Durch rechtzeitige Restrukturierung die Insolvenz vermeiden

Wenn das Unternehmen schlecht läuft, ist es Zeit für Restrukturierungsmaßnahmen. Wichtig dafür ist gute Beratung - und Ehrlichkeit.

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Stand: 25. März 2015

Eine fachlich geplante und begleitete Restrukturierung bieten Unternehmen in einer Krisensituation gute Möglichkeiten, sich für die Zukunft neu aufzustellen. Dafür müssen Eigentümer und Geschäftsführer aber den Faktor Zeit beachten und auch harte Einschnitte mittragen. Sonst wird eine Restrukturierung schwierig oder sogar unmöglich.

Von Unternehmen, die Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen müssen, liest und hört man regelmäßig. Große und prominente Insolvenzenm bei denen es um den Erhalt zigtausender Arbeitsplätze geht, stehen ohnehin im Fokus der Medien. Dagegen wird über Restrukturierungen kaum gesprochen. Diese verlaufen in der Regel abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit. Das ist natürlich auch so gewollt. Sie haben schließlich nur ein Ziel: eine Insolvenz zu verhindern - und sei es nur die Möglichkeit einer Insolvenz.

Denn am Ende eines Insolvenzverfahrens steht in der Regel der Verkauf, die Umwandlung oder die Schließung eines Unternehmens.Häufig verliert der bisherige Eigentümer sein Unternehmen. Gewiss, die Insolvenz kann sicherlich auch ein Instrument zur Restrukturierung sein. Auch das deutsche Insolvenzrecht bietet mit Eigenverwaltung oder auch Insolvenzplan gute Möglichkeiten, mit Hilfe der Insolvenzordnung ein Unternehmen zu restrukturieren und in den Händen der Eigentümer zu belassen.

Aber dieses Szenario wollen die allermeisten Unternehmer natürlich verhindern. Läuft ein Betrieb über eine längere Zeit schlecht oder deuten sich – vielleicht nach vielen guten Jahren – tendenziell sinkende Umsätze an, müssen zügig Maßnahmen ergriffen werden, um diese Mechanismen aufzuhalten. Es liegt auf der Hand, dass man auf einbrechende Umsätze und Erträge nicht nur mit der Aufnahme neuer Krediten reagieren kann. Finanzspritzen bekämpfen nicht die Ursachen wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Finanzierungen – ob bei der Bank oder am Kapitalmarkt – sind nie kostenlos und führen damit zu neuen finanziellen Belastungen. Irgendwannn werden die Banken die Notbremse ziehen und keine weiteren Kredite mehr gewähren.

Deshalb steht bei einer Restrukturierung die Ursachenforschung im Vordergrund. Woher rühren die Probleme? Sind die Produkte veraltet? Wurden Management-Fehler gemacht oder interne Prozesse und Strukturen falsch aufgestellt? Wurde nicht genug investiert, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten? Sind die Führungskräfte überfordert, oder werden die falschen Mitarbeiter an den falschen Stellen eingesetzt? Ist die Geschäftsstrategie einfach nicht mehr tragbar? Das Fragen-Kompendium ist umfangreich, und der Unternehmer muss den Willen besitzen, im Gespräch mit dem Beratern beziehungsweise den Beratern alle Karten auf den Tisch zu legen und offen und schonungslos zu diskutieren. Ehrlichkeit steht genauso im Vordergrund wie die Tatsache, nicht allzu lange sehenden Auges der finanziellen Katastrophe entgegenzusteuern.Die Erfahrung zeigt, dass die Bestandsaufnahme mit dem vorhandenen Personal alleine selten gelingen kann - die Einbindung gut ausgewählter Berater ist entscheidend.

Jede Woche, die der Unternehmer die Krisensituation ignoriert, weiter macht wie bisher und möglicherweise eigenes Geld in den Betrieb steckt und so die Reserven aufzehrt, macht die Restrukturierung schwieriger. Außerdem führt das Verzögern den Entscheider in eine rechtlich kritische Situation. Kommt es in der Folge doch zu einem Insolvenzverfahren, kann der Unternehmer wegen des Verdachtes auf Insolvenzverschleppung schnell ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten; schließlich hat er trotz der (drohenden) Zahlungsunfähigkeit die notwendigen rechtlichen Schritte nicht ergriffen. Dann kann es für ihn auch zu Haftungsansprüchen auf sein Privatvermögen kommen. Der Insolvenzverwalter kann im Prinzip jede Zahlung, die der Unternehmer ab dem Zeitpunkt der Zahlungsunfähigkeit getätigt hat, aus dessen Privatvermögen zurückfordern. Daran zeigt sich schon, welche Konsequenzen die Verweigerungs- oder auch nur Verzögerungshaltung eines Unternehmers haben kann.

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