Methoden
Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie ist die andere der zwei kassenärztlich anerkannten Therapiemethoden. Sie hat ihren Ursprung in psychologischen Lerntheorien und umfasst ein ganzes Spektrum von unterschiedlichen Methoden.
Hintergrund
Insgesamt kann man sagen, dass sich die Verhaltenstherapie mehr an gegenwärtigen Erfahrungen und Problemen orientiert und dafür tendenziell weniger in die Tiefe geht als Tiefenpsychologie und Psychoanalyse.
Das Grundkonzept der Verhaltenstherapie fußt darauf, dass menschliches Verhalten gelernt wird und daher auch grundsätzlich umgelernt werden kann.
"Dysfunktionales" Verhalten und Empfinden, wie zum Beispiel starkes Nägelkauen, Angst vor Spinnen, Waschzwang o.ä. müssen zunächst erkannt, genau untersucht und dann systematisch durch Training umgewandelt werden. Doch auch komplexere Zusammenhänge, wie Essstörungen, Zwangshandlungen oder Alkoholismus können mit Verhaltenstherapie behandelt werden, ebenso wie depressive Denkweisen oder eine ängstliche Grundeinstellung.
Vorgehen
Verhaltenstherapie wird in unterschiedlichen Varianten praktiziert. Eine häufige ist das sogenannte "Expositionstraining": Hier würde eine Person, die z. B. auf der Autobahn Panikattacken bekommt, mit systematischem Training versuchen, diese Angst Schritt für Schritt zu überwinden. In der Therapie würde sie z. B. zunächst in Begleitung und nur zum Zubringer fahren, dann auf der Raststätte herumfahren, dann in Begleitung, von einer Auffahrt zur nächsten, zu einer unbelebten Zeit, dann schließlich das ganze Programm alleine. Mit der Therapeutin oder dem Therapeuten würde sie darüber sprechen, wie sie die Situationen erlebt hat.
Möglichkeiten
Wenn ganz bestimmte Verhaltensweisen verändert werden sollen, kann die Verhaltenstherapie relativ schnell, d. h. in 25 - 60 Stunden, zu konkreten Verbesserungen führen. Die Erfahrung, dass z. B. die Angst schlimmer ist als die reale Erfahrung und dass Selbstkontrolle möglich ist, ist für viele Patienten ein sehr heilsames Erlebnis.
Grenzen
Welche unbewusste Problematik hinter einem Verhalten steht, ist bei einer Verhaltenstherapie nicht der Mittelpunkt des Interesses. Deshalb kann es sein, dass sie weiterhin bestehen bleibt, so dass die Symptome evtl. wiederkehren oder andere entstehen.
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