Vergessen Sie Diät-Mittel!
Eine Odyssee der Erfolglosigkeit
Diätmittelchen versprechen viel und halten wenig. Manche bewirken schlicht nichts, und der abnehmwillige Kunde ist am Ende lediglich sein Geld los. Häufig schaden die Präparate jedoch sogar der Gesundheit. Umso schlimmer, dass es dann immer noch Menschen gibt, die sich genau solche, in Deutschland bereits verbotene Mittel über dunkle Kanäle beschaffen (wollen).
Bereits vor mehr als 100 Jahren wurde die erste Pille zum Abnehmen auf den Markt geworfen. Das Thyroidhormon hatte jedoch unerwünschte Nebenwirkungen auf Herzrhythmus und Knochendichte. Erst 1970 wurde es endgültig vom Markt genommen.
In den 30er Jahren war 2,4 DNP (Dinitrophenol) der Renner. Das Mittel ist hochgiftig, und DNP findet sich heute nur noch in Insektiziden und Holzschutzmitteln.
Ende der 60er Jahre wurden ganze Drogencocktails verabreicht. Nebenwirkungen: Sucht und Herzerkrankungen.
Im April 2004 wurde in Texas ein Diätpillenhersteller zu 840 Millionen Euro Schadenersatz verdonnert: Eine Patientin hatte offensichtlich durch die Pille nicht ihr Gewicht verloren, sondern ihr Leben.
Der grundsätzliche Wirkansatz der Mittel ist unterschiedlich. Einige versuchen, den Stoffwechsel anzukurbeln. Andere stimulieren die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin. Auch das Ausschwemmen von Wasser sorgt immer wieder für "Abnehmeffekte". Wieder andere Mittel (Kollagenkapseln) quellen im Magen auf und vermitteln ein Völlegefühl. Manche Mittel versuchen, Nahrungsfett zu binden, so dass es nicht vom Körper verwertet wird.
Todesfälle bei Schlankheitsmitteln
"Wegen zwei verdächtiger Todesfälle hat das italienische Gesundheitsministerium drei Schlankheitsmittel vom Markt genommen. Der in den Mitteln Reductil, Ectiva und Reduxade enthaltene Wirkstoff Sibutramin habe außerdem in rund 50 weiteren Fällen schwere Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und psychische Störungen ausgelöst. Die Herstellerfirma der Medikamente hat den Vertrieb und die Auslieferung der Schlankheitsmittel in Italien inzwischen gestoppt. In Deutschland wird Reductil allerdings vorerst nicht zurückgerufen, da es nach Auskunft des Herstellers nicht erwiesen ist, dass der in den Präparaten enthaltene Wirkstoff Sibutramin etwas mit den Todesfällen zu tun habe."
Quelle: Verbraucherzentrale
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