Die Planung
Luft lassen und genügend Zeit einplanen
Packen Sie Ihren Terminkalender nicht zu voll. Seien Sie realistisch, was an einem Tag machbar ist. Eine Überfrachtung bewirkt nur Enttäuschung und Stress. Für die Planung nehmen Sie nur die Zeiten, über die Sie auch verfügen können.
Planen Sie nur 60% Ihrer verfügbaren Zeit für Aufgaben ein! Die 60%-Planung bezieht sich auf Tage, Wochen, Monate, das Jahr. So haben Sie genügend Spielraum, um auf die täglichen, zusätzlichen Vorkommnisse gelassen reagieren zu können. Planen Sie Zeit für kreative Phasen ein und z.B. für den "Kompass-Quadranten" aus unserem Abschnitt Prioritäten.
Beispiel: Verfügbare Zeit
Sie haben einen 8-Stunden-Tag und planen den Dienstag. Von 9 - 12 Uhr ist ein Meeting anberaumt. Damit haben Sie noch 5 Stunden Restzeit. Davon planen Sie 60%, also 3 Stunden! Somit haben Sie noch 2 Stunden für Unvorhergesehenes. Passiert nichts an diesem Tag, verwenden Sie diese Zeit für andere Aufgaben.
Betrachten Sie die letzten beiden Monate. Sieht es bei Ihnen auch so aus?
60% Fremdbestimmte und fest geplante Zeit, die durch Meetings, Mitarbeitergespräche, Geschäftsreisen, Projekte belegt ist.
20% Frei bestimmbare Zeit, die Sie frei planen können.
20% Zeit, die für wichtige und nicht planbare Ereignisse freigehalten werden muss.
Zeitnot vermeiden
Sie haben nur einen gewissen Anteil Ihres Arbeitstages zur Verfügung. Planen Sie mehr als die zur Verfügung stehende Zeit, kommen Sie automatisch in Zeitnot!
Zeitlichen Aufwand schätzen
Bei der Aufgabenplanung ist, falls Sie diese Aufgabe noch nie durchgeführt haben, eine Vorabschätzung des zeitlichen Aufwands notwendig. Wissen Sie bereits, wie lange etwas dauert, können Sie auf die Schätzung verzichten.
Bei kurzen Aufgaben verschätzen sich die meisten Menschen hinsichtlich des benötigen Zeitrahmens nach oben. Im Gegensatz dazu werden größere Projekte immer unterschätzt und somit zuwenig Zeit veranschlagt. Deshalb rechnen Sie immer etwas mehr Zeit ein, als Sie denken: 15-20%. Bedenken Sie auch die Zeit, die notwendig ist, um zu recherchieren, Unterlagen von Kollegen oder externen Firmen zu erhalten. Hier kann es zu größeren Verzögerungen kommen.
Grundsätze
Je mehr Personen in ein Projekt involviert sind, umso mehr Zeit ist einzuplanen.
Mehrere kurze und kleinere Aufgaben suggerieren einen höheren Zeitverbrauch.
Größere Projekte werden häufig hinsichtlich der benötigten Zeit unterschätzt.
Möchten Sie wissen, mit was Sie genau Ihren Tag verbringen und weshalb manche Termine nicht eingehalten werden? Führen Sie ein Zeit-Tagebuch und zwar über ca. 14 Tage. Notieren Sie alles, was Sie den Tag über machen. Halten Sie die Tätigkeit, Uhrzeit mit Beginn und Ende und die zeitliche Dauer fest, wobei es auf 5 Minuten nicht ankommt.
Mit einem Zeit-Tagebuch haben Sie zwei Vorteile: Zum einen erkennen Sie, wie lange eine Aufgabe tatsächlich an Zeit benötigt und zum anderen, sehen Sie deutlich, was Sie daran hindert, manche Dinge zu Ende zu bringen. Ihre Zeitfresser stehen dann schwarz-auf-weiß fest.
Zeittagebuch als Download
Eine ausführliche Variante mit der Bewertung Ihrer Tätigkeiten finden Sie hier: Download Zeitinventur.
Führen Sie das Zeit-Tagebuch in eigenem Interesse nicht nur einen Tag. Ist dieser Tag hektisch, erkennen Sie zwar, dass Sie zu nichts wirklich kamen, ansonsten gibt es leider keinen weiteren Effekt. Das gleiche gilt für Tage, die außergewöhnlich ruhig sind. Alles erledigt, aber eben auch nicht die Normalsituation. 14 Tage wäre gut, mindestens jedoch eine Woche.
Zeittagebuch
Das vorübergehende Führen eines Zeit-Tagebuchs ist eine private und freiwillige Aufgabe. Sie haben, wenn Sie dies die nächsten Tage führen, die Möglichkeit gezielt Hinweise für auffallende Störfaktoren zu erhalten. Werden Faktoren, die bei Ihnen auftreten, jedoch im Text nicht angesprochen, so können Sie hierzu gerne gezielt Fragen stellen.
Berücksichtigen Sie bei der Planung auch die Kleinigkeiten, die eine große Wirkung hinsichtlich Zeitverschiebung haben können. Denken Sie an ein Mailing, das haarklein bis ins Detail geplant ist. Als es zur Fertigstellung kommen soll, hat man vergessen, genügend Papier zu bestellen! Oder der Toner, der im falschen Moment zu Ende geht.
Bei Terminarbeiten planen Sie Ihren persönlichen Endtermin mindestens einen Tag, besser 2 Tage vor den offiziellen Termin. So haben Sie genügend Zeit um auf unvorhergesehene Zwischenfälle reagieren zu können ohne in Hektik zu geraten.
Beispiel: Unvorhersehbare Zwischenfälle
Hubert, Assistent des Vertriebsleiters, muss für den morgigen Tag die umfangreichen Unterlagen für ein regionales Vertriebsmeeting mit 20 Teilnehmern erstellen. Der Termin ist ihm bereits seit 3 Wochen bekannt, trotzdem beginnt er erst am Tag vorher. Es gab schließlich wichtigeres zu tun.
Hubert beginnt um 9.00h mit den Vorbereitungen. Sein Chef kommt kurz darauf und beauftragt ihn, für das Meeting weitere aktuelle Kennzahlen zusammenzutragen. Bis Hubert alle Unterlagen hat, ist es 12.00h. Die Mittagspause hat er bereits für sich gestrichen.
Zur Sicherheit liest er das Skript noch einmal durch und korrigiert die letzten Fehler. Endlich kann er den Druck der Unterlagen starten. Er prüft den Ausdruck und stellt fest, dass sich 2 Seiten verschoben haben. Also das Skript überarbeiten und den Druck neu starten. Nach der 10.Kopie lässt der Toner nach. Also zur Materialausgabe und neuen Toner holen. Es ist mittlerweile 14.30h.
Die Unterlagen müssen noch gebunden werden. Die Kollegin, die hierfür zuständig ist, hat jedoch noch einen anderen Auftrag vorliegen, der Vorrang hat und voraussichtlich in 2 Stunden fertig gestellt ist. Leider hat sie danach Feierabend, sodass Hubert die Aufgabe selbst übernehmen muss. Die Wartezeit nutzt Hubert, um noch einmal die PowerPoint-Präsentation zu überarbeiten. So langsam kommt er in Panik und hätte fast ein paar wichtige Folien gelöscht. Im letzten Moment fällt ihm noch ein, dass er ja die gewünschten Kennzahlen mit einbinden muss. Da Hubert mit der Technik des Bindegerätes nicht so vertraut ist, wird es 20.00h bis er endlich alles erledigt hat.
Beim nächsten Mal wird Hubert sicher anders vorgehen. Sein persönlicher Fertigstellungstermin wird zwei Tage vorgezogen. Für das Korrekturlesen spricht er sich mit der Sekretärin ab, da man erfahrungsgemäß die eigenen Fehler schnell überliest. Und mit einer guten Planung wird auch die Kollegin zum Binden der Mappen zur Verfügung stehen.
Funktion im Unternehmen
Was ist Ihre Aufgabe im Unternehmen?
Welches Ziel oder auch welche Ziele sind damit verbunden?
Was tragen Sie mit dieser Aufgabe zum Unternehmensziel bei?
Passt diese Aufgabe zu Ihrem persönlichen Lebensziel?
Vorgehensweise bei der Planung (Punkte P - E - K - T aus Aspekte)
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