Formen der Therapie
Stationäre oder ambulante Therapie
Für Patienten, die sehr gefährdet sind und mehr Halt brauchen, ist zunächst eine stationäre Psychotherapie angezeigt. Manchmal ist nur eine kurze stationäre Krisenintervention notwendig.
In manchen Regionen gibt es zu wenige ambulante Therapieplätze. Manchmal ist deshalb eine stationäre Psychotherapie von einigen Wochen bis Monaten die einzige Möglichkeit.
Im Rahmen einer Klinik können Einzelgespräche, Gruppensitzungen, Gespräche mit Angehörigen, kombiniert werden mit zusätzlichen Methoden wie Entspannungstechniken, Sporttherapie, Gestaltungstherapie, sozialer Beratung, Arbeitsversuchen. Der Ausstieg aus dem Alltag hat auch Nachteile, bietet aber meist eine sehr intensive und oft ganz neue Selbsterfahrung.
Der Aufenthalt in psychosomatischen Reha -oder Kurkliniken kann auch ein intensiver Einstieg in die Auseinandersetzung mit sich selbst sein. Eine Fortsetzung als ambulante Therapie ist dann oft sinnvoll.
Kurz- oder Langzeit-Therapie
Für Kurzzeit-Therapien findet man meist schneller einen Platz. Doch in begrenzter Zeit lässt sich Begrenztes erreichen. Kurze Therapien sind bei komplexeren Problemlagen weniger wirksam. Sinnvoll kann dann eine Umwandlung in eine längere Therapieform sein.
Bei Langzeittherapien ist wichtig, dass sie kontinuierlich stattfinden und nicht für längere Zeit unterbrochen werden. Sie sind allgemein angebracht, wenn tieferliegende Probleme vorliegen.
Therapie in der Gruppe
Gruppentherapien sind Therapien mit mehreren Patienten zugleich. Die Gruppen können wie in der Familientherapie aus einander verwandten Menschen bestehen oder aus Menschen, die sich nur zum therapeutischen Zweck zusammengefunden haben und dann unter Schweigepflicht stehen. Gruppentherapien können unter verhaltenstherapeutischer, tiefenpsychologischer oder anderer Methodik angeleitet werden.
Sinnvoll sind Gruppentherapien z. B. wenn es um soziale Ängste oder Probleme geht. Gerade Einzelgänger können eventuell mehr profitieren als von einer Einzeltherapie. Die Patienten geben sich gegenseitig Feedback und erfahren so viel über ihre Wirkung auf Andere. Es können sowohl Gruppen mit sehr unterschiedlichen als auch ähnlichen Problemen zusammengestellt werden, letzteres z.B. in der Suchttherapie.
Familientherapie
Familienmitglieder sind eng miteinander verbunden, und oft liegt das Problem nicht nur beim offensichtlich Erkrankten. Manchmal kann eine Familientherapie erfolgversprechender sein als eine Einzeltherapie. Diese wird nur dann von der Kasse bezahlt, wenn es sich um Gespräche mit den Angehörigen des "Hauptpatienten" handelt. Familiensitzungen finden üblicherweise eher in Abständen von mehreren Wochen statt.
Paartherapie
Oft leiden Paare aneinander. Eine Paartherapie kann dabei helfen, neue Wege in verfahrene Beziehungen zu finden oder auch eine gesündere Trennung möglich machen. So qualifiziert und sinnvoll sie auch ist: Paartherapie ist keine Kassenleistung und muss stets privat bezahlt werden.
Therapie von Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre können als Kassenleistung nur von entsprechend ausgebildeten Kinder- und Jugendlichen-Therapeuten behandelt werden. Wie im Erwachsenenbereich gibt es auch hier Verhaltenstherapeuten, Tiefenpsychologen und Psychoanalytiker, die entsprechend approbiert sein müssen. Je nach Alter der Kinder ist auch die Zusammenarbeit mit den Eltern Teil der Therapie.
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