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Zeit ist Geld! Selbst- und Zeitmanagement für Arbeitswütige

Ziele

Ziele angehen und umsetzen

Wenn es nicht nur bei einem Ziel auf einem Blatt Papier bleiben soll, sind einige Voraussetzungen zu schaffen, um vom Plan zur Tat zu kommen. Welche Faktoren kennzeichnen nun ein Ziel? Hier finden Sie verschiedene Ansätze. Wählen Sie denjenigen, der am besten zu Ihnen passt.

Kennzeichen von Zielen

Es gibt vier Faktoren, die ein Ziel genauer definieren:

  1. Qualitativer Faktor: Was soll erreicht werden?

  2. Quantitativer Faktor: Wie viel soll erreicht werden?

  3. Zeitlicher Faktor: Bis wann soll es erreicht werden?

  4. Begründender Faktor: Aus welchem Grund soll es erreicht werden?

Beispiel: Ein Wunsch — ein Ziel und unterschiedliche Formulierungen

Wunsch:

„Ich möchte mich weiterbilden.“

Bei diesem Wunsch fehlt, wann dies erfolgen soll, mit welcher Absicht, was genau und wie es umgesetzt werden soll. Damit weiß ich nicht, wie ich starten soll. Und es wird sich voraussichtlich nichts verändern.

Ein konkret formuliertes Ziel:

„Ich werde im nächsten Jahr einen Kursus besuchen, mit dem ich meine englischen Sprachkenntnisse verbessere. Dadurch bin ich in der Lage, mit unseren englischen Kunden besser verhandeln zu können. Der Starttermin liegt im ersten Quartal 2013.“

Wenn Sie diese beiden Formulierungen gegenüberstellen, erkennen Sie, dass Ziele etwas in Gang setzen. Ziele bedeuten Aktivität.

Ein großes Ziel wirkt manchmal erschreckend oder erweckt den Anschein, nicht umsetzbar zu sein. Teilen Sie daher das große Ganze in einzelne Teilschritte auf. Nach jedem erfolgreichen Abschluss einer Etappe sind Sie Ihrem eigentlichen Ziel einen Schritt näher gekommen. Chinesische Weisheit: „Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.“

Die Ebenen von Zielen

Ziele können in

  • Richtziele,

  • Grobziele,

  • Feinziele

unterteilt werden. Dabei können Richtziele analog einer Vision definiert werden. Grobziele sind die Meilensteine und Feinziele enthalten die Details, sind präzise und eindeutig formuliert.

Beispiel: Gesundheit als Ziel

Richtziel: Gesundheit verbessern und in den dritten Stock ohne zu keuchen zu Fuß gelangen

Grobziel: mehr Sport treiben und gesünder ernähren

Feinziel: 3x wöchentlich 25 Minuten Ausdauersport betreiben; kein Schokoriegel nach dem Abendessen

Ziele bewerten mit der UPDATE-Formel

Ziele können noch so erstrebenswert sein, wir können die schönsten Pläne dazu im Kopf haben, doch solange wir uns nicht intensiv damit befasst haben, schwirren sie leider nur herum. Sich intensiv mit einem Ziel zu befassen bedeutet, dieses zuerst einmal schriftlich zu fixieren. Dies können Sie im ersten Schritt ruhig erst einmal 'in Prosa' machen. Es geht vorrangig darum, seine Gedanken zu Papier zu bringen. Im zweiten Schritt werden Sie genauer. Nehmen Sie die UPDATE-Formel als Unterstützung.

Ziele sollen sein ....

U msetzbar, realistisch

Ziele können und sollen sogar hoch angesiedelt sein, sie müssen jedoch im Rahmen des Machbaren liegen.

P rüfbar

Ziele - auch Teilziele - sollen messbar sein.

D efiniert

Ein Ziel ist genau zu beschreiben. Vage Aussagen bieten keine Orientierung.

A ktionsorientiert

Ziele bewirken Aktionen und sind auf die Zukunft ausgerichtet. Ziele werden immer positiv definiert.

T erminiert

Ein Ziel benötigt einen Umsetzungstermin. Ohne Beginn und Ende wird nichts umgesetzt.

E nergie

Ziele setzen positive Energien frei. Nichts ist schöner als ein Erfolg, den man selbst - auch im Team - erreicht hat.

Wie sieht nun eine Formulierung nach dieser Formel aus?

Beispiel:

Ziel: Die Position des Abteilungsleiters/Abteilungsleiterin der Buchhaltung erreichen, und zwar bis zum 01.02.2013.

Wir prüfen dieses Ziel anhand der UPDATE-Formel, um zu erkennen, ob es umsetzbar ist.

  • Umsetzbar, realistisch: Sicher. Die Frage, die hier zu beantworten ist: Habe ich bereits alle geforderten Fähigkeiten oder benötige ich noch etwas? Bis wann habe ich mir diese Fähigkeiten angeeignet?

  • Prüfbar: Ja. Am 01.02.2013 bin ich Abteilungsleiter (oder eben nicht).

  • Definiert: Ja. Die Position ist genau beschrieben.

  • Aktionsorientiert: Sicher. Das Erreichen und später Ausfüllen dieser Position bedingt Engagement.

  • Terminiert: Ja. Termin ist der 01.02.2013.

  • Energie: Ja. Habe ich dieses Ziel erreicht, ist meine Motivation und mein Energiepegel um einiges gestiegen.

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass ein Ziel ruhig anspruchsvoll sein kann. Zum Zeitpunkt, da Sie sich dieses Ziel vornehmen, ist es nicht notwendig, bereits alle Fähigkeiten dafür zu haben. Sofern die Möglichkeit besteht, diese zu erlangen, gibt es eine Planung für das Feinziel, die heißt "Fähigkeit XYZ" erreichen. In unserem Beispiel bin ich der Einfachheit davon ausgegangen, dass, falls noch etwas fehlt, dieses bis zum Termin nachgeholt werden kann. Wäre dies nicht der Fall, ist der Termin anzupassen. Anderenfalls ist das Ziel nicht mehr realistisch in Bezug auf das Datum, was Frustration und Demotivation zur Folge hat.

Ziele immer positiv formulieren

Das Unterbewusste kennt keine Negation und verkehrt ein negativ formuliertes Ziel ins Gegenteil. Es ist wie mit dem rosa Elefanten. Sagen Sie sich, denke nicht an den rosa Elefanten - was passiert? Genau, überall sind rosa Elefanten zu sehen. Also bewirkt die Zielformulierung 'Ich will nicht mehr so viel arbeiten' genau das Gegenteil. Richtig ist: Ich möchte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen, daher reduziere ich meine Arbeitszeit.

Umsetzung und Vorgehensweise

Mit dem ZIEL-ERFÜLLUNGS-PLAN. Hier werden die IST-Situation mit unserer Wunsch- (Soll-)-Situation verglichen. Daraus leiten sich die einzelnen Schritte ab, die uns zum Ziel führen.

Ziel-Erfüllungsplan

Ziel: Was genau ist mein Ziel?

Zielüberprüfung: Anwendung der UPDATE-Formel

IST-Analyse

Wie sieht es zur Zeit aus?

  • Passt das Ziel zu mir, meinen Fähigkeiten und Kenntnissen?

  • Ist das Ziel widerspruchsfrei?

  • Welche sachlichen Mittel stehen mir zur Verfügung?

  • Welche Hilfe von Dritten steht zur Verfügung?

SOLL-Zustand

Wie sieht der Idealzustand aus?

Stärken-Schwächen-Analyse

  • Welche persönlichen Stärken habe ich?

  • Welche positiven Eigenschaften kann ich einsetzen?

  • Welche persönlichen Schwächen können meine Zielerreichung hemmen?

  • Welche alten Glaubenssätze müssen abgeschafft werden?

Situations-Analyse

  • Welche notwendigen Kenntnisse besitze ich?

  • Welche Kenntnisse muss ich mir noch aneignen?

  • Welche Situationen sind positiv für mein Ziel?

  • Welche Personen oder Umstände könnten für mein Ziel hinderlich sein?

  • Wie kann ich diesen Einfluss verhindern?

Chancen- und Risiken-Analyse

  • Welche Chancen bietet mein Ziel?

  • Welchen Nutzen habe ich davon?

  • Welche Risiken bestehen?

  • Welche Nachteile könnten mir daraus entstehen?

  • Was geschieht im schlimmsten Fall, wenn ich mein Ziel nicht erreiche?

Wenn ich mein Ziel erreicht habe

  • Was lief gut?

  • Was ist beim nächsten Mal zu verbessern?

Im Ordner Zeitmangement.zip (download hier) finden Sie die Datei "Zielerfüllungsplan.pdf". Laden Sie den Ordner schon mal herunter, um diese Datei später noch nutzen können.

Wir alle wollen unsere Ziele erreichen. Doch es kann Umstände geben, die unser Vorhaben zum Scheitern bringen. Deshalb ist es sinnvoll, sich bereits vorab Gedanken über diese Möglichkeit zu machen. Damit verliert sie ihren Schrecken, falls sie tatsächlich eintrifft. Sie sind vorbereitet. Der letzte Punkt, die Analyse im Zieleinlauf, ist zukunftsorientiert. Fehler oder Hindernisse, die Sie auf dem Weg zum Ziel hatten, können Sie beim nächsten Mal vermeiden. Das, was gut war behalten Sie bei. Gegebenenfalls ist eine Anpassung an geänderte Umstände erforderlich. Die Grundausrichtung bleibt bestehen.

Die aufgeführten Punkte gelten für jegliche Art von Zielen. Unabhängig davon, ob Sie ein privates Ziel oder ein berufliches Ziel erreichen wollen, die genaue Formulierung und die Überprüfung auf die Realisierbarkeit sind immer identisch. Dazu gehört auch zu prüfen, ob private und berufliche Ziele nebeneinander bestehen können, sich gegenseitig behindern oder ergänzen. Näheres hierzu im nächsten Abschnitt.

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Über die Autorin:

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Ursula Vormwald, Betriebswirtin (VwA) und Change Managerin, ist Inhaberin von time for business. Sie berät Einzelunternehmer und KMU im Bereich Wissenstransfer. Ihr Angebot umfasst Seminare, Workshop ...

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