öffentlich
Redaktion Druckversion

Seitenblicke vom 7. Mai 2014

Getty Images kostenlos - Offener Brief an Google - Ebook vs. Print - Patatap: Spiel mit Ton + Grafik - Klang-Erinnerungen aus dem Netz

4.47826
(23)
Beitrag bewerten
Ersten Kommentar schreiben
Stand: 6. Mai 2014

Oft sind Linktipps und Hinweise auf Beiträge anderer nur noch "clickbait", bei dem es nicht um Qualität geht, sondern um Traffic und Produktplatzierungen. Dabei ist es eine der Stärken des Internet, immer wieder mit neuen Ideen, Anregungen, Informationen und "guten Beispielen" zu überraschen. Deshalb wollen wir unsere alte Tradition der "Seitenblicke" wieder aufleben lassen: Eine eklektische Sammlung von Links, mit denen wir immer wieder auch mal einen Blick rechts und links des unmittelbar Nützlichen werfen. Seitenblicke halt.

Fotos von Getty Images einbetten

Wer seine Texte im eigenen Blog oder auf seiner Website und in den Social Media mit Bildern in Profi-Qualität illustrieren möchte, kann jetzt auf die Illustrationen und Fotos von Getty Images kostenlos zugreifen. Getty Images lässt nun zu, dass man Medien ohne Bezahlung "einbettet", wenn es um eine nicht kommerzielle Nutzung geht. Craig Peters, Getty Vize-Präsident und für Geschäftsentwicklung und Marketing zuständig, legt den Begriff "nicht kommerzielle Nutzung" eher breit aus: Als nicht kommerziell gelten z.B. redaktionelle Inhalte auf kommerziellen Websites.

Einfach per Copy & Paste übernehmen: Einfüge-Code für Getty-Bilder.Einfach per Copy & Paste übernehmen: Einfüge-Code für Getty-Bilder.

Die Sache hat aber mehrere Haken:

  1. Getty ist nicht dazu verpflichtet, die Bilder für immer bereitzuhalten. So kann es durchaus vorkommen, dass, von einem Tag zum anderen, eingebettete Medien nur als fehlerhafte Links erscheinen, weil die Bilder z.B. nicht mehr zur Verfügung stehen.

  2. Das Ganze ist Teil eines gigantischen Marketingkonstrukts: Nach den New York Times darf und wird Getty die eingebetteten Medien als Werbeträger nutzen. Jedes Bild wird mit einem Copyright Hinweis und Link zurück zu Getty Images versehen, wo dasselbe Bild in besserer Auflösung zur Lizenzierung bereitgehalten wird. Ferner ist auch in Zukunft nicht ausgeschlossen, dass - analog zu den Videos bei Youtube - fremde Werbung mit "eingebettet" wird.

  3. Nach der Electronic Frontier Foundation gewinnt Getty Images allein schon durch die Reichweite des Unternehmens enorme Möglichkeiten, Nutzerverhalten zu verfolgen, inklusivevon IP-Adressen, Browser Settings inklusive einer Liste der bisher besuchten Seiten, Sprache und vielem mehr. Möglicherweise werden Cookies oder andere fortgeschrittenere Tracking-Software-Schnipsel auf den jeweiligen Rechner abgelegt. Gerade weil Getty Images schon so marktdominierend ist, bildet das Embedding-Verfahren die Möglichkeit, das Nutzerverhalten buchstäblich gewinnbringend zu aggregieren. Bei Ausbreitung der "freien Nutzung" eingebetteter Bilder kann innerhalb kurzer Zeit ein ziemlich genaues Profil des Nutzers erarbeitet werden: Welche Webseiten hat der Nutzer besucht, von wo kam er, wo geht er hin. All dies kann bei Getty Images festgehalten werden und für das sogenannte "marketing retargeting" genutzt werden. Bei "Bedarf" hätten auch staatliche Stellen dann ebenfalls Zugriff auf diese Daten.

Offener Brief Mathias Döpfner

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer SE, schreibt in einem offenen Brief an Eric Schmidt von Google, warum er die Angst vor Google für berechtigt hält. Unbedingt lesen! Oder kannten Sie den Spruch von Google-Gründer und Großaktionär Larry Page aus dem Jahre 2013? „Es gibt eine Menge Dinge, die wir gern machen würden, aber leider nicht tun können, weil sie illegal sind(...) weil es Gesetze gibt, die sie verbieten. Wir sollten ein paar Orte haben, wo wir sicher sind. Wo wir neue Dinge ausprobieren und herausfinden können, welche Auswirkungen sie auf die Gesellschaft haben.“ Plant deswegen Google riesige Schiffe und schwimmende Arbeitswelten, die auf offenem Meer, also in staatenlosem Gewässer, kreuzen und operieren können?

E-Book vs Print?

Was bringt mehr: E-Book oder Print? Auf Spreeblick gibt Johnny Haeusler einen interessanten und differenzierten Einblick in die Unterschiede bei Rezeption, Preisgestaltung und Einnahmemöglichkeiten zwischen seinem E-Book in Eigenverlag "I live by the River" und dem mit Tanja Häusler gemeinsam erstellten Print + E-Book im Goldman-Verlag "Netzgemüse". Lesenswert! Aber so interessant die Ausführungen sind, sollte man nicht vergessen, dass die Erfahrungen nur bedingt auf die meisten Autoren und Autorinnen übertragbar sind: Tanja und Johnny Häusler haben durch ihre jahrelange Arbeit an "Spreeblick" und in den Social Media schon "ihr" Publikum gefunden und bedienen dieses über unterschiedliche Kanäle.

Patatap

Nun gehen wir zur leichten Unterhaltung über. Patatap ist eine Gemeinschaftsproduktion von Google-Designer Jono Brandel und Shawn & Yoshimi (Lullatone): Klang, Grafik und Interaktion. Probieren Sie es einfach aus. Rufen Sie Patatap auf und hauen Sie in die Tasten.

Klang-Erinnerungen

Testen Sie Ihr auditives Gedächtnis: Save the Sounds sammelt allerlei aus den Urzeiten des Netz (und davor).

http://savethesounds.info - Das Museum der bedrohten GeräuscheBild vergrößernDas Museum der bedrohten Geräusche (Screenshot)

Beitrag bewerten

Ihre Wertung:

 

Mitglied werden, Vorteile nutzen!

  • Sie können alles lesen und herunterladen: Beiträge, PDF-Dateien und Zusatzdateien (Checklisten, Vorlagen, Musterbriefe, Excel-Rechner u.v.a.m.)
  • Unsere Autoren beantworten Ihre Fragen

Downloads zu diesem Beitrag

Newsletter abonnieren