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Regelmäßige Arbeitsstätte

Regelmäßige Arbeitsstätte in der Wohnung des Arbeitnehmers

Bei Berufen mit überwiegender Reisetätigkeit kommt es vor, dass der Arbeitnehmer im Betrieb des Arbeitgebers überhaupt keinen Arbeitsplatz hat.

Immer häufiger wird daher die Frage gestellt, unter welchen Voraussetzungen ein häusliches Arbeitszimmer als regelmäßige Arbeitsstätte anzusehen ist. Der Bundesfinanzhof hat hierzu entschieden, dass ein häusliches Arbeitszimmer selbst dann nicht als regelmäßige Arbeitsstätteangesehen werden kann, wenn der Arbeitgeber den Raum vom Arbeitnehmer anmietet und anschließend wiederum dem Arbeitnehmer zur beruflichen Nutzung überlässt (BFH-Urteil vom 9.6.2011, BStBl. 2012 II S. 38). Die berufliche Nutzung des Raums löst nicht die Einbindung in die private Sphäre des Arbeitnehmers und lässt den Charakter der Wohnung insgesamt unberührt. Folglich handelt es sich nicht um eine Betriebsstätte des Arbeitgebers, die auch im Falle der Anmietung nur bei einer räumlichen Trennung zwischen Wohnung und beruflich genutztem Raum vorliegen kann. Erst recht liegt keine regelmäßige Arbeitsstätte vor, wenn der Arbeitnehmer - ohne Anmietung durch den Arbeitgeber - in seinem häuslichen Arbeitszimmer beruflich tätig wird.

Beispiel

Eine Arbeitnehmerin ist montags ganztätig in ihrem Büro im Betrieb des Arbeitgebers und dienstags bis freitags jeweils fünf Stunden an ihrem Telearbeitsplatz ("Home-Office") in ihrem häuslichen Arbeitszimmer tätig.

Das häusliche Arbeitszimmer in der Wohnung des Arbeitnehmers ist mangels "Betriebsstätte des Arbeitgebers" keine regelmäßige Arbeitsstätte. Allerdings hat die Arbeitnehmerin im Betrieb des Arbeitgebers eine regelmäßige Arbeitsstätte, da sie durchschnittlich einen ganzen Arbeitstag in der Woche ausschließlich im Betrieb des Arbeitgebers tätig wird. Für die Fahrten zwischen ihrer Wohnung und dem Betrieb (= regelmäßige Arbeitsstätte) kann sie Werbungskosten in Höhe der Entfernungspauschale geltend machen.

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Über den Autor:

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Josef Ellenrieder, Jahrgang 1943, Diplom Betriebswirt FH, lehrt an diversen Fachhochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern die Themen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungs ...

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