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Stimmt die Qualität Ihrer Geschäftspartner noch?

Passen Auftraggeber, Auftragnehmer und Kollegen noch zu Ihnen?

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Stand: 20. Februar 2012 (aktualisiert)

Wer über jeden Auftrag froh ist, vergisst möglicherweise, sich auch mal Gedanken über die Qualität seiner Geschäftspartner zu machen. Dabei kann eine schlechte Zusammenarbeit mehr Schaden anrichten als durch Geld wiedergutzumachen ist. Lorenz Hölscher beleuchtet die Techniken des harmonischen Miteinanders auf Geschäftsebene.

Je nach Organisation Ihres Betriebes können Geschäftspartner sowohl solche "an Ihrer Seite" als auch Kunden sein, denn mit beiden wollen Sie ja partnerschaftlich Geschäfte abwickeln. Dabei haben Sie durchaus ähnliche Wünsche an diese nur scheinbar gegensätzlichen Kollegen bzw. Kunden, denn in aller Interesse sind effektive Ergebnisse mit fairem Umgang erwünscht.

Prüfen Sie Ihre Kollegen

Achten Sie bei Ihren eigenen Partnern ruhig immer mal wieder auf deren Umgang mit Kunden und miteinander:

  • Wie halten Ihre Kollegen gemeinsame Absprachen ein? Versprechen sie vielleicht umgekehrt Ergebnisse, die Sie selber dann später ausbaden müssen?

  • Wie klappen die sozialen Umgangsformen? Hat der gemeinsame Kunde das Gefühl, ernst genommen und in seinen Anforderungen berücksichtigt zu werden? Oder wird er mit Technik-Details erschlagen, mit Worthülsen zugetextet und von Standardformulierungen in E-Mails abgeschreckt?

  • Engagieren sich alle Partner in Ihrer Firma gleichmäßig oder bleibt die meiste Arbeit bei Ihnen hängen? Wenn die Arbeit ungleichmäßig verteilt ist, liegt es an unterschiedlichen Voraussetzungen, an geringer Leistung oder ist jemand ein Workaholic?

  • Informieren Sie sich gegenseitig über anliegende Aufgaben, laufende Projekte oder gar langfristige Visionen? Haben überhaupt alle eine Vision, warum sie diese Arbeit machen?

  • Wie gehen sie auf Änderungswünsche des Kunden ein? Reagieren sie genervt oder loben sie den Kunden auch mal wegen einer Verbesserung des Produkts, die dadurch entsteht?

Möglicherweise wird nicht jeder einzelne Punkt bei Ihnen vorkommen, aber ein Augenmerk auf diese Themen zu richten hilft Ihnen zu einer Einschätzung, ob Sie und Ihr Partner noch zusammenpassen.

Es ist ja nicht verkehrt, wenn Sie sich beide weiterentwickeln, es muss eben nur in die gleiche Richtung passieren. Möchten Sie das Geschäft zu einer expandierenden Firma mit deutschlandweitem Vertrieb entwickeln, Ihr Kollege aber nur weiter vor sich hinwurschteln und Kleinserien herstellen, sollten Sie diesen Konflikt rechtzeitig wahrnehmen und lösen.

Das kann auch bei gleicher Marschrichtung ein Qualitätsunterschied sein, wenn Sie erstklassig programmieren und Ihr Partner eben nicht. Dann können Sie die Aufgaben neu verteilen (vielleicht kann er besser akquirieren oder Konzepte entwickeln?) oder sollten eben darüber nachdenken, ob die gemeinsame Arbeit auf Dauer sinnvoll ist.

Prüfen Sie Ihre Auftraggeber

Es mag ein wenig überraschen, dass auch Sie Ihren Auftraggeber und dessen Qualität prüfen sollen, weil Sie doch gefühlt von ihm abhängig sind und er eher Sie prüft. Tatsächlich aber müssen beide Seiten mit der Zusammenarbeit zufrieden sein. Denken Sie also ruhig auch einmal darüber nach, ob er Ihren Ansprüchen genügt:

  • Wie funktioniert die Absprache mit ihm, erhalten Sie rechtzeitig benötigte Informationen und können Sie sich auf seine Aussagen verlassen?

  • Verhält er sich auch im Umgang mit Terminen, Unterlagen, Rechnungen und ähnlichem "Formalkram" korrekt und professionell? Zahlt er pünktlich?

  • Lässt er Sie mit eigentlich versprochenen Aufträgen hängen, die dann doch nicht beauftragt werden?

  • Feilscht er um jeden Handgriff und versucht, möglichst viel gratis und zusätzlich von Ihnen zu bekommen?

Wie Sie sehen, muss auch in der Zusammenarbeit mit einem Auftraggeber nicht nur die Technik, sondern ebenso "die Chemie" stimmen. Gibt es da Unstimmigkeiten, sollten Sie durchaus kritisch darüber nachdenken, wie weit Sie selbst daran beteiligt sind und ob es da vielleicht von Ihrer Seite etwas zu verbessern gibt.

Auftrag? Nein danke!

Mitunter kann es besser sein, einen Auftrag nicht anzunehmen. Vor allem immer dann, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen.

Prüfen Sie Ihre Auftragnehmer

Auch als Selbstständiger gibt es gelegentlich (Unter-)Aufträge, die Sie an weitere Dienstleister vergeben. Sehr oft ist das jemand, den man sowieso irgendwie kennt. Sei es, weil er im gleichen Bürogebäude arbeitet oder ein Bekannter von einem Freund ist. Gerade bei solchen zufälligen Konstellationen sollten Sie darüber nachdenken, ob diese Zusammenarbeit zu Ihnen passt:

  • Liefert er so gute Ergebnisse, dass Sie dafür bei Ihrem eigenen Auftraggeber den Kopf hinhalten können oder müssen Sie regelmäßig nachbessern?

  • Würden Sie ihn auch beauftragen, wenn es noch Alternativen gäbe?

  • Macht die Zusammenarbeit Spaß oder müssen Sie ihm dauernd hinterherlaufen, damit er fertig wird?

Im Grunde genommen können Sie einen großen Teil der Fragen an Ihren eigenen Auftraggeber auch hier stellen, nur eben aus umgekehrter Perspektive. Es spricht nichts dagegen, dass eine solche Zusammenarbeit zufällig entsteht, aber bei der Qualität hört der Spaß auf.

Letzten Endes riskieren Sie Ihren guten Ruf, wenn Sie schlampige (Teil-)Ergebnisse an Ihren Auftraggeber weiterreichen. Egal, wie billig ein Subunternehmer für Sie arbeitet, ein beschädigter Ruf ist unbezahlbar teuer.

Fazit

Arbeit darf Spaß machen, Zusammenarbeit muss Spaß machen. Eine reine Geld-gegen-Ergebnis-Beziehung ist keine Beziehung, die lange halten wird. Achten Sie auch auf die Qualität des Umgangs miteinander. Wenn es dabei nicht stimmt, sollten Sie diese entweder verbessern oder sich einvernehmlich voneinander trennen.

Kunden, Krisen, Katastrophen?

Kundenbeziehungen sind wie alle Beziehungen - Krisen bleiben nicht aus und die richtige Pflege brauchen sie auch.

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