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Schufa-Kompaktauskunft: Schufa-Auskünfte über Unternehmen, Inhaber und Manager

Was sich hinter der Schufa-Kompaktauskunft verbirgt, wer sie einholen kann und welche Kosten damit verbunden sind

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Stand: 24. April 2013 (aktualisiert)

Die Schufa beschränkt sich längst nicht mehr darauf, nur das Zahlungsverhalten von Verbrauchern zu durchleuchten: Mit der "Kompaktauskunft" über die Bonität von Unternehmen und deren oberster Führungsebene tritt die Schufa auch als eigenständiger Informationslieferant im B2B-Geschäft auf. Wir erläutern, was sich hinter der Schufa-Kompaktauskunft verbirgt, wer sie einholen kann und welche Kosten damit verbunden sind.

Die Schufa informiert auch über Unternehmen, deren Inhaber und Manager

Die klassische Schufa-Auskunft taugt hauptsächlich für Geschäfte mit Konsumenten (B2C-Business). Mit der Kompaktauskunft geht die Schufa seit einiger Zeit neue Wege: Darin finden sich die wichtigsten Informationen über derzeit 3,9 Millionen Unternehmen - darunter nicht nur die Firmen aus dem Handelsregister, sondern auch Kleingewerbetreibende und Freiberufler.

Neben den Unternehmens-Stammdaten enthält die durchweg zweiseitige Kurz-Beurteilung der Unternehmens-Zahlungsfähigkeit folgende Angaben:

  • Funktionsträger / Inhaber und deren Verflechtungen,

  • Handelsregister-Informationen (soweit die Rechtsform die Eintragung erfordert),

  • Bankverbindungen,

  • Brancheninformationen und Geschäftszahlen sowie

  • Bonitätsinformationen, insbesondere Negativ-Informationen über das bisherige Zahlungsverhalten.

Bild vergrößernSeite 1 einer Schufa-Kompaktauskunft

Die - je nach Perspektive - besondere Stärke und Gefahr der neuen Datensammlung: Allgemeine Firmeninformationen werden mit den harten Fakten der Schufa-Personendatenbank verknüpft. Denn in die Kompaktauskunft fließen auch "Negativinformationen zur ersten Führungsebene" in die Bonitätsbeurteilung von Unternehmen ein. Sofern vorhanden, werden außerdem Verflechtungen von Vorständen und Geschäftsführern mit anderen Unternehmen angezeigt:

Bild vergrößernSeite 2 einer Schufa-Kompaktauskunft

Schufa-Leitfaden für Verbraucher

Für Verbraucher haben wir Informationen zur Schufa hier bereitgestellt: "Schufa-Auskunft aus Verbrauchersicht"

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Kosten und Konditionen

Wer Kompaktauskünfte über seine Geschäftspartner einholen will, muss Schufa-Vertragspartner werden. Der Zugriff auf das "Schufa Web" (künftig: "Schufa Direkt") ist zwar nicht ganz billig - kann sich unter Umständen aber selbst für kleinere Unternehmen und Freiberufler lohnen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn es darum geht, größere wirtschaftliche Risiken bei der Zusammenarbeit mit neuen Kunden und Kooperationspartnern zu begrenzen.

Der monatliche Mindestumsatz bei Nutzung des SchufaWeb beträgt 50 Euro und wird mit den Gebühren für die laufenden Einzelabfragen verrechnet. Mit folgenden Kosten müssen Sie derzeit rechnen:

  • Kompaktauskunft über ein ins Handelsregister eingetragenes Unternehmen: 9,50 Euro (bei Personengesellschaften Nachweis des Einverständnisses mit der "Schufa-Klausel" erforderlich).

  • Schufa-Auskunft über nicht eingetragene Freiberufler, Selbstständige, Kleinunternehmer und Verbraucher: 5,90 Euro (bei natürlichen Personen Nachweis des Einverständnisses mit der "Schufa-Klausel" erforderlich).

  • Die Kompaktauskunft über das eigene Unternehmen ist kostenlos.

Eine Mindestvertragslaufzeit gibt es nicht. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Informationen über die SchufaWeb-Plattform gibt das Informationsblatt "Ihr Schufa-Anschluss via Internet" (PDF, 185 KB).

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Nicht nur für Großabnehmer

Eine Schufa-Vertragspartnerschaft lohnt sich nicht unbedingt nur für Unternehmen, die monatlich mindestens fünf bis zehn oder mehr Kompaktauskünfte einholen: Angenommen, Sie stehen als Freelancer vor einem vielversprechenden Jahresprojekt und möchten wissen, ob die Bonität des Auftraggebers vertrauenserweckend ist. Diese eine Auskunft kostet bei anschließender Kündigung unterm Strich zwar 150 Euro - das ist unter Umständen aber gut angelegtes Geld! Für Kleinunternehmen, die regelmäßig mit Geschäftskunden und größerem Auftragsvolumen zu tun haben, kann sich der Bonitäts-Check erst recht lohnen.

Bitte beachten Sie: Bonitätsauskünfte sind verdichtete Aussagen über das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit. Sie lassen allenfalls Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit zu, mit der ein Geschäftspartner sich vertragsgemäß verhalten wird:

  • Ein theoretisch kreditwürdiger Kunde kann sich im konkreten Einzelfall sehr wohl als zahlungsunwillig oder zahlungsunfähig entpuppen.

  • Der vermeintlich windige Kooperationspartner, der von einem vorsichtigen Schufa-Vertragspartner abgewiesen wurde, macht womöglich gute und dauerhafte Geschäfte mit der risikobereiten Konkurrenz.

Bonitätsauskünfte können das nicht verhindern: Sie sorgen aber durchaus für mehr Entscheidungssicherheit - vor allem bei hohen Lieferanten- und Dienstleisterkrediten.

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Unternehmensauskünfte an Privatkunden und Arbeitnehmer

Bedarf nach Bonitätsauskünften haben nicht nur Geschäftsleute, sondern auch Verbraucher:

  • So möchte zum Beispiel die Arbeitnehmerin vor der Kündigung bei ihrem bisherigen Arbeitgeber bestimmt gern wissen, ob der neue Chef das in Aussicht gestellte Top-Gehalt auch wirklich zahlen kann - und erfahrungsgemäß auch zahlen wird.

  • Oder der private Bauherr interessiert sich dafür, ob das von ihm ausgesuchte Bauunternehmen in den Augen der Schufa als vertrauenswürdig gilt.

Für derartige Verbraucherfragen bietet die Schufa mit der "Unternehmensauskunft für Privatpersonen" neuerdings einen speziellen Auskunftstyp. Die positive Schufa-Auskunft zu einem Unternehmen sieht zum Beispiel so aus:

Bild vergrößernSeite 1 einer "Unternehmensauskunft für Privatpersonen"

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Selbstauskunft für Selbstständige und Unternehmen

Natürliche Personen haben einmal pro Jahr Anspruch auf eine kostenlose Selbstauskunft (= "Datenübersicht nach § 34 BDSG"). Schufa-Vertragspartner haben darüber hinaus die Möglichkeit, die Kompaktauskunft über ihr eigenes Unternehmen direkt über ihren SchufaWeb-Account abzurufen. Auf Anfrage können aber auch Betriebe, die an einer Vertragspartnerschaft interessiert sind, bereits eine Kompaktauskunft in eigener Sache per E-Mail zugeschickt bekommen.

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Fazit

Mit ihrer Kompaktauskunft hat die Schufa ein ebenso interessantes wie brisantes Fass aufgemacht: Die Verknüpfung der allgemeinen Unternehmensinformationen mit den Negativmerkmalen aus der Personendatenbank ermöglicht einen neuen Blick auf die Bonität von Geschäftspartnern. Die ausgewiesenen Verbindungen zu anderen Unternehmen tun ein Übriges.

Die vergleichsweise niedrige Zugangsschwelle macht den Auskunftsdienst zudem grundsätzlich auch für kleinere Unternehmen erschwinglich. Wer keine Bonitätsauskünfte zu seinen Kunden benötigt, sollte sich trotzdem darüber informieren, welche Angaben zum eigenen Unternehmen gespeichert sind: Sonst wissen Geschäftspartner womöglich bald mehr über das eigene Unternehmen als dessen Inhaber.

Schufa-Auskunft, Scoring & more

Ausführliche Informationen zum Thema Bonitätsauskunft und -prognose finden Sie in unserem Leitfaden "Schufa-Auskunft aus Verbrauchersicht: Grundlagen und Praxisfragen".

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Kompaktauskunft

Hallo, wie der Gastkommentantor schon bemerkt hat, bieten andere kleine Unternehmen (z.B. http://www.atriga.de , http://firmen.sofortauskunft.info usw.) eine ähnliche Dienstleistung und zwar seit Langem.
Natürlich beantragt man eine solche Auskunft am besten bei Schufa, da diese Firma der Marktführer ist und über einen exzellenten Ruf verfügen. Und super finde ich auch die Tatsache, dass Sie den Inhalt des Artikels während der Jahren ständig aktualisiert haben!

Einen schönen Gruß
Dominik

Macht atriiga schon lange, u. a. (!) mit den Schufa-Daten.

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