Beitragshöhe für pflichtversicherte und freiwillig versicherte Rentner in der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Höhe des Beitrags für Pflichtversicherte und freiwillig Versicherte kann sich sehr unterscheiden. Hier lesen Sie, wie sich die Beiträge berechnen.

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Stand: 26. Januar 2015

Hier lesen Sie, welche Einnahmen bei Rentnern in der gesetzlichen Krankenversicherung für die Beiträge angerechnet werden. Die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge kann sehr unterschiedlich sein – vor allem für Rentner, die nebenbei noch selbstständig tätig sind. Ausschlaggebend ist vor allem, ob Sie pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner oder freiwillig versichert sind.

Beitragsbemessungsgrenze und Höchstbeitrag

Grundsätzlich gilt für alle gesetzlich Krankenversicherten: Beitragspflichtig sind nur die Einnahmen bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Seit dem 01.01.2015 liegt die Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung bei 49.500 € im Jahr bzw. 4.125 € monatlich. Allerdings kann es für Rentenempfänger bei „ungünstigen“ Einnahmearten zu einer mehrfachen Beitragszahlung kommen (dazu weiter unten ein Beispiel).

Individuelle Beitragshöhe bei pflichtversicherten Rentnern

Der individuelle Beitrag hängt davon ab, welcher Personengruppe Sie als Versicherter angehören, welcher Beitragssatz gilt und welche Einnahmen Sie erzielen.

Bei einem versicherungspflichtigen Rentner sind folgende Einnahmen beitragspflichtig:

  • der Zahlbetrag der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung,

  • der Zahlbetrag der Rente vergleichbarer Einnahmen und

  • Arbeitseinkommen, soweit dieses versicherungspflichtig ist.

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Nebeneinkünfte für pflichtversicherte Rentner

Schönen Dank, Herr Würstle, für die für mich sehr interessanten Informationen, stehe ich doch kurz vor der Rente.
Eine Nachfrage:
Wenn also das Einkommen in Ihrem Beispiel aus selbständiger Tätigkeit etwas höher ist, z.B. 2325 €, wird der KV-Beitrag "nur" auf Grund der 2. Einkommensgruppe, also von 4125 € berechnet. Richtig?
Nun ist der Rentner ja nicht mehr pflichtversichert, sondern freiwillig versichert, wenn die selbständige Tätigkeit über 141,75 € Gewinn bringt, und die Prüfung der KV ergibt, dass die Tätigkeit hauptberuflich erfolgt. Und dann sind alle Einnahmen beitragspflichtig (z.B. auch Miet- und Zinseinnahmen) zu dem "hohen" KV-Beitragssatz von derzeit meist ca. 15,5 % + 2,35 % PV. Richtig?
In Ihrem Beispiel überwiegt ja die 2. Einkommensgruppe die erste, führt also zur Anwendung des höheren Beitragssatzes als freiwllig versicherter Rentner. Richtig?
Wenn ein Rentner als zu dem günstigen Beitragssatz KV-versichert sein will, muss in Ihrem Beispiel sein Einkommen aus Beschäftigung und selbständiger Tätigkeit insgesamt unter 2000 € (der Summe seiner Versorgungsbezüge) liegen, damit es als nebenberuflich anerkannt wird. Dann wird aber natürlich sein ganzes Einkommen zwar dem günstigen Beitragssatz, aber dafür eben komplett unterworfen. Richtig?
Übrigens ist das Gesamteinkommen in Ihrem Beispiel 5000 € und nicht 4200 €. Oder hab ich was nicht begriffen?
Ab welcher Summe ist für Ihren Beispielrentner ein Hinzuverdienst unsinnig, weil er sonst freiwillig versichert wird - wobei ja auch die mehrfache Beitragspflicht zu berücksichtigen ist, worauf Sie ja sehr schön hingewiesen haben?
Verstanden habe ich leider nicht: "ist statt des entsprechenden Beitrags aus der Rente nur der Zuschuss des Rentenversicherungsträgers einzuzahlen."
Bedeutet die Regel zu dem fiktiven Mindesteinkommen, dass ein Rentner, der geringe Altersbezüge von z.B. 700 € bezieht und 800 € durch Arbeitseinkommen erzielt, deshalb also als Hauptberuflicher freiwillig versichert wird, trotzdem für 945 € Beiträge zahlen muss ? Oder gilt für ihn als "beitragspflichtige Einnahme die Beitragsbemessungsgrenze von 4125 €"?

Ich freue mich auf Ihre Antwort! Stefan Kuntz, Künstlerberatung, 02202 708870

Guten Tag Herr Kuntz,erst

Guten Tag Herr Kuntz,
erst einmal vielen Dank für das Lob! Es ist bei so einem schwierigen Sachverhalt nicht einfach alles verständlich auf das Papier zu bringen.

Aber mit den 5000,- haben Sie natürlich recht - bitte entschuldigen Sie den Rechenfehler.

Ich will es mal versuchen:

Die einzelnen Einkommensgruppen dienen nur zur Feststellung der Beitragshöhe. Sie haben keinen Einfluss darauf, ob jemand freiwillig oder pflichtversichert ist.

Die Trennung in Einkommensgruppen erfolgt nur deshalb, weil immer zwischen "Renteneinkommen" und sonstigem Einkommen unterschieden wird. Dies führt halt in besonderen Fällen dazu, dass die "Obergrenze" die ja in der Regel für die Beitragsberechnung gilt (Beitragsbemessungsgrenze) ihre Bedeutung verliert und dann der Beitragspflichtige mit einem höheren Beitrag "zur Kasse" gebeten werden.

Insbesondere bei freiwillig Versicherten möchte der Gesetzgeber die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erfassen. Deshalb sind hier ja auch z.B. Miet- und Pachteinnahmen oder Zinseinkünfte soweit diese über dem Steuerfreibetrag liegen, der Beitragsbemessung zu Grunde zu legen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen.

Schönen Gruß
Alfred Würstle

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