Reisekosten 2014: Steuern sparen bei der Reisekostenabrechnung für Dienstreisen

Gleichbleibender Treffpunkt

Nach der bisherigen Rechtsprechung und der damit im Zusammenhang stehenden Verwaltungsmeinung waren Fahrten von der Wohnung zu einem ständig gleichbleibenden Treffpunkt außerhalb einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung, von dem der Arbeitnehmer dann zur jeweiligen auswärtigen Tätigkeitsstätte weiterbefördert wird, wie Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte zu behandeln mit der Folge, dass die Entfernungspauschale anzusetzen war.

»Soweit die Fahrten von der Wohnung ständig zu einem gleichbleibenden Treffpunkt außerhalb einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung führen, ist für die Wege zwischen Wohnung und Treffpunkt die Entfernungspauschale anzusetzen.« (BMF vom 26.10.2005 unter I., 3. Absatz, BStBl. I 2005, 960).

Mit Urteil vom 11.07.1980 (VI R 118/77, BStBl. II 1980, 653) hatte der BFH Folgendes entschieden: Ein Arbeitnehmer mit ständig wechselnden Einsatzstellen, der mit seinem eigenen Pkw von seiner Wohnung ständig zu ein und demselben Ort fährt, von wo er mit einem Kfz seines Arbeitgebers zu der jeweiligen Einsatzstelle weiterbefördert wird, kann für die Fahrten zwischen seiner Wohnung und dem ständig gleichbleibenden Ort nur die Pauschsätze des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG geltend machen.

Der Treffpunkt ist ab 01.01.2014 keine erste Tätigkeitsstätte, da die Voraussetzungen des § 9 Abs. 4 EStG nicht erfüllt sind. Im Hinblick auf die Fahrtkosten erfolgt aber eine Gleichbehandlung mit Arbeitnehmern, die an einer ersten Tätigkeitsstätte tätig werden. Jetzt wird keine erste Tätigkeitsstätte fingiert, sondern es werden lediglich die Anwendung der Entfernungspauschale für die Fahrtkosten von der Wohnung zu diesem Ort sowie die Besteuerung eines geldwerten Vorteils bei Firmenwagengestellung durch den Arbeitgeber festgelegt und der steuerfreie Arbeitgeberersatz für diese Fahrten wird ausgeschlossen. Auf die Berücksichtigung von Verpflegungspauschalen oder Übernachtungskosten als Werbungskosten oder den steuerfreien Arbeitgeberersatz hierfür hat diese Festlegung hingegen keinen Einfluss, da der Arbeitnehmer weiterhin außerhalb einer ersten Tätigkeitsstätte und somit auswärts beruflich tätig wird.

Beispiel 8:
Der Arbeitnehmer ist auf wechselnden Einsatzstellen tätig. Er fährt regelmäßig mit dem eigenen Pkw

  • zum 25 km entfernt liegenden Betrieb des Arbeitgebers oder

  • zu einem anderen gleichbleibenden Treffpunkt (Park and Ride).

Die Weiterfahrt zur jeweiligen Einsatzstelle erfolgt im Rahmen einer Sammelbeförderung durch den Arbeitgeber.

Lösung 8:
a) Mit Urteil vom 09.06.2011 (VI R 58/09, BStBl II 2012, 34, s.o.) hat der BFH entschieden, dass der Betriebssitz des Arbeitgebers, den der Arbeitnehmer zwar regelmäßig, aber lediglich zu Kontrollzwecken aufsucht, ohne dort seiner eigentlichen beruflichen Tätigkeit nachzugehen, nicht zur regelmäßigen Arbeitsstätte wird. Sämtliche Fahrten sind daher solche im Rahmen einer Auswärtstätigkeit.

Wenn der Arbeitgeber den Betriebssitz nicht als erste Tätigkeitsstätte bestimmt, dann hat der Arbeitnehmer keine erste Tätigkeitsstätte. Die Fahrtkosten sind zu berücksichtigen. Für die Fahrten zu einem vom Arbeitgeber dauerhaft festgelegten Ort, an dem sich der Arbeitnehmer aufgrund seiner arbeitsvertraglichen Festlegungen regelmäßig einzufinden oder seine dienstlichen Tätigkeiten regelmäßig aufzunehmen hat (z.B. Fahrten zu einem Busdepot oder Fährhafen oder Treffpunkt für einen betrieblichen Sammeltransport), sind die Aufwendungen für die Fahrten von der Wohnung zu diesem Ort mit der Entfernungspauschale nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG als Werbungskosten zu berücksichtigen.

Hinweis:
Die gesetzliche Fiktion findet keine Anwendung bei Treffpunktfahrten, die nicht vom Arbeitgeber angeordnet sind, z.B. Park-and-Ride-Parkplätze als Sammelpunkt zur Begründung einer privat organisierten Fahrgemeinschaft (Entfernungspauschale).

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Über den Autor:

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Josef Ellenrieder, Jahrgang 1943, Diplom Betriebswirt FH, lehrt an diversen Fachhochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern die Themen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungs ...

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