Wie Sie es nicht machen sollten
"Ich bin ein Berliner." Diesen Satz kennt jeder - im Gegensatz zum Rest der Rede John F. Kennedys, die er 1963 vor dem Schöneberger Rathaus zu Berlin hielt. Als Redner tun Sie also gut daran, einen effektvollen Abgang zu planen.
Was Sie am Schluss Ihrer Rede oder Ihres Seminars sagen, hat großen Einfluss darauf, welchen Eindruck Sie bei Ihrem Publikum hinterlassen und mit welchen Gefühlen Ihre Zuhörer den Raum verlassen. Die letzten Sätze eines Vortrags sind also ganz entscheidend!
Und dennoch: Viele Redner verwenden sehr viel Zeit darauf, den Mittelteil zu planen, ihre Argumentation vorzubereiten oder eine technisch ausgefeilte PowerPoint-Präsentation zu basteln. Auch den Einstieg in einen Vortrag bereiten viele - zu Recht - sogar wortwörtlich vor. Das Ende hingegen wird oft stiefmütterlich behandelt - und dabei steigt gerade am Ende die Aufmerksamkeit der Zuhörer noch einmal an. Am Ende haben Sie also die Chance, noch einmal eine Botschaft anzubringen und Ihrem Vortrag eine nachhaltige Wirkung zu geben. Und diese Chance sollten Sie unbedingt nutzen.
Grundsätzlich: Kündigen Sie das Ende Ihrer Rede geschickt an!
"Ich komme nun zum Schluss meiner Rede ..." - Soll ein Vortragender ankündigen, dass er seine Rede in Kürze beenden wird, oder wirkt das eher hölzern? Unter Rhetorik-Experten ist dies durchaus umstritten. Letztendlich kommt es darauf an, wie diese Ankündigung konkret aussieht.
Grundsätzlich kann es von Vorteil sein, das Ende anzukündigen. Sie signalisieren damit Ihren Zuhörern, dass bald Schluss ist, und erreichen, dass die Aufmerksamkeit steigt. Selbst wer gerade gedanklich "abgedriftet" war, wird sich nun vermutlich wieder Ihren Worten zuwenden. Das ist Ihre Chance, nochmals das Wichtigste auf den Punkt zu bringen!
Wenn Sie das Ende ankündigen, dann bauen Sie das sprachlich geschickt ein. Eher hilflos wirkt es, wenn der Eindruck entsteht, Sie müssten sich selbst Regie-Anweisungen geben ("So, und als nächstes kommt jetzt noch der Schluss"). Ein guter Vortrag vielmehr wirkt flüssig, wie ein einheitliches Ganzes, und wird nicht inhaltlich unterbrochen durch formale Ankündigungen. Sie können dennoch darauf hinweisen, dass Sie zum Schluss Ihrer Ausführungen kommen, indem Sie dies in Ihre Worte inhaltlich in den Redefluss mit einbauen. Zum Beispiel so: "... und dieser letzte Punkt, den ich Ihnen gleich nenne, ist der wichtigste von allen ..."
