Schluss mit dem Diätenwahn!

Von: Angelika Stein
Stand: 30. Mai 2007
3.6
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Kampf (mit) der Waage

Wiegen und Wa(a)gen

Kaum jemand bezweifelt die Anzeige einer Waage, zumal die Bedienung ja fast narrensicher ist: Je nach Modell erst einschalten, sich draufstellen, Gewicht ablesen, fertig. Die Technik ist bewährt, das Ergebnis gibt meist eher Anlass zur Besorgnis als zur Freude.

Von Kind an auf's Wiegen geeicht

Bereits während der Schwangerschaft, spätestens aber unmittelbar nach der Geburt beginnt für den Menschen ein Ritual, das für manche langsam aber sicher zum Trauma wird. Das ständige Wiegen soll beweisen, dass der Mensch "normal" is(s)t und wächst. Dies wird regelmäßig kontrolliert und protokolliert von Arzt, Hebamme, Mutter, Kinderarzt, Gesundheitsamt und Schularzt, Hausarzt, Apotheker, Krankenhaus und natürlich von uns selbst. Gelernt ist gelernt. Das Thema "Gewicht" rangiert in der Liste der Gesprächsthemen offensichtlich unmittelbar nach dem "Wetter", und die unbefangene Lust der Kinder am Messen und Vergleichen wird schnell zur Sucht und Selbstkontrolle: "Bin ich noch normal?". Gewicht (in Kilogramm oder Pfund) wird in Verbindung gebracht mit Umfang ("Sieht man mir mein Gewicht an?"), das Zünglein an der Waage dirigiert das Selbstbewusstsein. Sind wir noch zu retten? - Ja, wir sind es. Allerdings nicht durch Diäten, und auch nicht durch ständiges Kontrollwiegen.

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