Ziele
Ziele angehen und umsetzen
Ziele haben gewisse Voraussetzungen, damit die Umsetzung auch erfolgreich ist. So ist es hilfreich, die Kennzeichen und Faktoren von Zielen zu kennen und letztendlich um die Bewertung von Zielen zu wissen.
Kennzeichen von Zielen
Es gibt vier Faktoren, die ein Ziel genauer definieren
Qualitativer Faktor: Was soll erreicht werden?
Quantitativer Faktor: Wie viel soll erreicht werden?
Zeitlicher Faktor: Bis wann soll es erreicht werden?
Begründender Faktor: Aus welchem Grund soll es erreicht werden?
Beispiel: Formulierung eines Wunsches gegenüber einer Zielformulierung
Wunsch: "Ich möchte mich weiterbilden"
Bei diesem Wunsch fehlen die Angaben, wann dies erfolgen soll, mit welcher Absicht, was genau und wie es umgesetzt werden soll. Damit fehlt auch die Basis, die die notwendige Aktivität einleitet.
Die Zielformulierung:
Ich werde im nächsten Jahr einen Kursus besuchen, mit dem ich meine englischen Sprachkenntnisse verbessere. Dadurch bin ich in der Lage, mit unseren englischen Kunden besser verhandeln zu können. Der Starttermin liegt im ersten Quartal 2008.
Wenn Sie diese beiden Formulierungen gegenüberstellen, erkennen Sie, dass Ziele etwas in Gang setzen? Ziele bedeuten Aktivität.
Der Umfang großer Ziele wirkt manchmal erschreckend oder erweckt den Anschein, nicht umsetzbar zu sein. Teilen Sie daher das große Ganze in einzelne Teilschritte auf, um nach einem erfolgreichen Abschluss der Etappe Ihrem eigentlichen Ziel einen Schritt näher zu gekommen.
Die Ebenen von Zielen
Ziele können in die Ebenen
Richtziele
Grobziele
Feinziele
unterteilt werden. Dabei können Richtziele analog einer Vision definiert werden. Grobziele sind die Meilensteine und Feinziele enthalten die Details, sind präzise und eindeutig formuliert.
Beispiel: Gesundheit als Ziel
Richtziel: Gesundheit verbessern
Grobziel: mehr Sport treiben und gesünder ernähren
Feinziel: 3x wöchentlich 25 Minuten Ausdauersport betreiben; kein Schokoriegel nach dem Abendessen
Ziele bewerten mit der UPDATE-Formel
Ziele können noch so erstrebenswert sein, wir können die schönsten Pläne dazu im Kopf haben, doch solange wir uns nicht intensiv damit befasst haben, schwirren sie leider nur herum. Sich intensiv mit einem Ziel zu befassen bedeutet, dieses zuerst einmal schriftlich zu fixieren. Dies können Sie im ersten Schritt ruhig erst einmal 'in Prosa' machen. Es geht vorrangig darum, seine Gedanken zu Papier zu bringen. Im zweiten Schritt werden Sie genauer. Jetzt berücksichtigen Sie die vorab beschriebenen Faktoren. Dies geschieht, indem Sie die hier beschriebene UPDATE-Formel zur Zielbeschreibung anwenden. Jeder Buchstabe steht für eine Facette, die Sie genau definieren und bewerten sollen.
Ziele sollen sein ....
U umsetzbar, realistisch |
Ziele können und sollen sogar hoch angesiedelt sein, sie müssen jedoch im Rahmen des Machbaren liegen. |
P rüfbar |
Ziele müssen, auch bei Teilzielen, auf Zielerreichung hin überprüfbar sein. Deshalb sind Ziele mit Größenwerten zu bestimmen, also messbar sein. |
D efiniert |
Ein Ziel ist genau zu beschreiben. Vage Aussagen sind keine Zieldefinition, sondern Wünsche. |
A ktionsorientiert |
Ziele bewirken Aktionen und sind auf die Zukunft ausgerichtet. Ziele werden immer positiv definiert. |
T erminiert |
Ein Ziel benötigt einen Umsetzungstermin. Ohne Beginn und Ende wird nichts umgesetzt. |
E nergie |
Ziele setzen positive Energien frei. Nichts ist schöner als ein Erfolg, den man selbst - auch im Team - erreicht hat. |
Wie sieht nun eine Formulierung nach dieser Formel aus?
Beispiel:
Ziel: Die Position des Abteilungsleiters/Abteilungsleiterin der Buchhaltung erreichen, und zwar bis zum 01.02.2008.
Wir prüfen dieses Ziel anhand der UPDATE-Formel um zu erkennen, ob es umsetzbar ist.
Umsetzbar, realistisch: Sicher. Die Frage, die hier zu beantworten ist: Habe ich bereits alle geforderten Fähigkeiten oder benötige ich noch etwas? Bis wann habe ich mir diese Fähigkeiten angeeignet?
Prüfbar: Ja. Am 01.02.2008 bin ich Abteilungsleiter oder eben nicht.
Definiert: Ja. Die Position ist genau beschrieben.
Aktionsorientiert: Sicher. Das Erreichen und später Ausfüllen dieser Position bedingt Engagement.
Terminiert: Ja. Termin ist der 01.02.2008.
Energie: Ja. Habe ich dieses Ziel erreicht, ist meine Motivation und mein Energiepegel um einiges gestiegen.
Dieses Beispiel verdeutlicht, dass ein Ziel ruhig anspruchsvoll sein kann. Zum Zeitpunkt, da Sie sich dieses Ziel vornehmen, ist es nicht notwendig, bereits alle Fähigkeiten dafür zu haben. Sofern die Möglichkeit besteht, diese zu erlangen, gibt es eine Planung für das Feinziel, die heißt "Fähigkeit XYZ" erreichen. In unserem Beispiel bin ich der Einfachheit davon ausgegangen, dass, falls noch etwas fehlt, dieses bis zum Termin nachgeholt werden kann. Wäre dies nicht der Fall, ist der Termin anzupassen. Anderenfalls ist das Ziel nicht mehr realistisch in Bezug auf das Datum, was Frustration und Demotivation zur Folge hat.
Ziele immer positiv formulieren
Das Unterbewusste kennt keine Negation und verkehrt ein negativ formuliertes Ziel ins Gegenteil. Es ist wie mit dem rosa Elefanten. Sagen Sie sich, denke nicht an den rosa Elefanten - was passiert? Genau, überall sind rosa Elefanten zu sehen. Also ist eine falsche Zielformulierung: Ich will nicht mehr so viel arbeiten. Richtig ist: Ich möchte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen, daher reduziere ich meine Arbeitszeit.
Vorgehensweise
Mit einem Plan, genauer gesagt, dem ZIEL-ERFÜLLUNGS-PLAN. Wir haben bereits an verschiedenen Stellen darüber gesprochen, dass es notwendig sein kann, sich verschiedene Fähigkeiten oder Kenntnisse anzueignen, um ein Ziel zu erreichen. Diese Überlegungen stellen Sie sich durch den Zielerfüllungsplan.
Ziel-Erfüllungsplan
Ziel: Was genau ist mein Ziel?
Zielüberprüfung: Anwendung der UPDATE-Formel
IST-Analyse
Wie sieht es zur Zeit aus?
Passt das Ziel zu mir, meinen Fähigkeiten und Kenntnissen?
Ist das Ziel widerspruchsfrei?
Welche sachlichen Mittel stehen mir zur Verfügung?
Welche Hilfe von Dritten steht zur Verfügung?
SOLL-Zustand
Wie sieht der Idealzustand aus?
Stärken-Schwächen-Analyse
Welche persönlichen Stärken habe ich?
Welche positiven Eigenschaften kann ich einsetzen?
Welche persönlichen Schwächen können meine Zielerreichung hemmen?
Welche alten Glaubenssätze müssen abgeschafft werden?
Situations-Analyse
Welche notwendigen Kenntnisse besitze ich?
Welche Kenntnisse muss ich mir noch aneignen?
Welche Situationen sind positiv für mein Ziel?
Welche Personen oder Umstände könnten für mein Ziel hinderlich sein?
Wie kann ich diesen Einfluss verhindern?
Chancen- und Risiken-Analyse
Welche Chancen bietet mein Ziel?
Welchen Nutzen habe ich davon?
Welche Risiken bestehen?
Welche Nachteile könnten mir daraus entstehen?
Was geschieht im schlimmsten Fall, wenn ich mein Ziel nicht erreiche?
Wenn ich mein Ziel erreicht habe
Was lief gut?
Was ist beim nächsten Mal zu verbessern?
Hier noch einmal der Zielerfüllungsplan als Download, damit Sie diesen auch später noch nutzen können.
Wir alle wollen unsere Ziele erreichen. Doch es kann Umstände geben, die unser Vorhaben zum Scheitern bringen. Deshalb ist es notwendig, sich bereits vorab Gedanken über diese Situation zu machen. Damit verliert sie ihren Schrecken, falls sie tatsächlich eintrifft. Sie sind auf diese Situation vorbereitet. Der letzte Punkt, die Analyse im Zieleinlauf, ist zukunftsorientiert. Fehler oder Hindernisse, die Sie auf dem Weg zum Ziel hatten, können Sie nach der Analyse beim nächsten Mal vermeiden. Das, was gut war behalten Sie bei. Gegebenenfalls ist eine Anpassung an geänderte Umstände notwendig. Die Grundausrichtung bleibt bestehen.
Die aufgeführten Kriterien gelten für jegliche Art von Zielen. Unabhängig davon, ob Sie ein privates Ziel oder ein berufliches Ziel verfolgen, die genaue Formulierung und die Überprüfung auf die Realisierbarkeit sind immer identisch. Dazu gehört auch zu prüfen, ob private und berufliche Ziele nebeneinander stehen können, sich gegenseitig behindern oder zu ergänzen. Was hierbei zu beachten ist, finden Sie im nächsten Abschnitt.
Dies ist eine Leseprobe
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