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Dienstreisen und Reisekosten bis 2013: So sparen Sie Steuern

Reisekosten und Reisekostenabrechnung: Neues auf einen Blick

Seit Januar 2008 gilt ein neues Reisekostenrecht. Die bisherigen Begriffe "Dienstreise", "Einsatzwechseltätigkeit" und "Fahrtätigkeit" sind zum neuen Begriff "beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit" verschmolzen. Die bisherige Unterscheidung zwischen "Dienstreise", "Einsatzwechseltätigkeit" und "Fahrtätigkeit" gilt also nur noch für 2007.

Dieser Beitrag behandelt die steuerfreien Ersatzleistungen des Arbeitgebers, die bei einer vorübergehenden beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit gezahlt werden können. Abgesehen von dem Wegfall der Dreimonatsfrist für die Berücksichtigung der Fahrtkosten als Reisekosten richtet sich die Höhe der bei einer vorübergehenden beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit zu berücksichtigenden Reisekosten im Wesentlichen nach den bis 31.12.2007 geltenden Grundsätzen für Dienstreisen.

Gesetzliche Neuregelungen im Reisekostenrecht frühestens zum 1.1.2014

Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts auf den Weg gebracht. Danach sollen zum 1.1.2014 folgende Gesetzesänderungen im lohnsteuerlichen Reisekostenrecht in Kraft treten:Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts auf den Weg gebracht. Danach sollen zum 1.1.2014 folgende Gesetzesänderungen im lohnsteuerlichen Reisekostenrecht in Kraft treten:

o Bei den Verpflegungsmehraufwendungen soll der Pauschbetrag von 12 € bei eintägigen Auswärtstätigkeiten bereits bei einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden gewährt werden. Dieser Betrag soll ebenso für den An- und Abreisetag bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten gelten, und zwar ohne Prüfung einer Mindestabwesenheitszeit. Die Dreimonatsfrist soll allerdings beibehalten werden, wobei allerdings zukünftig eine zeitliche Unterbrechung von vier Wochen unabhängig vom Anlass der Unterbrechung zu einem Neubeginn der Dreimonatsfrist führen soll.

o Mahlzeitensollen zukünftig bis zu einem Preis von 60 € typisierend mit dem Sachbezugswert als Arbeitslohn angesetzt werden. Darüber hinaus sollen solche Mahlzeiten nicht besteuert werden, wenn dem Arbeitnehmer für die auswärtige Tätigkeit eine Verpflegungspauschale zustehen würde. Für den Werbungskostenabzug beim Arbeitnehmer wird die Verpflegungspauschale gekürzt (im Inland: 4,80 € für Frühstück und 9,60 € für Mittag- und Abendessen).

o Die mit dem Sachbezugswert zu bewertenden Mahlzeiten (Preis bis 60 €) sollen aus Vereinfachungsgründen mit 25 % pauschal besteuert werden, wenn dem Arbeitnehmer für die Auswärtstätigkeit keine Verpflegungspauschale zustehen würde (z. B. bei eintägiger Auswärtstätigkeit bis zu 8 Stunden).

o Beruflich veranlasste Unterkunftskosten im Rahmen einer (= derselben) Auswärtstätigkeitsind vier Jahre unbeschränkt steuerfrei ersetzbar bzw. als Werbungskosten abziehbar. Danach sollen sie nur noch in Höhe der vergleichbaren Aufwendungen im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung berücksichtigt werden.

o Im Rahmen einer doppelten Haushaltsführungsollen die beruflich veranlassten, tatsächlich entstehenden Unterkunftskosten im Inland zukünftig höchstens bis zu einem Betrag von 1000 € monatlich angesetzt werden.

Es ist beabsichtigt, das Gesetzgebungsverfahren im ersten Quartal 2013 abzuschließen, um dem Arbeitgeber genügend zeitlichen Vorlauf zu geben, sich auf etwaige Neuerungen einzustellen. Wir werden Sie über den Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens über unseren Online-Aktualisierungsservice informieren.

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Lohnsteuerliche und sozialversicherungsrechtliche Behandlung von Reisekosten

Für die lohnsteuerliche und sozialversicherungsrechtliche Behandlung der Reisekosten gilt folgender Grundsatz:

  • Ersatzleistungen des Arbeitgebers für Aufwendungen, die dem Arbeitnehmer aus Anlass von vorübergehenden beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten entstehen, gehören nicht zum sozialversicherungspflichtigen Entgelt, soweit sie lohnsteuerfrei sind.

  • Sind die Ersatzleistungen des Arbeitgebers anlässlich von vorübergehenden beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten steuerpflichtig, so sind sie auch beitragspflichtig.

Soweit die Lohnsteuer für die steuerpflichtigen Ersatzleistungen des Arbeitgebers bei vorübergehenden beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten mit 25 Prozent pauschaliert werden kann, tritt Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung ein.

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Über den Autor:

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Josef Ellenrieder, Jahrgang 1943, Diplom Betriebswirt FH, lehrt an diversen Fachhochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern die Themen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungs ...

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