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PR für Einsteiger

Erfolgskontrolle

Welche Reaktionen erhalten Sie?

Das Ziel jeder Pressemitteilung ist es, Reaktionen zu erhalten. Entweder in Form einer Erwähnung in der Presse oder weiterer Recherchen durch die angesprochenen Journalisten. Um den Erfolg Ihrer PR-Aktion zu messen, müssen Sie also verfolgen, ob und wie die von Ihnen versendeten Informationen den Weg in die Medien gefunden haben.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus? Schön wär's, aber leider können Sie sich nicht darauf verlassen, dass Redaktionen Sie informieren, wenn etwas über Sie oder Ihr Unternehmen veröffentlicht wird. Auch mit Belegexemplaren von Zeitschriften sollten Sie nicht rechnen, auch wenn Sie in Ihrem Pressetext höflich darum bitten. Das passiert zwar im Einzelfall, ist aber nicht die Regel. Also müssen Sie selbst aktiv werden.

Erfolge auswerten

Wer nur im lokalen Umfeld auf sich aufmerksam machen möchte und die Zahl der angeschriebenen Redaktionen an einer Hand abzählen kann, kann durchaus eine Auswertung in Eigenregie durchführen. Dazu ist es zunächst wichtig, Zugriff auf wirklich alle Medien Ihres Verteilers zu haben. Das heißt, dass Sie alle Zeitungen, denen Sie Pressemitteilungen schicken, auch abonniert haben sollten. Gerade bei Fachzeitschriften kann das recht teuer werden.

Diese lesen Sie dann alle aufmerksam und regelmäßig. Das geht selbstverständlich auch en bloc. Dann sammeln und durchforsten Sie die Gazetten in Ruhe abends oder am Wochenende. Zu lange sollten Sie damit allerdings nicht warten. Denn je eher Ihnen auffällt, dass eine Berichterstattung nicht korrekt ist, desto schneller können Sie reagieren.

Stellen Sie sich auf den Prüfstand: Lesen Sie jeden Tag aufmerksam die Zeitung? Durchforsten Sie regelmäßig die Fach- und Lokalpresse? Entgeht Ihnen dabei keine Kolumne und kein Kommentar? Wenn Sie in einer Großstadt leben, kann das zwar schnell zum Vollzeitjob ausarten.

Dennoch sollten Sie sehr penibel sein, denn es ist sehr ärgerlich, wenn Ihnen ein Bericht entgeht. Schließlich sollten Sie wissen, ob sich Ihr PR-Engagement auch gelohnt hat und was überhaupt bei Ihrer Zielgruppe ankam. Regelrecht peinlich kann es werden, wenn Kunden Sie auf Berichte ansprechen, die Sie selbst noch gar nicht kennen.

Recherchieren Sie im Internet, ist Google Alerts eine große Hilfe. Dort kann man zu bestimmten Suchworten oder Kombinationen aus mehreren Begriffen Konten einrichten. Sie erhalten eine Nachricht, sobald irgendwo im Web "Ihre Begriffe" auftauchen. Etwas Übung bei der Formulierung der Suchwörter braucht es aber schon, sonst werden Sie schnell von einer Flut irrelevanter Nachrichten überschwemmt. Die Einrichtung der Konten ist kostenlos.

Es kann sinnvoll sein, mehrere Konten zu verschiedenen Begriffen einzurichten. So lässt sich dann auch bequem die Konkurrenz beobachten.

Vorsicht ist geboten, wenn Sie die Veröffentlichungen über Ihre Produkte oder Ihr Unternehmen breiteren Nutzerkreisen zugänglich machen möchten. Ein kleiner Pressespiegel, der in ein- oder zweifacher Ausführung im Unternehmen verfügbar ist und das Haus nicht verlässt, stellt meist kein Problem dar, da er noch als "persönlicher Gebrauch" gelten kann. Wer aber Veröffentlichungen kopiert und an Kunden oder Geschäftspartner verteilt, begeht bereits einen Urheberrechtsverstoß. Dasselbe gilt für die Veröffentlichung auf der Unternehmens-Website. Für solche Aktivitäten benötigen Sie auf jeden Fall eine schriftliche Genehmigung des Urhebers oder des veröffentlichenden Verlages. In den meisten Fällen ist dies nicht problematisch. Wer aber einfach Texte anderer übernimmt, kann schnell böse Überraschungen erleben. Denn die Verlage achten inzwischen sehr darauf, ob andere ihre Werke kopieren. Im schlimmsten Fall steht Ihnen eine Abmahnung ins Haus.

Auswertung durch Profis

Es gibt Unternehmen, die sich genau auf das Sammeln von Veröffentlichungen spezialisiert haben. Diese Medienbeobachter beschäftigen Lektoren, die nichts anderes tun, als die gesamte Medienlandschaft nach den von ihren Kunden in Auftrag gegebenen Suchworten zu durchforsten. Das gilt nicht nur für gedruckte, sondern für alle Medien, also auch das Fernsehen und insbesondere auch das Internet. Sie liefern zu jedem Ergebnis, dem so genannten "Clipping", auch die Daten über das entsprechende Medium, also Erscheinungsdatum, Platzierung, Auflage etc.

Der Vorteil an der Abwicklung von Medienbeobachtung über Dienstleister ist die Genauigkeit, aber auch die Rechtssicherheit. Denn das deutsche Urheberrecht verbietet das Kopieren von Medieninhalten über den persönlichen Gebrauch hinaus. Die Medienbeobachter stellen sicher, dass Sie einen Original-Ausschnitt bekommen, den Sie für den internen Gebrauch verwenden dürfen.

Die bekanntesten Dienstleister in Deutschland sind Ausschnitt, Landau Media und cision.

Die Preise für eine Medienbeobachtung richten sich nach der Länge der Beobachtung und der Anzahl der gesuchten Stichwörter. Sie müssen etwa mit monatlich 50 Euro Grundgebühr zuzüglich 20 Euro pro Stichwort rechnen.

Hängen Sie einen positiven Pressebericht über Ihr Unternehmen ans schwarze Brett oder weisen in Ihrem Kundennewsletter darauf hin. So können Sie den Imagegewinn gleich an Mitarbeiter und Kunden weiterleiten.

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Über die Autorin:

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Dr. Frauke Weber, Jahrgang 1966, ist seit dem Jahr 2000 in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Als Pressesprecherin eines Automobilzulieferers hat sie sämtliche Mediengattungen bedient. Zusätzlich zu ihr ...

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