Realistische Zahlen für Ihren Businessplan

Businessplan-Vorlagen gibt es genug. Doch woher nimmt man sinnvolle Planzahlen?

Ersten Kommentar schreiben
Stand: 17. Juni 2015

Planzahlen

Ihr Businessplan ist nur so sinnvoll wie Ihre Planzahlen

Die Zahlenwerke in einem Businessplan sind immer eine ziemliche Herausforderung, ganz gleich, welchem Zweck der Businessplan dienen soll. Es sind Planzahlen, die einen möglichst realistischen Blick in die Zukunft erlauben sollen. Wer versucht, eine ungewisse Zukunft zu planen, hat es jedoch mit vielen Unbekannten zu tun. Vieles müssen Sie schätzen, Sie müssen Annahmen treffen, von denen Sie nicht wissen können, ob sie richtig sind. Sie müssen das Kundenverhalten ebenso versuchen, vorher zu sehen, wie Preisentwicklungen im Einkauf und im Verkauf sowie die Konkurrenzsituation, Trends und vieles, vieles mehr.

Seien wir ehrlich: Das geht ja gar nicht! Das geht zumindest nicht mit absoluter Sicherheit; schon gar nicht, wenn ein Unternehmen erst gegründet werden soll.

Etwas einfacher ist es, wenn ein Businessplan gebraucht wird, um das weitere Wachstum eines Unternehmens zu finanzieren, für die Eröffnung einer weiteren Filiale oder Ähnlichem. Dann liegen bereits Erfahrungswerte vor. Die Zukunft bleibt auch hier ungewiss – aber man hat eine gute Basis, an der man sich orientieren kann. Ganz anders bei Existenzgründern.

Sie haben vielfach zunächst nichts als einen vollen Kopf und ein leeres Blatt Papier. Aller Anfang ist schwer.

Schritt für Schritt zu belastbaren Planzahlen

Praxisbeispiel

Karsten Richter, 45 Jahre, möchte sich selbstständig machen. Der gelernte Maschinenschlosser hat vor zwei Jahren eine betriebsbedingte Kündigung erhalten. Trotz unzähliger Bewerbungen hat er keine neue Stelle gefunden, von der er den Lebensunterhalt für sich und seine Familie hätte bestreiten können.

Nun steht in einem Gewerbegebiet in seiner Nähe ein Zoofachgeschäft zur Übernahme an. Der jetzige Inhaber ist über 70 Jahre alt, er hat das Unternehmen mehr als 20 Jahre lang geführt und davon gelebt. „Eine gute Basis“, sagt Karsten Richter. „Was 20 Jahre funktioniert hat, wird auch weiter funktionieren“, so seine Überlegung. Noch bevor das erste ernsthafte Gespräch mit dem aktuellen Inhaber stattgefunden hat, ist er entschlossen, das Geschäft zu übernehmen.

Nach dem Gespräch sieht die Sache aber schon anders aus. „Der Inhaber verlangt 30.000 € für die Ausstattung des Geschäftes, dabei ist alles uralt und muss zumindest nach und nach ersetzt werden. Für die Ware soll ich noch mal 35.000 € bezahlen und habe große Zweifel, ob sie das wert ist. Die Umsätze sind angeblich besser, als es in den Büchern steht, weil man immer etwas 'nebenbei' verdienen könne“, erzählt Karsten Richter ernüchtert. Er ist sehr verunsichert, ob die Übernahme wirklich das Richtige ist.

„Das musst Du mal durchrechnen“, rät ihm sein Nachbar. Aber wie? Wie kann er z. B. überprüfen, was die Ware wirklich wert ist? Was darf die Ladeneinrichtung maximal kosten? Welche Umsätze sind denn realistisch, wenn nicht die, die in den Büchern stehen? Wirft der Laden genug Gewinn ab, um davon auch noch einen Kredit abzubezahlen? Nennenswertes Eigenkapital ist nicht mehr vorhanden nach der Zeit der Arbeitslosigkeit. Und die Eigentumswohnung ist auch noch nicht abbezahlt.

Vor solchen oder ähnlichen Problemen stehen fast alle Existenzgründer. Für eine gut fundierte Entscheidung darüber, ob sich der Schritt in die Selbstständigkeit voraussichtlich lohnen oder vielleicht im wirtschaftlichen Desaster enden wird, braucht es möglichst realistische Planzahlen.

Das Ganze ist schon kompliziert genug – machen Sie es sich also möglichst einfach. Fangen Sie mit den Zahlen an, die Sie kennen oder leicht ermitteln können: Ihre privaten Einnahmen und Ausgaben.

Als Mitglied können Sie diesen Beitrag weiterlesen!

Werden Sie Mitglied und testen Sie akademie.de 14 Tage lang kostenlos!

In den ersten 14 Tagen haben Sie Zugriff auf alle Inhalte auf akademie.de, außer Downloads. Sie können in dieser Zeit ohne Angabe von Gründen stornieren. Eine E-Mail an service@akademie.de genügt. Nur wenn Sie Mitglied bleiben, wird der Mitgliedsbeitrag nach Ende der 14tägigen Stornofrist abgebucht.

Ich bin bereits Mitglied
Jetzt Mitglied werden und akademie.de 14 Tage kostenlos testen
Ich entscheide mich für folgende Zahlungsweise:
14 Tage Stornorecht:
Ich kann meine Mitgliedschaft in den ersten 14 Tagen jederzeit formlos stornieren, z.B. per E-Mail an service@akademie.de.

Inhalt

Downloads zu diesem Beitrag

Über die Autorin:

bild133015

Sandra Bonnemeier blickt auf 20 Jahre Berufserfahrung in der freien Wirtschaft zurück, davon fünf Jahre in hauptberuflich selbstständiger Tätigkeit, sowie vier abgeschlossene Studiengänge (Betriebswi ...

Newsletter abonnieren