut auf sich achtet, bemerkt seine Bedürfnisse früh und muss nicht warten, bis sich Gefühle angestaut haben. Es ist nicht immer leicht, ehrlich zu sich selbst zu sein, denn das zieht oft Veränderungen nach sich, die viel Mut kosten. Dennoch: Unsicherheiten gehören zum Leben dazu. Mit den meisten Problemen können wir selbst gut umgehen und Veränderungen bereichern unser Leben. Vieles können wir alleine bewältigen, manchmal können wir Unterstützung gebrauchen. Der Kompass ist auch hier das eigene Gefühl.

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Über die Autorin:

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Dr. med. Dunja Voos, geb. 1971, ist freie Autorin, Medizin- und Psychologiejournalistin. Ihre Schwerpunkte sind die Themen Psychosomatik, Psychoanalyse und die seelische Gesundheit von Kindern. Als eh ...

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