Ausstieg aus dem Diätdenken
Vergessen Sie Kalorien, Punkte, Fettpunkte
Kalorien, Fettpunkte oder einfach Punkte: Die Lebensmittel- und Diätindustrie, aber auch Frauenzeitschriften und Ernährungsberater machen uns weis, dass wir mindestens eine dieser Einheiten zählen müssten, um schlank zu werden oder zu bleiben.
Dabei macht es ebenso viel Sinn, seine Lebensmittel nach dem Kaloriengehalt auszuwählen, wie es Sinn macht, seinen Arzt nach der Augenfarbe auszusuchen - nämlich keinen. Lesen Sie in diesem Abschnitt, warum Sie besser ohne das Zählen von Kalorien, Fettpunkten und Ähnlichem leben.
Schon die Art und Weise, wie der Kaloriengehalt eines Lebensmittels bestimmt wird, lässt erste Zweifel am Sinn aufkommen: Lebensmittel werden in einem Metallbehälter, dem Bombenkalorimeter, unter starkem Druck verbrannt. Die Wärme-Energie, die dabei entsteht, kann man genau berechnen - das Ergebnis wird dann in Kalorien ausgegeben.
Nun funktioniert der menschliche Körper mit seinem komplexen Verdauungsvorgängen aber nicht wie ein Metallgefäß, in dem Lebensmittel verbrannt werden. Hier ist also schon bei der Ermittlung der Kalorien der Wurm drin.
Doch auch ein anderer Gedanke lässt den Schluss zu, dass man den Angaben in Kalorientabellen nicht vertrauen kann: Es handelt sich immer um Durchschnittswerte. Nehmen Sie einmal das Beispiel Schwarzwälder-Kirschtorte. Die wird der Konditor sicherlich anderes herstellen als die Kuchenfabrik. Der eine nimmt mehr Fett, der andere mehr Zucker. Hat jedes Ei wirklich 160 Kalorien? Jeder Bauer füttert seine Hühner anders. Schon bei den Zutaten fängt also die Verfälschung an. Es gibt nun mal weder ein Durchschnitts-Ei noch einen Durchschnitts-Hinterschinken - die Kalorienangaben sind immer Durchschnittswerte, also ungenau. Und je mehr Zutaten in einem Produkt verarbeitet wurden, desto ungenauer und wertloser ist die Angabe.
Zum Dritten kommt hinzu, dass bis heute niemand genau bestimmen kann, wie viele von den ominösen Kalorien der Mensch denn nun wirklich braucht.
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