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10 Tipps, wie Sie eine Rede eindrucksvoll beenden können

Ein effektvoller Abgang ist planbar!

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Stand: 4. Juni 2012

Wie Sie es nicht machen sollten

"Ich bin ein Berliner." Diesen Satz kennt jeder - im Gegensatz zum Rest der Rede John F. Kennedys, die er 1963 vor dem Schöneberger Rathaus zu Berlin hielt. Als Redner tun Sie also gut daran, einen effektvollen Abgang zu planen.

Was Sie am Schluss Ihrer Rede oder Ihres Seminars sagen, hat großen Einfluss darauf, welchen Eindruck Sie bei Ihrem Publikum hinterlassen und mit welchen Gefühlen Ihre Zuhörer den Raum verlassen. Die letzten Sätze eines Vortrags sind also ganz entscheidend!

Und dennoch: Viele Redner verwenden sehr viel Zeit darauf, den Mittelteil zu planen, ihre Argumentation vorzubereiten oder eine technisch ausgefeilte PowerPoint-Präsentation zu basteln. Auch den Einstieg in einen Vortrag bereiten viele - zu Recht - sogar wortwörtlich vor. Das Ende hingegen wird oft stiefmütterlich behandelt - und dabei steigt gerade am Ende die Aufmerksamkeit der Zuhörer noch einmal an. Am Ende haben Sie also die Chance, noch einmal eine Botschaft anzubringen und Ihrem Vortrag eine nachhaltige Wirkung zu geben. Und diese Chance sollten Sie unbedingt nutzen.

Grundsätzlich: Kündigen Sie das Ende Ihrer Rede geschickt an!

"Ich komme nun zum Schluss meiner Rede ..." - Soll ein Vortragender ankündigen, dass er seine Rede in Kürze beenden wird, oder wirkt das eher hölzern? Unter Rhetorik-Experten ist dies durchaus umstritten. Letztendlich kommt es darauf an, wie diese Ankündigung konkret aussieht.

Grundsätzlich kann es von Vorteil sein, das Ende anzukündigen. Sie signalisieren damit Ihren Zuhörern, dass bald Schluss ist, und erreichen, dass die Aufmerksamkeit steigt. Selbst wer gerade gedanklich "abgedriftet" war, wird sich nun vermutlich wieder Ihren Worten zuwenden. Das ist Ihre Chance, nochmals das Wichtigste auf den Punkt zu bringen!

Wenn Sie das Ende ankündigen, dann bauen Sie das sprachlich geschickt ein. Eher hilflos wirkt es, wenn der Eindruck entsteht, Sie müssten sich selbst Regie-Anweisungen geben ("So, und als nächstes kommt jetzt noch der Schluss"). Ein guter Vortrag vielmehr wirkt flüssig, wie ein einheitliches Ganzes, und wird nicht inhaltlich unterbrochen durch formale Ankündigungen. Sie können dennoch darauf hinweisen, dass Sie zum Schluss Ihrer Ausführungen kommen, indem Sie dies in Ihre Worte inhaltlich in den Redefluss mit einbauen. Zum Beispiel so: "... und dieser letzte Punkt, den ich Ihnen gleich nenne, ist der wichtigste von allen ..."

Besser nicht ... Was Sie am Ende eines Vortrags vermeiden sollten

  1. Hilflos: das Ende ungeplant lassen

    "So, das war's" oder "Also, das wäre dann alles gewesen." - Das wirkt alles andere als souverän. Eher hat man das Gefühl, der Redner ist selbst ganz erstaunt/erleichtert, dass sein Vortrag nun zu Ende ist. Das ist sicherlich nicht der Eindruck, den Sie hinterlassen möchten.

  2. Einfallslos: mit einer Standard-Formel schließen

    Etwas runder wirkt es schon, wenn Sie Ihre Ausführungen mit dem Satz beenden "Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit." Damit können Sie nichts falsch machen - aber punkten können Sie auch nicht. Denn dieser Satz ist absoluter Standard. Einfallsreichtum sieht anders aus.

  3. Einschränkend: die Grenzen des Vortrags hervorheben

    Manche Redner neigen dazu, sich am Ende ihres Vortrags selbst noch mal zurückzunehmen und einschränkend zu formulieren: "Leider konnte ich Ihnen in der Kürze der Zeit nur einige wenige Faktoren nennen ..."

    Selbst wenn das stimmt - warum so negativ formulieren? Warum den Spieß nicht umdrehen und sagen: "Nun kennen Sie die wichtigsten Faktoren ...". Damit signalisieren Sie: Sie wissen Bescheid. Sie haben genau die Inhalte ausgewählt, die zentral sind.

  4. Unsicher: Zweifel am eigenen Vortrag aufbringen

    Ähnliches gilt für: "Ich hoffe, ich konnte Ihnen zumindest so in etwa eine Idee vermitteln, wie das Projekt ausgesehen hat." Der Redner formuliert ganz vorsichtig, spielt die Inhalte seines Vortrags selbst herunter - und demonstriert damit womöglich, dass er sich selbst nicht sicher ist, ob er mit dem Vortrag eigentlich sein Ziel erreicht hat. Und wenn er, der Experte, sich dessen nicht sicher ist, wieso sollte es dann sein Publikum sein?

    Warum also nicht ganz selbstbewusst sagen: "Nun können Sie sich vorstellen, wie das Projekt ausgesehen hat."

  5. Kontraproduktiv: für Selbstverständliches danken

    Besonders freundlich und verbindend gemeint ist meistens auch ein Schluss-Satz folgender Art: "Danke, dass Sie trotz des schönen Wetters ausgeharrt haben - nun entlasse ich Sie in den Sonnenschein!"

    Aber dennoch: war Ihr Vortrag denn so langweilig, dass Ihr Publikum "ausharren" musste und nun "entlassen" werden kann wie aus einem Gefängnis? Oder wären Sie gar selbst viel lieber draußen in der Sonne gewesen? Diesen Eindruck möchten Sie sicherlich nicht erwecken.

Wie können Sie es besser machen? Da gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, aus denen Sie je nach Thema und Situation auswählen können.

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Über den Autor:

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Heike Neidhardt ist Diplom-Psychologin und Erwachsenenbildnerin (M.A.). Nach 10 Jahren Berufserfahrung in der Weiterbildung hat sie sich 2009 selbstständig gemacht. In ihren Vorträgen und Seminaren ze ...

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